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SVS rückte beim Kindergesundheitstag frühe Vorsorge in den Mittelpunkt

| Larissa Bilovits 
| 01.07.2026

Im Rahmen eines Pressegesprächs sprachen sich SVS-Obmann Peter Lehner und mehrere Expert:innen für eine frühere und konsequentere Gesundheitsvorsorge bei Kindern und Jugendlichen aus.

Der Grundstein für ein gesundes Leben wird oft schon in jungen Jahren gelegt – dementsprechend ist Vorsorge auch bereits im Kindesalter ein wichtiges Thema. Anlässlich des Kindergesundheitstags, der am Dienstag am Hauptsitz der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) in Wien stattfand, betonten SVS-Obmann Peter Lehner sowie mehrere Fachleute aus Medizin und Gesundheitsberufen, wie wichtig frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen für die langfristige Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sind.

Gesundheitscheck Junior soll Vorsorgelücke schließen

Für Lehner ist klar, dass Prävention nicht erst im Erwachsenenalter beginnen darf – Vorsorgeprogramme müssten "bereits bei den Jüngsten ansetzen", um "zielgerichtet und frühzeitig mögliche gesundheitliche Probleme und Risiken zu entdecken und diese erfolgreich behandeln zu können", so der SVS-Obmann. Mit dem "Gesundheitscheck Junior" wolle man deswegen gezielt jene Lücke schließen, die zwischen dem Eltern-Kind-Pass und der ab 18 Jahren greifenden Vorsorgeuntersuchung entsteht.

Das standardisierte Programm richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 17 Jahren und wird von Allgemeinmediziner:innen sowie Fachärzt:innen für Kinder- und Jugendheilkunde angeboten. Neben einer ärztlichen Anamnese – bei der etwa Impfstatus und familiäre Vorerkrankungen erhoben werden – umfasst der Check auch die Erfassung von Größe, Gewicht, BMI und Blutdruck sowie eine Untersuchung von Bewegungsapparat, Sinnesorganen und inneren Organen. Auch Ess- und Medienverhalten sowie mögliche Erfahrungen mit Alkohol, Nikotin oder Drogen werden thematisiert. Seit dem Start als Pilotprojekt 2013 sei die Teilnehmerzahl kontinuierlich gestiegen, wie Lehner erläuterte: "Mit der Aktion 'Gemeinsam vorsorgen' konnten wir im Jahr 2023 die Zahl der Teilnehmer:innen um 111 Prozent auf 9.600 steigern."

Warum es Gesundheitsbewusstsein von klein auf braucht

Auch aus ärztlicher Sicht sprach beim Pressegespräch einiges für einen früheren Vorsorgebeginn. Rudolf Schmitzberger, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde und Leiter des Impfreferats der Österreichischen Ärztekammer, verwies darauf, dass zahlreiche Erkrankungen des Erwachsenenalters ihren Ursprung bereits in der Kindheit haben. "Vorsorgeuntersuchungen sind ein zentrales Frühwarnsystem, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und die gesunden Lebensjahre zu steigern", so Schmitzberger. Besonders das Thema Adipositas bereitet dem Mediziner Sorgen: Übergewicht bei Kindern nehme zu und stelle längst nicht nur ein kosmetisches Problem dar. Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes oder orthopädische Beschwerden könnten die Folge sein. "Ein adipöses Kind hat ein deutlich erhöhtes Risiko, auch als Erwachsener adipös zu bleiben. Deshalb ist die Kindheit das wichtigste Zeitfenster für Prävention und Therapie", erklärte Schmitzberger.

Auch Gabriele Jaksch, Präsidentin der MTD Austria, dem Dachverband der gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufe Österreichs, sieht in der frühen Vorsorge einen entscheidenden wirtschaftlichen Hebel. "Wenn wir es heute verabsäumen, auch bei den jüngsten Mitgliedern der Gesellschaft auf gesundheitliche Nachhaltigkeit zu achten, wird dies unabsehbare Folgen für uns alle haben", warnte Jaksch. Darüber hinaus brachte sie auch eine berufliche Perspektive ins Spiel: "Kinder und Jugendliche sind jene Personen, die in naher Zukunft ihren Berufsweg einschlagen, und auch dafür ist es wichtig, die Aufgabenbereiche eines Gesundheitsberufes für den Bildungsweg zu kennen", so Jaksch abschließend.

Kindergesundheitstag brachte Nachwuchs mit Vorbildern zusammen

Initiiert wurde der Kindergesundheitstag von Nikolaus Angermayr, Geschäftsführer von Mediaguide. Dabei gehe es ihm darum, "den Wert von persönlicher Gesundheit für Kinder zu stärken", erklärte er. Die Veranstaltung, die sich an acht- bis 15-jährige Kinder und Jugendliche richtet, fand bereits zum fünften Mal statt und bot heuer 19 ausgebuchte Workshops mit insgesamt 600 Plätzen. Ziel sei es, jungen Menschen unterschiedliche Gesundheitsberufe näherzubringen und sie mit echten Vorbildern zusammenzubringen. "Unter dem Dach der SVS erleben die Kinder im direkten Austausch mit Expert:innen und Ärzt:innen Gesundheitsvorsorge hautnah, nicht nur in der Theorie", beschrieb Angermayr das Konzept.

Eindrücke vom Kindergesundheitstag sehen Sie in unserer Galerie.

www.svs.at

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