"Es gibt einen Aufschwung der Verbindlichkeit"

Werner Panhauser, Vertriebsvorstand der Helvetia, im Interview über die Problemsituation vieler Kleingewerbe, Corona-Schadensfälle und aktuelle Schwerpunkte, die sich rund um Unternehmer und Digitalisierung drehen.

Mit der Coronakrise stand plötzlich alles still – fast. Denn Schadensfälle hielten die Versicherungen weiterhin auf Trab. 

LEADERSNET: Die harte Zeit des "Lockdowns" durch die Coronakrise ist überwunden, es gibt immer mehr Lockerungen. Wie haben Sie diese Phase als Vertriebsvorstand von Helvetia rückblickend erlebt?

Panhauser: Ich muss zugeben, dass ich etwas Eingewöhnungszeit gebraucht habe, denn der Alltag mit drei Kindern und meiner Frau, die ebenfalls berufstätig ist, war plötzlich ganz anders. Die Abläufe bei Helvetia waren davon aber nicht betroffen. Ein professionelles Krisenmanagement, Hands-On-Mentalität und smarte technische Lösungen haben es uns beinahe über Nacht ermöglicht, den Betrieb auch von zuhause aus fortzuführen. Unser Anspruch, bester Partner für den Vertrieb zu sein, hat sich in diesen Krisenzeiten bewährt. Unsere Kundinnen und Kunden haben unser Schadensmanagement als hervorragend empfunden und uns dafür vor kurzem sogar mit dem Recommender Award der FVMÖ ausgezeichnet. 

LEADERSNET: Das sind erfreuliche Neuigkeiten. Bleiben wir kurz bei der Kundenseite: Wie geht es denn den Unternehmen, die bei Ihnen versichert sind?

Panhauser: Für viele Kundinnen und Kunden war diese Zeit schwer, sie kämpfen mit finanziellen Einbußen. Gerade Kleinunternehmen litten sehr unter behördlichen Schließungen. Um ihnen rasch und unbürokratisch Hilfe zu bieten beteiligen wir uns an der seit Mitte April laufenden branchenweiten freiwilligen finanziellen Unterstützung von KMU und Einzelunternehmern mit bestehender Betriebsunterbrechungsversicherung. Wir haben in den ersten eineinhalb Wochen des Lockdowns gleich 300 Anträge zur Unterstützung positiv erledigen können – in der Regel innerhalb von nur 24 Stunden. Da bleiben wir natürlich mit vollem Einsatz dran! Zusätzlich haben wir in der Exekutive ein Versicherungspaket für die Miliz geschnürt und unser Offertprogramm im Firmenkundenbereich ausgebaut.

LEADERSNET: Wie unterstützen Sie Privatkunden, die zum Beispiel durch Arbeitsplatzverlust oder Kurzarbeit weniger Einkommen haben, und Ihre Partner?

Panhauser: Im Bereich Leben haben wir rasch informiert und Empfehlungen für unsere Partner und Kunden ausgesprochen. Finanziell in Not geratenen Kundinnen und Kunden kommen wir mit Prämienstundung oder -gutschriften entgegen. Unsere Maklerpartner mit Helvetia-Zulassungsstellen haben wir in punkto Lohnkosten unterstützt. Wir waren trotz der behördlichen Standortschließungen uneingeschränkt für unsere Kunden und Vermittler verfügbar: Das Team hat bewiesen, dass es auch mit Abstand zusammenhält und besonders viel Speed und Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit in uns steckt.

LEADERSNET: Besonders viel Speed gab die Versicherungsbranche in den letzten Jahren auch bei der Digitalisierung. Ist die Coronakrise zusätzlicher Turbo dafür?

Panhauser: Absolut! Da haben wir einen kleinen Vorteil, weil Digitalisierung bei uns seit Jahren nicht nur strategisch verankert ist, sondern gelebt wird. Wir hatten bei Ausbruch der Krise nahezu 100 Prozent der notwendigen mobilen Hardware samt Technologien wie Jabber, wir waren binnen 24 Stunden daheim handlungsfähig. Die Coronakrise trägt dazu bei, dass neue Medien eher akzeptiert werden und beschleunigt auch die Bereitschaft, deren Vorzüge zu nutzen. Auch bei Helvetia waren bisher Teleworking und Home Office nicht in allen Bereichen üblich, doch wir haben gesehen, dass das gelingt. Das wird Einfluss auf die Berufsbilder der Zukunft nehmen. Manchmal ist eine schnelle Videokonferenz besser als ein persönliches Meeting mit langen Reisezeiten und Vorlaufperiode, das haben viele jetzt verinnerlicht. Wer da jetzt als Versicherung nicht weitermacht, die Fähigkeiten zu erhalten und auszubauen, der schafft sich selber ab. 

Wir sehen gleichzeitig einen Aufschwung der Verbindlichkeit in der Kommunikation – ich gehe davon aus, dass neue Medien langfristig im Vertriebsgeschäft für mehr Flexibilität sorgen und den Vertriebspartnern mehr Zeit für den persönlichen Kontakt mit den Kunden freiräumen werden.

LEADERSNET: Welche Trends zeichnen sich darüber hinaus schon ab? Wo setzt Helvetia Produktschwerpunkte

Panhauser: Schwerpunkte werden wir heuer im Rahmen unserer Gewerbeoffensive setzen. Sie rückt klein- und mittelständische Betriebe sowie deren Bedürfnisse in den Fokus. Außerdem rechnen wir mit einer erhöhten Nachfrage nach Cyber-Versicherungen – bedingt einerseits durch gezielten Betrug in Corona-Krisenzeiten und andererseits, weil die Abwicklung von Onlinekaufen signifikant zunimmt. Besonders in Zeiten von Teleworking und Hausunterricht ist es naheliegend und sinnvoll, das Zuhause richtig abzusichern. Auch in der Veranlagung tut sich was: In der fondsgebundenen Lebensversicherung haben schon hunderte Kunden die günstigen Kurse für Zuzahlungen genutzt und wir merken, dass vor allem unsere nachhaltige FairFuture Lane sehr krisensicher performt. 

www.helvetia.at

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