Unüberhörbar: So "heiß" sind Herr und Frau Österreicher aufs Radiohören

Die Ergebnisse des aktuellen Radiotests sind da: signifikante Zuwächse in allen Kernwerten entfachen den Kampf um die Hörerschaft neu.

"Schon gehört?" – in Österreich wird immer öfter das Radio aufgedreht. Trotz Spotify und Co. wenden sich Herr und Frau Österreicher – vor allem auch die junge und werberelevante Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen – wieder dem klassischen Radio zu. Das zeigen die Ergebnisse des am Donnerstag veröffentlichten, aktuellen Radiotests. Das Medium kann sich über steigende Kernwerte in beeindruckender Höhe freuen – damit ist jedoch auch der harten Kampf um Reichweiten und Marktanteile zwischen den Sendern untereinander wieder eröffnet.

Insgesamt weist der aktuelle Radiotest 18 signifikante Reichweitenveränderungen bei der Gesamtbevölkerung und sieben bei den 14- bis 49-Jährigen aus. Vor einem halben Jahr waren es nur zehn signifikante Reichweitenänderungen bei der Gesamtbevölkerung und sechs bei den 14- bis 49-Jährigen.

Der neue "Sexappeal" des Radiohörens: wir hören bis zu 266 Minuten täglich

Radiohören ist wieder "in", die Österreicher hören wieder öfter und länger Radio: die durchschnittliche Hördauer in der werberelevantesten ­Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ist von 2018 auf 2019 um weitere 14 Minuten auf 185 Minuten pro Tag gestiegen. Damit ist nicht nur der "Durchhänger" der letzten fünf Jahre wieder ausgeglichen, sondern auch ein Wert erreicht, der optimistisch macht, den Höchstwert von 2011 brechen zu können: 19 Minuten fehlen noch auf den Alltime-Rekord von durchschnittlich 204 Minuten täglich bei den jungen Hörern. Die österreichische ­Gesamtbevölkerung (alle Hörerinnen und Hörer ab 10 Jahren) hört bis zu 201 Minuten täglich.

Auch bei den Angaben für die Reichweiten sieht es gut aus: Die Gesamtreichweite (Montag bis Sonntag) der Mediengattung Radio ist bei den 14- bis 49-Jährigen signifikant von 71,6 auf 73,2 Prozent gestiegen, bei der Gesamtbevölkerung von 75,5 auf 77,3 Prozent. Hier lässt sich schon seit zwei Jahren ein Aufwärtstrend beobachten, allerdings mit moderateren Zuwächsen als bei der Hördauer. Soll heißen: eine (leicht) steigende Zahl an Hörerinnen und Hörern verbringt inzwischen deutlich mehr Zeit mit Radio als noch vor einigen Jahren. Der absolute Spitzenwert (Kärnten, Gesamtbevölkerung, wochentags) liegt hier bei beachtlichen 266 Minuten.

Einzelne Kämpfe um die Bundesländer 

Der Aufschwung in der Radiobranche belebt natürlich auch den Wettbewerb der Sender untereinander. Dass es hier nicht nur Gewinner geben kann, ist klar – besonders in den einzelnen Bundesländern kommt es hier zu teils harten Konkurrenzkämpfen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Kärnten: im südlichsten Bundesland sind aktuell die größten Reichweitenzugewinne, aber auch -verluste zu finden – Kronehit leidet hier unter den erstarkten Reichweiten von Radio Kärnten und Antenne Kärnten.

Im Match zwischen Öffentlich-Rechtlich und Privat hat der ORF durch das fortgesetzte Erstarken der Bundesländer-Sender, aber auch Zuwächsen für Ö3, wo die Programm-Adaptierungen der letzten Zeit offenbar greifen, und weiterem Wachstum für Ö1 die Nase vorne und liegt derzeit bei 65 Prozent Marktanteil (14–49), die in der RMS-Top-Kombi vereinten Privatsender bringen es auf 35 Prozent.

