Erfolgsjahr 2025
Millioneninvestitionen und starkes Besucherplus für Schönbrunn Group

| Janet Teplik 
| 01.07.2026

Ein Besucherplus von über zehn Prozent steigerte den Umsatz der Betreibergesellschaft auf 97,3 Millionen Euro. Dank dieser starken Bilanz sichert das Unternehmen das imperiale Erbe langfristig ab und investierte 14,7 Millionen Euro aus eigener Kraft in Bau- und Restaurierungsmaßnahmen.

Die vier Standorte der Schönbrunn Group – das weltberühmte Schloss Schönbrunn, das Sisi Museum in der Hofburg, das Möbelmuseum Wien und das Schloss Hof in Niederösterreich – zählen zu den Höhepunkten des österreichischen Kulturtourismus. Wie lebendig und attraktiv dieses imperiale Erbe geblieben ist, belegen nun die aktuellen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Das Kultur- und Tourismusunternehmen blickt auf ein sowohl wirtschaftlich als auch inhaltlich herausragendes Jahr zurück. Insgesamt 5,26 Millionen Besuche bedeuteten ein Plus von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Erfolg schlug sich auch in den Finanzen deutlich nieder. So kletterte der Umsatz auf 97,3 Millionen Euro, während der Jahresüberschuss solide 11,85 Millionen Euro erreichte. Von dieser wirtschaftlichen Stärke profitiert der Denkmalschutz unmittelbar, denn parallel zum laufenden Betrieb flossen 14,7 Millionen Euro an Eigenmitteln direkt in wichtige Bau-, Investitions- und Restaurierungsmaßnahmen.

"Wirtschaftlicher Erfolg ist für uns kein Selbstzweck. Er schafft die Grundlage dafür, Österreichs imperiales Erbe zu erhalten, wissenschaftlich zu erforschen, zeitgemäß zu vermitteln und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln", erklärt Geschäftsführer Klaus Panholzer. "Wir finanzieren unseren laufenden Betrieb sowie unsere Investitionen und Restaurierungen aus eigener Kraft und ohne öffentliche Zuschüsse aus Steuergeld. Im Gegenteil: Wir tragen in zweistelliger Millionenhöhe zum Bundesbudget bei."

Rekordjahr an den Standorten

Alle vier Standorte der Gruppe blicken auf ein Wachstumsjahr zurück. Spitzenreiter Schönbrunn legte um 10,3 Prozent zu und verbuchte rund 3,96 Millionen Besuche. Das Sisi Museum steigerte sich trotz Modernisierung um 6,3 Prozent auf rund 927.000 Besuche. Über historische Rekorde freuten sich das Möbelmuseum Wien (62.000 Besuche / +17 %) sowie Schloss Hof, das mit rund 308.000 Gästen (+19,4 %) und einem Rekord-Jahreskartenverkauf glänzte.

Das internationale Interesse scheint ebenfalls ungebrochen. So stammen rund 71 Prozent der Kulturbegeisterten aus Europa. Die Top-3-Herkunftsländer im Ausland waren Deutschland (14,1 %), Italien (12,5 %) und die USA (11,3 %). Parallel dazu konnte auch das Interesse im Inland weiter gesteigert werden, was zu einem Zuwachs von 9,3 Prozent bei den österreichischen Gästen führte.

Millionen für den Staatshaushalt

Mit einer Gesamtabgabe von 18,7 Millionen Euro erweist sich die Schönbrunn Group als verlässlicher Partner für den österreichischen Staat. Die Summe teilt sich auf in 15,3 Millionen Euro an Pacht- und Fruchtgenussentgelten sowie 3,4 Millionen Euro an Steuern. Der verbleibende Jahresüberschuss von 11,85 Millionen Euro fließt direkt zurück in die historischen Substanz- und Bauprojekte der Gruppe.

Die Haupteinnahmequelle bildeten auch 2025 die Ticketverkäufe mit einem Anteil von rund 70 Prozent. Die Vermietungen und Veranstaltungen steuerten 15 Prozent bei, gefolgt von den Shops mit 13 Prozent und sonstigen Erlösen mit zwei Prozent. Laut Panholzer unterstreichen diese Daten die nachhaltige Ausrichtung der Gruppe: "Das Unternehmen finanziert nicht nur den laufenden Betrieb und umfangreiche Investitionen selbst, sondern leistet zugleich einen erheblichen Beitrag an die Republik Österreich." Weiter heißt es: "Der überwiegende Teil unserer Einnahmen entsteht unmittelbar durch das Interesse der Besucher:innen an unserem kulturellen Angebot." Diese Nachfrage ermögliche es, den Standort langfristig zu sichern und kontinuierlich weiterzuentwickeln. 

Meisterhafte Handwerkskunst

Die Erhaltung der historischen Substanz bildete 2025 einen Kernbereich der Investitionen im Schloss Schönbrunn. Während die Großbaustelle im Zeremoniensaal – inklusive der Auslagerung der wertvollen Hochzeitsgemälde in ein temporäres Schloss-Atelier – noch bis 2027 andauert, konnten andere Prunkräume bereits fertiggestellt werden. Dazu zählt der Blaue Chinesische Salon, dessen wertvolle chinesische Papiertapeten aus dem 18. Jahrhundert gemeinsam mit Decke, Holzelementen und Tafelparkett aufwendig saniert wurden. Auch im Miniaturenkabinett wurden die Arbeiten finalisiert. Rund 20 Fachkräfte restaurierten die komplette Ausstattung von der Deckenmalerei bis zum Möbelstück. Spannender Nebeneffekt der wissenschaftlichen Begleitung: Die Entdeckung eines stuckierten Plafonds direkt über der jetzigen Holzdecke.

