Leitbetriebe Austria: Hygienespezialisten erarbeiten praktische Ratschläge für Unternehmen und Haushalte

Sieben Reinigungs- und Hygienedienstleister haben ihr Wissen und ihre langjährige Erfahrung gebündelt.

"Gemeinsam schaffen wir das" – diesem von allen Entscheidungsträgern vom Bundespräsidenten abwärts ausgegebene Motto für die Bewältigung der herausfordernden Corona-Situation schließen sich auch die heimischen Leitbetriebe, konkret die Hygienespezialisten unter den zertifizierten Unternehmen, an.

Sieben Reinigungs- und Hygienedienstleister haben ihr Wissen und ihre langjährige Erfahrung in der hygienisch einwandfreien Reinigung und Dekontamination von Gebäuden, Gegenständen und Bekleidung sowie in der Organisation von Präventionsmaßnahmen gebündelt und gemeinsam praktische Ratschläge für die korrekte Hygiene, insbesondere im Arbeitsumfeld, erarbeitet.

1. Seife & Einmalhandtücher

"Die geradezu verzweifelte Suche von Unternehmen und Privaten nach Desinfektionsmitteln ist weitestgehend überflüssig. Ausreichend Seife – am besten flüssig, also als Seife/Wasser-Gemisch – Einmalhandtücher (Textil oder Papier) aus Spendersystemen, die sicherstellen, dass das Handtuch tatsächlich nur einmal verwendet wird, in Verbindung mit einer Anleitung zum wirkungsvollen Händewaschen, sind absolut ausreichend, um das Ansteckungsrisiko massiv zu senken" weiß man bei Waschraumhygiene und Berufskleidung-Spezialisten CWS Hygiene.

Der quantitative Effekt sei höher als der jeder zusätzlichen HighTech-Maßnahme: Eine Erhöhung des Händehygienelevels vom Normalstandard von 20 Prozent auf 60 Prozent verringert die Infektionszahlen um zwei Drittel. Weitere Infos gibt es hier.

2. Duschgelspender für Desinfektionsmittel

Hagleitner Hygiene, Österreichs größter Hersteller von Desinfektionsmitteln, ist nicht nur mit einer aufs Zwölffache gestiegenen Nachfrage konfrontiert, sondern muss auch ausfallende Angebote an Desinfektionsmitteln aus dem Ausland kompensieren. Dank umfangreicher Vorräte der bedeutsamen Rohstoffe Ethanol und Isopropanol ist die Produktion bis Ende April gesichert.

"Einen Engpass gibt es aber bei den Entnahmebehältern, als Übergangslösung ist die Verwendung von Duschgelspendern für Desinfektionsmittel sinnvoll", empfiehlt man bei Hagleitner Hygiene. "Geliefert werden die Desinfektionsmittel derzeit auch in Kanistern, Wartezeiten sind leider unvermeidlich."

3. Umfassende Dekontaminierung mit Trockenvernebelung

ISS Facility Services Österreich ist unter anderem auch in der Reinigung von Flugzeugen tätig – derzeit werden noch einige wenige Maschinen, die Österreicher aus dem Ausland heimholen, mithilfe von Hightech-Reinigungsgeräten, sogenannten "Verneblern", gereinigt.

Neben Flugzeugkabinen hat der Einsatz von Verneblern auch bei der Dekontamination größerer Räumlichkeiten mit Akutfällen Priorität. Mit diesem Spezialverfahren wird sichergestellt, dass sowohl die Luft als auch Oberflächen bis in die kleinsten Ritzen desinfiziert werden. Das ISS-Spezialisten-Team für Gebäudekontamination und Desinfektion ist aktuell im Dauereinsatz.

4. Gefahrloser Neustart temporär geschlossener Büros

Derzeit sind unzählige Büros aller Größenordnungen großteils oder komplett verwaist. Deswegen können zweifellos manche Standard-Reinigungsleistungen reduziert werden. "Im Gegenzug sollte aber unbedingt vor dem Neustart eine Vollreinigung durchgeführt werden, die im Vollbetrieb von Büros sonst oft auch kaum möglich ist", empfiehlt der Facility-Management-Dienstleister Reiwag Facility Services.

