Vom 25. bis 28. Juni 2026 feierte das Symposium Impact Lech in Lech am Arlberg seine fünfte Ausgabe. Unter dem Motto "Im Zeitalter der Daten" widmete sich die Veranstaltung der Frage, welche Möglichkeiten Künstliche Intelligenz bereits eröffnet, wo ihre Grenzen liegen und welche Voraussetzungen notwendig sind, um ihr Potenzial bestmöglich zu nutzen.
Mehr als 30 Expert:innen
Mehr als 30 Expert:innen gestalteten über 25 Keynotes und Podiumsdiskussionen. Im Fokus standen Themen wie Datenqualität, Datenschutz, Datenhoheit, digitale Infrastruktur und digitale Kompetenz. Ebenso wurden Herausforderungen rund um Fake News, Data Mining und Cyberkriminalität beleuchtet.
"Auch beim 5-Jahres-Jubiläum von Impact Lech bin ich meinem Konzept treu geblieben, hochkarätige Expert aus unterschiedlichsten Disziplinen miteinander ins Gespräch zu bringen, um so zur Entwicklung tragfähiger Lösungen beizutragen", sagte Genetiker Markus Hengstschläger, der das Diskussionsformat gestaltet und gemeinsam mit Lech Zürs Tourismus organisiert.
Auch Christoph Brunner, Geschäftsführer von Lech Zürs Tourismus, hob den interdisziplinären Charakter der Veranstaltung hervor: "Wir sind in Lech von Bergen umgeben, die manchmal auch Hindernisse darstellen, weil sie Grenzen ziehen. Bei Impact Lech sprengen wir Grenzen, indem Fachleute aus der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Industrie, dem Sport oder der Medizin gemeinsam über den Horizont hinausschauen und überlegen, wie man in Aktion treten kann."
Künstliche Intelligenz verändert zahlreiche Bereiche
Im Rahmen des Symposiums wurde deutlich, welche Auswirkungen Künstliche Intelligenz bereits heute auf unterschiedliche Lebens- und Wirtschaftsbereiche hat. Medizin-Nobelpreisträgerin Katalin Karikó verwies auf die rasante Entwicklung in diesem Bereich: "Es passieren so viele Dinge, dass ich ehrlich sagen muss, ich kann dem kaum noch folgen. Ich benutze meistens immer noch meinen eigenen Verstand und versuche, Zusammenhänge selbst herzustellen – aber Künstliche Intelligenz spielt in der Medizin natürlich definitiv bereits eine große Rolle", so Karikó.
KI-Pionier Sepp Hochreiter sieht Europa und Österreich unter Zugzwang: "Die KI-Technologie ist superrasant, hier können Österreich und Europa aktuell nicht mithalten, wir sind zu langsam, zu behäbig, zu wenig risikofreudig. Das braucht es aber, um die Marktführerschaft in verschiedenen Branchen zu halten."
Der Physiker und Komplexitätsforscher Stefan Thurner sprach über die Nutzung von Gesundheitsdaten: "Personalisierte Daten sind derzeit nur sehr eingeschränkt nutzbar bzw. über weite Strecken nicht in einer Form verwertbar, die für die Analyse und die Planung des Gesundheitssystems nötig wäre. Mehr Transparenz und bessere Datennutzung könnten helfen, Abläufe besser zu steuern und langfristig die Kosten des Systems zu senken."
Auch für die Energiebranche eröffnet KI neue Möglichkeiten, wie Verbund-Chef Michael Strugl betonte: "Künstliche Intelligenz kann uns sehr helfen, ein hocheffizientes Energiesystem zu entwickeln, weil sie mit Flexibilitäten, die wir brauchen, perfekt umgehen kann. KI macht uns also besser, schneller und effizienter", so Strugl.
Auswirkungen auf Wirtschaft, Technologie und Kreativbranche
Die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz betreffen auch die Softwareentwicklung. Sok-Kheng Taing, Co-Founder des Software-Start-ups Dynatrace, erklärte: "Entwickler:innen werden weiter gebraucht, aber Anforderungen verschieben sich hin zu besserer Problemdefinition, Architektur und Systemverständnis - und dazu, KI auch zu überwachen, um Kontrolle und Einordnung zu behalten."
Schauspieler Miguel Herz-Kestranek lenkte den Blick auf die Auswirkungen für kreative Berufe. Er lehne KI nicht ab, aber für Schauspieler:innen und Sprecher:innen bedeute sie, dass ihr Überleben nicht mehr gesichert und der Beruf vom Aussterben bedroht sei. Aus seiner Sicht sei nun die Politik gefordert, entsprechende Regelwerke, Vergütungsmodelle und Rechtssicherheit für die Branche zu schaffen.
Zu den Höhepunkten des Symposiums zählte außerdem der Auftritt von Skistar Marcel Hirscher. Er sprach über den Einsatz von Daten bei der Entwicklung von Sportgeräten und regte an, Technologien aus der Formel 1 auf den Skisport zu übertragen.
Hochkarätiges Programm und Ausblick
Neben den bereits genannten Referent:innen bereicherten zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie das Programm. Zu den Vortragenden zählten unter anderem Physik-Nobelpreisträger Ferenc Krausz, André Heeg von der Boston Consulting Group, Magdalena Hauser (CEO Parity Quantum Computing), Georg Kopetz (Gründer und CEO TTTech), Valerie Hackl (Geschäftsführerin GasConnect Austria), Cindy Candrian (Gründerin des Schweizer KI-Start-ups Delta Labs), Yat Siu (Gründer des Hongkonger Krypto- und Blockchain-Unternehmensverbunds Animoca Brands), Patricia Neumann (CEO Siemens Österreich), Skisprung-Legende Toni Innauer und Paul Achleitner (ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank).
Die sechste Ausgabe von Impact Lech soll von 17. bis 20. Juni 2027 erneut in Lech am Arlberg stattfinden.
www.impact-lech.at
Kommentar veröffentlichen