Stellenanzeigen haben sich vervierfacht
Immer mehr heimische Unternehmen setzen auf Quereinsteiger

| Tobias Seifried 
| 02.07.2026

Neue Karrierewege gewinnen am Arbeitsmarkt an Bedeutung. Laut einer aktuellen Analyse hat sich fast ein Drittel der Beschäftigten in den letzten 12 Monaten bereits auf eine Stelle außerhalb des bisherigen Tätigkeitsbereichs beworben.

Unkonventionelle Karrierewege gewinnen am österreichischen Arbeitsmarkt weiter an Bedeutung. Laut einer aktuellen Analyse von Stepstone hat sich der Anteil jener Stellenanzeigen, die sich ausdrücklich an Quereinsteiger:innen richten, zwischen 2019 und 2025 nahezu vervierfacht.

Für die Auswertung analysierte die Recruiting-Plattform knapp 400.000 Stellenanzeigen in Österreich. Demnach berücksichtigen Unternehmen zunehmend auch Bewerber:innen mit nicht linearen Berufsbiografien und setzen verstärkt auf Potenzial sowie übertragbare Kompetenzen.

Arbeitskräftemangel verändert Recruiting

Während des Arbeitskräftemangels nach der Corona-Pandemie habe der Anteil entsprechender Stellenanzeigen 2022 seinen Höchststand erreicht. Seither habe sich das Angebot auf hohem Niveau stabilisiert.

Nikolai Dürhammer, Managing Director von Stepstone Austria & Switzerland, sieht darin eine nachhaltige Entwicklung: "Quereinstiege sind kein kurzfristiger Trend, sondern haben sich als langfristiger Bestandteil moderner Recruiting-Strategien etabliert." Für viele Unternehmen seien sie eine Antwort auf den Arbeits- und Fachkräftemangel.

Laut dem aktuellen Hiring Trends Update bleibt die Suche nach geeigneten Bewerber:innen die größte Herausforderung im Recruiting. 35 Prozent der befragten Recruiter:innen nennen das Finden passender Kandidat:innen mit den erforderlichen Kompetenzen als größte Hürde.

Beschäftigte zeigen sich offen für neue Wege

Auch auf Seiten der Beschäftigten wächst die Bereitschaft, beruflich neue Wege einzuschlagen. 84 Prozent der Österreicher:innen würden laut Studie einen Wechsel in einen anderen Tätigkeitsbereich oder eine andere Branche in Betracht ziehen, wenn ihre bisherigen Fähigkeiten künftig weniger gefragt wären.

Stepstone Quereinstieg

Fast jede:r Vierte (26 %) zweifelt zudem daran, dass die eigenen Kompetenzen in den kommenden drei Jahren weiterhin ausreichend gefragt sein werden. Gleichzeitig sind 68 Prozent der Ansicht, dass der Arbeitsmarkt derzeit nur eingeschränkt passende Stellen bietet.

Dies habe zur Folge, dass sich 31 Prozent der Beschäftigten innerhalb der vergangenen zwölf Monate bereits auf eine Stelle außerhalb ihres bisherigen Tätigkeitsbereichs beworben haben. Ebenso viele ziehen demnach heute ein breiteres Spektrum an Berufen in Betracht als noch vor einigen Jahren.

Wechselbereitschaft erreicht Höchststand

Die allgemeine Wechselbereitschaft ist laut Studie deutlich gestiegen. 59 Prozent der Beschäftigten suchen derzeit aktiv nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Weitere 32 Prozent zeigen sich offen für passende Angebote. Im Vorjahr lag der Anteil aktiv Jobsuchender noch bei 42 Prozent.

Ein Berufswechsel sei allerdings weiterhin mit Unsicherheiten verbunden. 28 Prozent nennen das finanzielle Risiko als größten Hinderungsgrund, 22 Prozent möchten nicht noch einmal in einem neuen Berufsfeld von vorne beginnen.

Diese Branchen setzen auf Quereinsteiger:innen

Besonders offen für Quereinsteiger:innen sind laut Stepstone derzeit die Bereiche Gastronomie und Hotellerie, Verwaltung, Vertrieb und Verkauf sowie der Groß- und Einzelhandel. In diesen Berufsfeldern würden häufig übertragbare Kompetenzen stärker gewichtet als formale Ausbildungswege.

Dürhammer ist überzeugt, dass Quereinstiege sowohl Unternehmen als auch Beschäftigten neue Chancen eröffnen. "Immer stärker zählen dabei Potenzial und übertragbare Kompetenzen statt ausschließlich klassische Lebensläufe", so der Managing Director von Stepstone Österreich & Schweiz abschließend.

www.stepstone.at

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