Walter Hämmerle wird neuer Chefredakteur der "Wiener Zeitung"

Aufsichtsrat stimmte einstimmig zu – Vertrag läuft über drei Jahre.

Die Führungsspitze der Wiener Zeitung ist wieder komplett. Walter Hämmerle wurde vom Bundeskanzleramt als Eigentümervertreter mit der Chefredaktion betraut, teilt die Wiener Zeitung mit. Geschäftsführer Martin Fleischhacker hatte Hämmerle zuvor als Chefredakteur vorgeschlagen. Der Aufsichtsrat des Hauses stimmte diesem Vorschlag am Dienstag einstimmig zu. Hämmerle tritt die neue Funktion am 1. Oktober an. Seine Funktionsperiode läuft vorerst bis 31. August 2021.

Hämmerle führte das Blatt bereits in den vergangenen Monaten interimistisch. Zuvor war Reinhard Göweil Chefredakteur, der wiederum von Andreas Unterberger übernommen hatte. "Die Bestellung von Hämmerle zahlt in das publizistische Ziel der Wiener Zeitung ein, ihren langjährigen Qualitätsjournalismus ersten Ranges zu erhalten und weiter zu fördern", so Fleischhacker. Hämmerle werde dafür sorgen, dass "wir nicht nur in Print, sondern auch im Digitalen umfassende Informationen liefern und die öffentlich-rechtliche Kernkompetenz der Wiener Zeitung weiterhin garantieren".

Antworten auf Fake News und Co. finden

Walter Hämmerle ist 47 Jahre alt und ist bereits seit 2002 Teil der Redaktion. Er begann als innenpolitischer Redakteur, wurde 2004 Chef vom Dienst und 2008 stellvertretender Chefredakteur. Der gebürtige Lustenauer studierte an der Universität Wien Politikwissenschaft und Publizistik. Sein Doktorrat absolvierte er bei Heinrich Neisser mit einer Dissertation über "Kommunalpolitik in Österreich zwischen Konkurrenz und Konsens".

"Es ist eine Ehre, diese Redaktion, die ich für eine der besten des Landes halte, führen zu dürfen. Ich bedanke mich für das in mich gesetzte Vertrauen", so Hämmerle zu seiner Bestellung. "Dass die Zeiten für Qualitätsjournalismus nicht leicht sind, ist eine Tatsache." "Fake News" und interessengeleitete Informationskanäle bedrohten die Glaubwürdigkeit etablierter Medien. Gleichzeitig veränderten Digitalisierung und ein 24-Stunden-Nachrichtenfluss tradierte Produktionsprozesse und Leseverhalten. "Darauf gilt es, Antworten zu finden." (as)

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