"Jede Restaurierung ist zugleich ein wissenschaftlicher Erkenntnisprozess", erklärt Anna Mader-Kratky, Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der Schönbrunn Group. "Indem wir historische Substanz sichern, gewinnen wir neue Einblicke in Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte – und schaffen damit die Grundlage für eine fundierte Vermittlung unseres kulturellen Erbes."

Sisi Museum wächst um 700 Quadratmeter 

Die Modernisierung des Sisi Museums bog 2025 auf die Zielgerade ein. Durch die Erweiterung um zwölf Räume – inklusive fünf prunkvoller, ehemals privater Weißgoldzimmer – gewinnt das Museum rund 700 Quadratmeter an Fläche. Ein neues Stiegenhaus im Marschallhof sorgt zudem für einen lückenlosen und barrierefreien Rundgang, der ab Herbst auch die Silberkammer neu inszeniert beinhaltet.

Die bisherigen Projektkosten von rund 14 Millionen Euro trägt das Unternehmen gänzlich aus eigener Kraft ohne öffentliche Zuschüsse. Der Countdown läuft bereits, denn am 19. November 2026 wird das neue Museumserlebnis offiziell eröffnet.

Schloss Hof eröffnet Wasserpfad und Photovoltaikanlage

Mit neuen Investitionen stärkte auch Schloss Hof im Jahr 2025 sein Profil für Familienausflüge und ökologische Nachhaltigkeit. Ein neuer, über 2.000 Quadratmeter großer Wassererlebnispfad kombiniert barocke Historie mit modernem Outdoorspaß, wobei das Wasser direkt für die Gartenbewässerung recycelt wird. Parallel dazu wurde die Infrastruktur zukunftsfit gemacht. Die Anlage verfügt nun über 64 neue, überdachte Parkplätze. Auf deren Dachflächen erzeugen 465 Photovoltaikmodule auf rund 930 Quadratmetern sauberen Strom für den Eigenbedarf des Standorts.

"Jede bauliche Maßnahme an unseren Standorten muss zwei Ziele erfüllen: Sie muss den laufenden Betrieb und das Besuchserlebnis verbessern und zugleich die historische Substanz schützen", sagt Herbert Polsterer, stv. Direktor und Leiter der technischen Abteilung der Schönbrunn Group. "In diesem Spannungsfeld liegt die besondere Verantwortung unserer Arbeit."

Inhaltliche Akzente im Ausstellungsjahr

Die Schönbrunn Group überzeugte 2025 mit starken kuratorischen Akzenten. Zum 300. Jubiläum von Schloss Hof verband die Ausstellung "Der Eugen hinter dem Prinzen" die Standorte Schloss Hof und Schloss Niederweiden zu einer Schau über das private Leben des Kunstmäzens. Eine passende Fachpublikation begleitete das historische Projekt.

Das Möbelmuseum Wien verzeichnete dank seines Jahresschwerpunkts ein Frequenzplus von 18 Prozent und damit einen neuen Rekord. Das Programm reichte von der Hommage an die Erfinderin und Stilikone Hedy Lamarr über eine Designschau rund um Josef Frank und die österreichische Zwischenkriegszeit (LEADERSNET berichtete) bis zu kaiserlichem Porzellan im Dialog mit Japan (LEADERSNET berichtete). Das Event-Format "Kultur in Bewegung" im grünen Innenhof vervollständigte das dichte Jahresprogramm (LEADERSNET berichtete).

Kultur für alle

Historische Inhalte verständlich und für jede Zielgruppe zugänglich zu machen, ist das erklärte Ziel der Schönbrunn Group. Erreicht wird dies durch barrierefreie Standorte, maßgeschneiderte Familienprogramme und innovative digitale Angebote. Die Erweiterung des Sisi Museums um zusätzliche Ausstellungsflächen und die neukonzeptionierte Silberkammer verdeutlichen diesen Weg und bieten eine differenzierte Perspektive auf Kaiserin Elisabeth und den Hofalltag. Statt reiner Präsentation setzt das Kulturunternehmen darauf, historische Akteur:innen und Geschehnisse in ihrem kulturellen und gesellschaftlichen Gesamtkontext verständlich zu machen.

Die Zukunft im Blick

Die Schönbrunn Group treibt ihre Investitionsoffensive auch in den kommenden Jahren konsequent voran. Ein erster großer Meilenstein wird die feierliche Eröffnung des erweiterten Sisi Museums am 19. November 2026 sein. Doch das ist erst der Anfang. So dürfen sich Besucher:innen im Schloss Schönbrunn zudem auf die Inbetriebnahme eines originalgetreu restaurierten historischen Karussells sowie die Fertigstellung von drei weiteren luxuriösen Hotel-Suiten freuen.

Gleichzeitig erweitert das Unternehmen sein touristisches Angebot im ländlichen Raum und schafft ein neues Nächtigungsangebot auf Schloss Hof. Geplant ist ein Ensemble aus stilvollen Gästehäusern mitsamt einem Naturschwimmteich. Dieses Projekt soll behutsam in die historische Kulturlandschaft eingebettet werden, um das Marchfeldschloss über den Status eines Tagesausflugsziels hinaus zu etablieren. Laut aktuellem Zeitplan sollen die Bauarbeiten Ende 2027 abgeschlossen sein, sodass der Gästebetrieb pünktlich Anfang 2028 starten kann. Panholzer bekräftigt diesen dynamischen Kurs: "Wir bewahren Geschichte nicht statisch. Wir erhalten sie, machen sie zugänglich und entwickeln sie mit großer Verantwortung für kommende Generationen weiter."

www.schoenbrunn-group.com

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