Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) hat gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Triconsult bereits zum 45. Mal die Einkommen österreichischer Führungskräfte erhoben. Für die aktuelle Studie wurden die Angaben von 632 Manager:innen der ersten und zweiten Führungsebene ausgewertet. Am Donnerstag wurden die Ergebnisse im Rahmen einer Pressekonferenz im Café Landtmann in der Wiener City präsentiert.
So viel verdienen Österreichs Manager
Das durchschnittliche Jahresgesamteinkommen der ersten Führungsebene stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent auf 273.900 Euro. Inflationsbereinigt entspricht das einem realen Plus von 0,8 Prozent. Damit erreichen die Einkommen wieder das Kaufkraftniveau des Jahres 2016, liegen allerdings noch immer rund 14 Prozent unter dem inflationsbereinigten Höchststand aus dem Jahr 2020.
Manager:innen der zweiten Führungsebene kommen auf ein durchschnittliches Jahresgesamteinkommen von 171.300 Euro. Das entspricht einem nominellen Plus von 0,7 Prozent, real bedeutet dies jedoch einen Kaufkraftverlust von 2,7 Prozent.
Das Medianeinkommen beträgt 220.000 Euro in der ersten und 150.000 Euro in der zweiten Führungsebene.
WdF-Bundesvorsitzender Roman Teichert betonte, die Ergebnisse zeigten, dass sich die Einkommen von Führungskräften nicht losgelöst von der wirtschaftlichen Realität entwickelten. Entscheidend seien Verantwortung, Unternehmenserfolg und Leistung. Gleichzeitig sei die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts wesentlich dafür, ob Unternehmen investieren und qualifizierte Führungskräfte langfristig halten könnten.
Variable Gehaltsbestandteile bleiben bedeutend
Das durchschnittliche Grundgehalt der ersten Führungsebene erhöhte sich von 190.300 auf 203.300 Euro brutto. Zusätzlich erhalten 63 Prozent der Top-Manager:innen variable Gehaltsbestandteile. Diese lagen im Schnitt bei 92.600 Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 98.900 Euro. Weitere 21 Prozent der Befragten erhielten zusätzliche Geldleistungen in durchschnittlicher Höhe von 62.000 Euro.
Laut WdF orientieren sich variable Vergütungen weiterhin vor allem am Unternehmenserfolg sowie an der Erreichung vereinbarter Ziele.
WdF-Bundesgeschäftsführer Wolfgang Hammerer verwies darauf, dass sich die Einkommen österreichischer Führungskräfte zwar marktkonform entwickelten, im internationalen Vergleich aber hinterherhinkten. Für einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort sei es wichtig, auch bei Managergehältern konkurrenzfähig zu bleiben. Diese müssten Aufgaben, Leistung, Verantwortung und Risiken widerspiegeln – unabhängig von Geschlecht oder Herkunft.
Lohnnebenkosten bereiten die größten Sorgen
Neben den Einkommen beleuchtet die Studie auch die wirtschaftlichen Herausforderungen für Unternehmen. Als größte Belastung nennen die befragten Führungskräfte die Löhne und insbesondere die Lohnnebenkosten. Jeweils mehr als zwei Drittel bewerten diese Kostenfaktoren als besonders belastend.
Mit deutlichem Abstand folgen Energiekosten, regulatorische Auflagen, Bürokratie sowie Steuern und Abgaben, die jeweils von 44 Prozent der Befragten als starke Belastung eingestuft werden.
Die Auswirkungen zeigen sich demnach auch bei Investitionen: 58 Prozent der Unternehmen investieren nach eigenen Angaben vorsichtiger als bisher. Für 37 Prozent spielen diese Kostenfaktoren zudem eine wesentliche Rolle bei Standortentscheidungen.
Dienstwagen werden zunehmend elektrifiziert
Auch bei der Mobilität der Führungskräfte setzt sich der Wandel fort. Hybrid- und Elektrofahrzeuge haben klassische Verbrenner inzwischen deutlich überholt. Gleichzeitig gewinne das Klimaticket an Bedeutung: 23 Prozent der Führungskräfte der ersten und 19 Prozent der zweiten Führungsebene erhalten es mittlerweile von ihrem Arbeitgeber.
Die Studie zeigt außerdem, dass Mobilität weiterhin ein wesentlicher Bestandteil von Führungspositionen bleibt. Top-Manager:innen leisten laut der Analyse durchschnittlich mehr als 15 Überstunden pro Woche, zwei Drittel tragen Verantwortung für mehrere Unternehmensstandorte. Wer jährlich mehr als 80 Tage beruflich unterwegs ist, erzielt laut Erhebung mehr als doppelt so hohe Einkommen wie Führungskräfte mit geringer Reisetätigkeit.
www.wdf.at
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