Finanzminister will Facebook und Google zur Kasse bitten

Hartwig Löger plant Online-Werbeabgabe, die auch heimische Unternehmen treffen würde.

Finanzminister Hartwig Löger möchte IT-Giganten wie Google und Facebook stärker zur Kasse bieten. Deshalb plant er die Einführung einer Online-Werbeabgabe, sollte es zu keiner gesamteuropäischen Lösung kommen. Der ÖVP-Politiker kann sich vorstellen die bereits exisiterende Werbeabgabe für klassiche Werbung auch auf den Onlinebereich auszudehnen. Diese würde jedoch nicht nur die internationalen Konzerne treffen, sondern auch heimische Unternehmen.

Senkung von fünf auf drei Prozent

Laut Löger könnte die Werbeabgabe dann drei Prozent statt wie bisher fünf Prozent betragen. Derzeit spült die Abgabe etwa 110 Millionen Euro pro Jahr in die Staatskassen. Bei einer Senkung auf drei Prozent und Ausweitung der Werbeabgabe auf Onlinewerbung, würde sich dieser Betrag in einem ähnlichen Bereich bewegen.

Die Änderung könnte im Rahmen der für 2020 geplanten Steuerreform auf den Weg gebracht werden. Der Finanzminister betonte jedoch, dass es noch keine Beschlüsse gäbe und es sich derzeit nur um eine Überlegung handle.

Steuerfairness-Initiative fordert digitale Betriebsstätten

Heimische Unternehmen und Branchenverbände fordern schon seit längerem eine stärkere Besteuerung der internationalen Player, die sich zahlreicher Steuerschlupflöcher bedienen. Die rot-weiß-rote Allianz für Steuerfairness – zu der unter anderem der ORF, der VÖZ, der VÖP, der DMVÖ, iab austria, die IAA, der MCÖ, die MMA, die ÖMG, die WK Wien Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation (WKW) gehören – hatte im Juni die Kampagne "Stoppen wir das Absaugen unserer Wirtschaft" gestartet.

Die Initiative fordert vor allem die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage zur Etablierung digitaler Betriebsstätten. "Man kann nach wie vor nur auf eine europäische Lösung hoffen. Drei Prozent digitale Werbeabgabe für Giganten wie Google & Co. ist maximal ein schlechter Scherz", so OPINION LEADERS NETWORK-Managing Partner Dominik Frey. "Zudem fügt man innovativen digitalen Medien in Österreich damit auch noch Schaden zu und schwächt den Medienstandort Österreich." OPINION LEADERS NETWORK gehört zu den Initiatoren der Steuerfairness-Initiative. (as)

www.bmf.gv.at

www.steuerfairness.info

 

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