Milliardenprojekt in Kronstorf
Google will Rechenzentrum in Oberösterreich noch größer bauen

| Larissa Bilovits 
| 12.07.2026

Der Technologiekonzern denkt in Kronstorf offenbar schon weit über die laufende Baustufe hinaus – und das schneller als erwartet.

Erst Ende April fiel in Kronstorf im Bezirk Linz-Land mit dem Spatenstich der offizielle Startschuss für Googles erstes Rechenzentrum in Österreich (LEADERSNET berichtete). Doch kaum sind die Bagger für die erste Baustufe im Einsatz, legt der Konzern schon nach: Wie nun bekannt wurde, hat Google weitere Ausbaustufen zur Genehmigung eingereicht. Der neue Antrag fällt dabei überraschend umfangreich aus. Nach Angaben des oberösterreichischen Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) umfasst er das Eineinhalbfache jener Fläche, die mit der ersten Baustufe bereits bewilligt ist.

Milliardeninvestition mit Signalwirkung für den Standort

Dass Google so rasch den kompletten Standortausbau nachschiebt, wertet Achleitner als positives Zeichen für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich. Die Widmung der Projektfläche liegt bereits rund zwei Jahrzehnte zurück, die grundsätzliche Entscheidung für den Baustart fiel nach langwierigen Verhandlungen erst vor rund einem Jahr. Umso bemerkenswerter sei nun das Tempo, mit dem der Konzern beim Gesamtausbau vorpresche.

Wirtschaftlich bewegt sich das Vorhaben laut Achleitner im Milliardenbereich. Als erstes Google-Rechenzentrum hierzulande könne es Oberösterreich vor allem im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) voranbringen. Zusätzliche Rechenkapazitäten seien eine zentrale Voraussetzung dafür, dass KI in Industrie, Forschung und Wirtschaft breiter zum Einsatz kommt. Den schnellen Ausbau begründet der Konzern nach Darstellung des Landesrats mit der weltweit stark steigenden Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Anwendungen.

Noch nichts entschieden

So ambitioniert die Pläne sind, endgültig fix ist der gesamte Campus noch lange nicht. Die frisch eingereichten Ausbaustufen müssen zunächst sowohl baurechtlich als auch gewerberechtlich geprüft werden. Erst wenn diese Verfahren abgeschlossen sind, steht fest, in welchem Umfang der Standort tatsächlich realisiert werden kann. Sollten die Genehmigungen erteilt werden, könnte Google den weiteren Ausbau allerdings zügig in Angriff nehmen. Damit würde nicht nur die Digitalisierung profitieren – Achleitner rechnet auch mit Impulsen für die regionale Bauwirtschaft.

Alte Kritik am Energiebedarf

Am hohen Stromverbrauch von Rechenzentren entzündet sich seit Jahren Kritik, und auch das Kronstorfer Projekt ist davon nicht ausgenommen. Achleitner trat jedoch Darstellungen entgegen, wonach der Energiebedarf deutlich höher liege als angenommen. Selbst der nun eingereichte Gesamtausbau komme mit weniger als der Hälfte jener Energiemengen aus, die in der Vergangenheit teils kolportiert worden seien. Dass der wachsende Bedarf an Rechenleistung durch KI insgesamt mehr Energie erfordert, stellt der Landesrat aber nicht in Abrede. Dieser Mehrbedarf müsse durch zusätzliche Stromerzeugung und den Ausbau von Speicherkapazitäten gedeckt werden.

www.google.com

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