Interview mit Alexander Zeh
"Wir verstehen uns nicht als reiner Datenlieferant, sondern als Strategiepartner auf Augenhöhe"

| Redaktion 
| 30.06.2026

Im LEADERSNET-Interview spricht Ipsos Österreich Country Manager Alexander Zeh u.a. über den Wandel der Marktforschung im Zeitalter von KI und die Vorteile eines globalen Marktforschungsnetzwerks. Außerdem erklärt er, warum das Zusammenspiel von Technologie und menschlicher Expertise der Schlüssel zu besseren Entscheidungen ist und welche internationalen Trends die Branche prägen. 

LEADERSNET: Sehr geehrter Herr Zeh, Ipsos feiert heuer sein zehnjähriges Bestandsjubiläum – was verbirgt sich hinter der Marke? Was ist Ihr Markenversprechen?

Alexander Zeh: In einer Welt des raschen Wandels ist der Bedarf an verlässlichen Informationen größer denn je. Wir bei Ipsos sind davon überzeugt, dass Kund:innen mehr als nur einen Datenlieferanten brauchen – sie brauchen einen vertrauenswürdigen Partner, der präzise Informationen in umsetzbare Erkenntnisse verwandelt.

Das ist es, was unsere Marke weltweit auszeichnet – und genau das haben wir in den letzten zehn Jahren in Österreich aufgebaut. Wir verbinden Wissenschaft, Technologie und Fachwissen, um ein echtes Verständnis für Gesellschaften, Märkte und Menschen zu vermitteln.

Unser Ziel ist einfach: Wir wollen zuverlässige, relevante und umsetzbare Erkenntnisse liefern, die unseren Kund:innen helfen, schneller, klüger und mutiger zu handeln.

LEADERSNET: Gerade in der Marktforschung haben die Digitalisierung und KI Einzug gehalten. Wie wird heute marktgeforscht?

Zeh: Die Marktforschung hat sich erheblich weiterentwickelt – von traditionellen Umfragen hin zu einem ganzheitlichen, methodenübergreifenden Ansatz, der Umfragen, Verhaltensdaten, Social Listening und passive Messungen kombiniert. Heute beschleunigt KI diesen Wandel. Bei Ipsos nutzen wir KI, um die Datenqualität, die Geschwindigkeit und die Tiefe der Erkenntnisse zu verbessern und dabei gleichzeitig hohe wissenschaftliche Standards zu wahren. So arbeiten wir beispielsweise mit der Stanford University zusammen, um Innovationen wie synthetische Daten und digitale Zwillinge von Befragten zu erforschen – stets unter strengen Test- und Validierungsverfahren, um die Zuverlässigkeit zu gewährleisten.

Dies ermöglicht es uns, von einer rückblickenden Perspektive zu einem stärker zukunftsorientierten Ansatz überzugehen – und unseren Kund:innen dabei zu helfen, nicht nur zu verstehen, was geschehen ist, sondern auch zu antizipieren, was als Nächstes kommt.

LEADERSNET: Ipsos ist in einem internationalen Marktforschungsverbund – welche Vorteile ergeben sich dadurch für Ihre Kund:innen?

Zeh: Dies ist eine unserer größten Stärken. Als globales Unternehmen mit 20.000 Mitarbeiter:innen in mehr als 90 Ländern verbindet Ipsos fundiertes lokales Verständnis mit einer wahrhaft internationalen Perspektive.

Für unsere österreichischen Kund:innen bedeutet dies Zugang zu weltweit einheitlichen Daten, soliden Benchmarks und Best Practices aus einer Vielzahl von Märkten und Branchen – bei gleichzeitiger Nutzung lokaler Expertise und maßgeschneiderter Umsetzung.

In der vernetzten Wirtschaft von heute ist diese Balance zwischen globaler Reichweite und lokaler Relevanz von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglicht es uns, aufkommende Trends frühzeitig zu erkennen, sie in den richtigen Kontext zu setzen und unseren Kund:innen letztendlich dabei zu helfen, mit Zuversicht bessere Entscheidungen zu treffen.

LEADERSNET: Ipsos wurde erneut als innovatives Marktforschungsinstitut im internationalen GRIT-Ranking gewählt. Welche Bedeutung hat diese Auszeichnung für Ipsos?

Zeh: Das GRIT-Ranking ist ein wichtiger Maßstab für Innovation in unserer Branche. Die Tatsache, dass wir dort regelmäßig ausgezeichnet werden, bestätigt, dass Ipsos nicht nur Schritt hält, sondern die Zukunft der Marktforschung aktiv mitgestaltet.