Dazu gehören eine Desinfektion aller vertikalen und horizontalen Oberflächen sowie eine umfassende hygienische Reinigung aller Nasszellen. Sinnvoll sind Zusatzmaßnahmen, die vor allem Signalwirkung für die zurückkehrenden Mitarbeiter haben wie zum Beispiel Vorhangreinigung. Auch dafür ist es empfehlenswert, diese Maßnahmen zeitgerecht zu setzen, da gegen Ende der Ausgangsbeschränkungen mit empfindlichen Kapazitätsengpässen bei den Reinigungsunternehmen zu rechnen ist.

5. Chemo-thermische Desinfektion von Textilien

Salesianer Miettex, österreichischer Marktführer im Bereich Wäschedienstleistungen und Miettextilien, versorgt derzeit im Spitalswesen zusätzlich auch Gesundheitseinrichtungen, deren Einweglieferungen aus dem Ausland ausgeblieben sind, mit sterilen Mehrweg-OP-Textilien zur Aufrechterhaltung des OP-Betriebs.

"Allgemein gilt, die wichtigste Präventionsmaßnahme im Umgang mit potentiell kontaminierten Textilien sind validierte, chemo-thermisch desinfizierende Waschverfahren: Temperaturen von mindestens 60 Grad Celsius und gelistete Waschmittel mit Peressigsäure garantieren eine desinfizierende Wirkung gegen Bakterien und Viren, selbstverständlich auch gegen das Coronavirus", empfehlen die Experten von Salesianer Miettex. "Weitere Schutzmaßnahmen zur Verhinderung von Kreuzkontamination sind eine strikte Trennung schmutziger von sauberer Wäsche sowie die regelmäßige Desinfektion aller Wäschecontainer und Transport-LKW."

6. Sicherung der internationalen Lieferketten

Kaum eine andere Branche ist derzeit für die Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens wichtiger als es die Lieferanten von hygienerelevanten Produkten wie Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln sind. Die Sigron GmbH liefert aktuell trotz gravierender Lieferhindernisse täglich 200 Paletten an medizinische Einrichtungen und Reinigungsunternehmen und trägt damit entscheidend dazu bei, die drastisch gestiegene Nachfrage zumindest zu einem wesentlichen Teil zu befriedigen.

7. Spezialreinigungen bei niedriger und hoher Nutzerfrequenz

"Für besonders sensible Bereiche wie einerseits Isolierstationen mit Akutfällen, andererseits Räumlichkeiten mit hoher oder stark wechselnder Nutzerfrequenz – zum Beispiel Industrie, öffentliche Verkehrsmittel oder öffentliche Gebäude – werden besonders intensive Desinfektionsverfahren eingesetzt", erklärt die Simacek Facility Management Group, der größte familiengeführte österreichische Leitbetrieb in der Gebäudebewirtschaftung. "Dabei wird durch die Kaltvernebelung von Aerosolen mit Wasserstoffperoxid, Triglosene Sodium NADCC oder Hydroxyessigsäure eine nahezu vollständige Dekontaminierung erreicht." Standardreinigungsleistungen in derzeit nicht oder schwach genutzten Betriebsräumlichkeiten werden hingegen mit Desinfektions- und Tiefenreinigung kombiniert.

"Miteinander statt gegeneinander ist generell Teil der Unternehmensphilosophie österreichischer Leitbetriebe. Umso mehr gilt das jetzt, denn nur gemeinsam können wir die aktuelle Krise überwinden. Die Hygienespezialisten unter den Leitbetrieben, die sich für gewöhnlich als Marktbegleiter begegnen, haben deshalb gemeinsam praktische Ratschläge für die bestmögliche Umsetzung von Hygienemaßnahmen in Unternehmen und Privathaushalten ausgearbeitet. Mit diesem wichtigen Beitrag zur Sicherheit von Arbeitnehmern, Lieferanten und Kunden stellen die österreichischen Leitbetriebe unter Beweis, dass sie ihre Verantwortung für den Wirtschaftsstandort und unser Land in vorbildlicher Weise wahrnehmen", erklärt Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin der Leitbetriebe Austria. (as)

www.leitbetriebe.at

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