Formel 1 als Innovationsmotor
Audi Österreich nutzte F1-Wochenende in Spielberg als Heimspiel

| Tobias Seifried 
| 30.06.2026

Vor rund 320.000 Fans beim Österreich-Grand-Prix präsentierte die Marke ihr Formel-1-Engagement als Innovationsplattform, von der auch die Pkw und das Image profitieren sollen. Exklusive Einblicke, das Austro-Debüt des Werksteams und Nachwuchstalent Emma Felbermayr standen im Mittelpunkt.

Vor der Rekordkulisse von 320.000 Besucher:innen präsentierte sich Audi beim Grand Prix von Österreich erstmals als Werksteam in der Königsklasse des Motorsports vor heimischem Publikum. LEADERSNET konnte sich vor Ort ein Bild machen. Mit dem Einstieg in die Formel 1 hat Audi Anfang 2026 ein neues Kapitel seiner langen Motorsportgeschichte aufgeschlagen. Das Audi Revolut F1 Team feierte heuer seine Premiere – und der Grand Prix von Österreich am Red Bull Ring entwickelte sich für Audi Österreich zum ersten "Heimspiel". Rund um das Rennwochenende lud die Marke Kund:innen, Partner:innen und Medien nach Spielberg ein und gewährte Einblicke hinter die Kulissen des Formel-1-Teams.

Formel 1 als strategisches Leuchtturmprojekt

Laut Audi ist der Einstieg in die Königsklasse weit mehr als ein klassisches Motorsportengagement. Das Unternehmen bezeichnet die Formel 1 als strategisches Leuchtturmprojekt und als wesentlichen Bestandteil seiner technologischen und unternehmerischen Neuausrichtung. Sie soll nicht nur die internationale Sichtbarkeit der Marke erhöhen, sondern auch neue Kundengruppen ansprechen, Mitarbeitende begeistern und die Innovationskraft der vier Ringe unterstreichen.

Hinzu kommt der Technologietransfer: Das seit 2026 geltende Formel-1-Reglement mit einem deutlich höheren Anteil elektrischer Antriebsleistung und nachhaltigen Kraftstoffen entspreche zentralen Entwicklungsfeldern des Unternehmens. Erfahrungen aus der Entwicklung der Hybrid-Antriebseinheit sowie aus Bereichen wie Energieeffizienz, Software und Materialtechnologie sollen langfristig auch in die Serienentwicklung einfließen. Gleichzeitig bietet die globale Reichweite der Formel 1 Audi eine Plattform, um die Marke in wichtigen internationalen Märkten weiter zu stärken.

Exklusive Einblicke beim Heim-Grand-Prix

Für LEADERSNET wurde diese Strategie in Spielberg unmittelbar erlebbar. Neben dem Qualifying verfolgten wir das Geschehen aus dem Paddock Club direkt über der Start-Ziel-Geraden, blickten bei einer Garage Tour hinter die Kulissen des Audi Revolut F1 Teams und erhielten einen Eindruck davon, wie sich der Hersteller auf seine erste Formel-1-Saison vorbereitet. Nach dem Qualifying am Samstag, bei dem es beide Werksfahrer (Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg) ins Q2 schafften, gab es im Rahmen eines Pitlane-Walks unter anderem die Möglichkeit, der Boxencrew über die Schultern zu schauen.

Und wie sich in Spielberg zeigte, scheint Audi sein F1-Engagement zeitlich hervorragend geplant zu haben. Denn das Interesse am Motorsport ist derzeit größer denn je: Der Österreich-Grand-Prix lockte an den vier Veranstaltungstagen insgesamt 320.000 Besucher:innen an den Red Bull Ring und stellte damit einen neuen Zuschauerrekord auf.

"Die F1 Academy ist nicht das Endziel"

Aus österreichischer Sicht stand in Spielberg eine junge Fahrerin besonders im Fokus: Emma Felbermayr. Die Oberösterreicherin startet seit 2026 in der F1 Academy für das neu gegründete Audi Driver Development Programme und sieht die Rennserie klar als nächsten Karriereschritt – nicht als Endstation.