Diese Anerkennung spiegelt die Stärke unseres Portfolios wider – eine Kombination aus fortschrittlicher Analytik und KI, Verhaltensforschung, Fachwissen im Bereich Customer Experience sowie agilen Forschungslösungen.

Für uns bedeutet Innovation nicht nur neue Tools oder Methoden. Es geht darum, bessere, schnellere und umsetzbarere Erkenntnisse zu liefern – damit unsere Kund:innen mit Zuversicht klügere Entscheidungen treffen können.

LEADERSNET: Die Österreich-Unit von Ipsos hat ihren Standort in Wien. Was zeichnet Ihr Team aus?

Zeh: Unser Wiener Team ist sehr international, hochqualifiziert und vor allem: neugierig. Wir verbinden analytische Stärke mit echter Nähe zum Markt. Was ich besonders hervorheben möchte: hohe Branchenkompetenz, Schnelligkeit und Flexibilität sowie ein stark ausgeprägtes Beratungsverständnis. Wir verstehen uns nicht als reiner Datenlieferant, sondern als Strategiepartner auf Augenhöhe.

LEADERSNET: Ipsos ist Experte in der Verbraucherforschung – wer kann bzw. darf mit welchen Fragestellungen zu Ihnen kommen?

Zeh: Ganz einfach: jede:r, der:die bessere Entscheidungen treffen will.

Unsere Kund:innen reichen von großen Konzernen, Behörden, Universitäten bis zu innovativen KMUs. Typische Fragestellungen sind:

  • Wie entwickelt sich meine Marke?
  • Was treibt meine Kund:innen wirklich an?
  • Welche Innovation hat Potenzial?
  • Wie optimiere ich meine Customer Experience?
  • Wir arbeiten branchenübergreifend – von FMCG, Handel, Banken,
  • Versicherungen über Telekom bis hin zu Public Sector und Healthcare.

LEADERSNET: Wo entwickeln sich die internationalen Trends der Marktforschung hin? Worauf müssen wir uns vorbereiten?

Zeh: Wir beobachten einen deutlichen Wandel, der von drei strukturellen Kräften vorangetrieben wird: Geschwindigkeit, Integration und ein tieferes Verständnis des Menschen.

Kund:innen erwarten heute Erkenntnisse in Echtzeit, während sie sich in zunehmend fragmentierten Datenökosystemen zurechtfinden müssen. Gleichzeitig suchen sie nach mehr prädiktiven Signalen, um zu antizipieren, was als Nächstes kommt – und nicht nur zu verstehen, was geschehen ist.

Genau darauf zielt unser "Horizon"-Plan ab. Bei Ipsos entwickeln wir ein "erweitertes" Modell, das KI, Technologie und menschliches Fachwissen kombiniert, um schnellere, stärker integrierte und zukunftsorientierte Erkenntnisse zu liefern.

KI ermöglicht mehr Geschwindigkeit und größere Reichweite, einschließlich der Nutzung synthetischer Daten, während menschliche Intelligenz für Relevanz, Genauigkeit und echtes Verständnis sorgt.

Letztendlich geht es bei der Zukunft der Marktforschung darum, das richtige Gleichgewicht zwischen Technologie und menschlicher Einsicht zu finden – damit Kund:innen in einer zunehmend komplexen Welt klügere und sicherere Entscheidungen treffen können.

LEADERSNET: Bei all den Digitalisierungsvisionen – dürfen wir uns auf die Zukunft freuen oder müssen wir diese mit großem Respekt erwarten?

Zeh: Ich würde sagen, beides – aber in erster Linie sollten wir uns darauf freuen.

Die Chancen, die sich uns heute bieten, sind außergewöhnlich. Wir können Menschen, Märkte und Gesellschaften besser und schneller verstehen als je zuvor. Gleichzeitig bringt dieser Fortschritt echte Verantwortung mit sich – insbesondere in Bezug auf Daten, Ethik und Vertrauen.

Wir bei Ipsos sind der festen Überzeugung, dass Technologie stets von wissenschaftlicher Genauigkeit und menschlicher Intelligenz geleitet werden muss. Verantwortungsbewusst eingesetzt, wird sie zu einem starken Motor für bessere Entscheidungen.

Meine Sichtweise ist also ganz einfach: Fürchten Sie sich nicht vor der Zukunft – nehmen Sie sie an und helfen Sie mit, sie in die richtige Richtung zu gestalten.

LEADERSNET: Vielen Dank!

www.ipsos.com

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