Die Austro-Radios im akuellen Reichweitenvergleich

Die ORF-Radios erreichten eine Gesamt-Tagesreichweite von 63,2 Prozent (2018 lagen sie noch bei 60,5 Prozent), die Privatsender kamen auf 28,3 Prozent (27,8 Prozent im Vorjahr). Nach wie vor der von Montag bis Sonntag reichweitenstärkste Sender ist in der Zielgruppe ab zehn Jahren weiterhin Ö3, der mit einer Reichweite von 33,7 Prozent (31,7 Prozent im Jahr 2018) seine Führungsposition verteidigt. Kronehit kam auf 10,7 Prozent (11,1 Prozent). Der ORF erreichte mit seinen Regionalsendern österreichweit 29,6 Prozent (2018 noch 28,1 Prozent), die RMS Top Kombi Privatsender kamen jüngst auf 27,8 Prozent (27,3 Prozent im Vorjahr). Ö1 konnte ebenfalls leicht zulegen, und zwar auf 9,3 Prozent im Vergleich zu 8,5 Prozent im Vorjahr. Der Indie-Sender FM4 verzeichnete 2019 3,2 Prozent, einer leichten Schwankung nach unten nach zuletzt 3,4 Prozent.

In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen steigerten sich die öffentlich-rechtlichen Sender insgesamt auf eine Tagesreichweite von 54,6 Prozent (2018 lag diese bei 51,6 Prozent), die Privatradios kamen auf 35,8 Prozent (2018: 35,4 Prozent). Ö3 lag 2019 bei einer Tagesreichweite von 39 Prozent (36,7 Prozent im Jahr 2018), die RMSTop-Kombi-Sender erreichten 35,4 Prozent (2018: 35,1 Prozent). Die Regionalsender des ORF haben mit einer aktuellen Tagesreichweite von 15,7 Prozent (14,6 Prozent im Vorjahr) beinahe einen Gleichstand mit Kronehit erreicht, der nach 16, 7 Prozent im Jahr 2018 aktuell auf 16 Prozent täglicher Hörer kam. Ö1 kann Tag für Tag 5,8 Prozent der jüngeren Zielgruppe zum Einschalten und Zuhören motivieren (5,2 Prozent im Jahr 2018) und überholt damit FM4, der nach 5,2 Prozent 2018 im Jahr 2019 auf 5 Prozent kam.

Die Aufteilung der Marktanteile

Die Österreicher ab zehn Jahren schalteten im Vorjahr im Schnitt 201 Minuten pro Tag das Radio ein - ganze 18 Minuten länger als 2018 (183 Minuten). Der Marktanteil der ORF-Sender blieb mit 74 Prozent stabil, wobei die öffentlich-rechtlichen Regionalsender (stabil mit 35 Prozent) knapp vor Ö3 (2019: 33 Prozent, 2018: 31 Prozent) lagen. Die Privatsender erzielten gemeinsam 25 Prozent Marktanteil (2018: 26 Prozent), die RMS-Sender ebenso. In der jüngeren Zielgruppe stehen 65 Prozent Marktanteil (2018: 64 Prozent) für die ORF-Radios 36 Prozent (37 Prozent) für die Privatradios gegenüber (35 Prozent für die RMS Top Kombi). Ö3 kommt auf 43 Prozent (40 Prozent), Kronehit auf 12 Prozent (14 Prozent) und die ORF-Regionalsender lagen wie im Jahr davor bei 18 Prozent.

Neu im Bewerb: Radio Austria

Abseits der Neuerungen um Reichweiten, Markatanteile und Hördauern gibt es seit Ende Oktober 2019 einen neuen Bewerber am heimischen Radio-Tapet: das Medienhaus Österreich hat mit Radio Austria einen neuen nationalen Sender in den Markt gesetzt, der durch seine erstmalige Zählung noch abseits von Zuwächsen und Verlusten steht. 2,1 Prozent national bei den 14- bis 49-Jährigen und 1,8 Prozent bei der Gesamtbevölkerung (10+) weist der aktuelle Radiotest für den Sender aus – allerdings noch in Kombinationen mit jenen Sendern, die bisher auf den Frequenzen zu hören waren. (red)

www.rms-austria.at

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