Die F1 Academy sei für sie "auf jeden Fall ein Sprungbrett", sagte Felbermayr im Rahmen eines Round Tables am Red Bull Ring. Besonders wertvoll sei die Sichtbarkeit, die durch das Umfeld der Formel 1 entstehe. "Wir werden von einem Formel-1-Team unterstützt – diese Aufmerksamkeit haben nicht viele Fahrer", so Felbermayr. Das helfe nicht nur sportlich, sondern auch bei der Sponsorensuche, die im Motorsport eine zentrale Rolle spiele.

Wie groß der Unterschied zur Nachwuchsebene ist, merkt Felbermayr vor allem an Formel-1-Wochenenden. In der Formel 4 sei die Medienpräsenz vergleichsweise gering, nun hätten Anfragen, Termine und öffentliche Aufmerksamkeit deutlich zugenommen. Daran habe sie sich erst gewöhnen müssen.

Parallel zur F1 Academy fährt Felbermayr auch in der italienischen Formel-4-Meisterschaft. Der klare Fokus liege jedoch auf der Academy. Seit der Matura habe sich ihr Alltag stark verändert: Der Rennsport sei inzwischen ihr Beruf, das Studium laufe nur noch nebenbei. "Der Fokus liegt wirklich nur noch auf dem Rennfahren", erklärte sie.

Ein besonderes Erlebnis hatte Felbermayr bereits vor dem Österreich-Grand-Prix. Am Freitag durfte sie erstmals im Formel-1-Auto Platz nehmen und bei Boxenstopp-Übungen mitwirken. Im Cockpit wirke alles noch größer als von außen, sagte sie. Vor allem Lenkrad, Pedale und Bremsgefühl seien mit ihrem eigenen Fahrzeug kaum vergleichbar. Zwar sei ein Boxenstopp mit Tempo 30 nicht mit einer Runde bei 300 km/h zu vergleichen, "aber es war ein sehr cooles Gefühl".

Und auch privat ist Felbermayr bereits mit der Marke ihres Förderprogramms unterwegs: Auf LEADERSNET-Nachfrage verriet sie, dass sie derzeit einen Audi Q3 fährt.

Solides Wochenende für das Audi-Team

Sportlich konnte das Audi Revolut F1 Team durchwegs positive Erkenntnisse aus Spielberg mitnehmen. Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg verpassten als Elfter beziehungsweise Zwölfter zwar knapp die Punkteränge, zeigten sich nach dem Rennen aber zufrieden mit der gezeigten Leistung und nahmen insbesondere das konkurrenzfähige Renntempo als positives Signal für die kommenden Rennen mit. In ein paar Jahren möchte man dann nicht nur um Siege mitfahren, sondern die Weltmeisterschaft gewinnen. Der Sieg beim Österreich-Grand-Prix ging an George Russell (Mercedes) vor Max Verstappen (Oracle Red Bull Racing) und Kimi Antonelli (Mercedes).

Fazit

Für Audi Österreich war das Rennwochenende vor allem eines: der gelungene Auftakt des ersten Heim-Grand-Prix als Formel-1-Werksteam. Mit dem Engagement in der Königsklasse will die Marke ihre technologische Kompetenz sichtbar machen, neue Zielgruppen erschließen und die Strahlkraft der vier Ringe weit über den Motorsport hinaus stärken. Ob sich das (teure) F1-Engagement tatsächlich bezahlt macht, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Die ersten Schritte sind jedenfalls gemacht, denn Audi konnte heuer bereits Punkte einfahren, was bisher nur wenigen Teams in der ersten Saison gelungen ist.

Fotos vom Audi Revolut F1 Team beim Spielberg-Grand-Prix sehen Sie in der Galerie.

www.audif1.com

www.audi.at

www.redbullring.com

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