Audi schlägt ein neues Kapitel im Supersportwagenbau auf. Mit dem Nuvolari präsentieren die Ingolstädter ihr bislang leistungsstärkstes und schnellstes Serienfahrzeug – und zugleich den ersten Supersportwagen der Marke mit High-Performance-Hybridantrieb. "Mit dem Nuvolari beschleunigen wir unseren technologischen Aufbruch", erklärte Audi-CEO Gernot Döllner bei der Präsentation. Das Fahrzeug zeige, "was möglich ist, wenn der Fokus auf Technologie, Leistung und Umsetzung in Teamarbeit liegt".
Der Nuvolari markiert dabei auch die Rückkehr der Marke in das Segment der straßenzugelassenen Supersportwagen. Branchenkenner:innen dürfte die technische Verwandtschaft zum neuen Lamborghini Temerario auffallen. Bereits der frühere R8 teilte sich wesentliche technische Grundlagen mit dem Lamborghini Huracán – dem direkten Vorgänger des Temerario. Die Zusammenarbeit wird nun fortgesetzt: Lamborghini gehört innerhalb des Volkswagen-Konzerns zur Audi-Gruppe und fungiert als Tochtergesellschaft der Ingolstädter.
© Audi AG
Antrieb und Performance
Angetrieben wird der Nuvolari von einem Hybrid-System mit einer Gesamtleistung von 1.001 PS. Ein 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 800 PS arbeitet dabei mit drei Elektromotoren zusammen. Das Resultat sind beeindruckende Fahrleistungen: Der Sprint von null auf 100 km/h gelingt in 2,6 Sekunden, Tempo 200 wird nach 6,8 Sekunden erreicht und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 350 km/h. Damit überflügelt der Ingolstädter sogar seinen italienischen Genspender, der es auf eine Systemleistung von "nur" 920 PS bringt. Audi-CTO Rouven Mohr sagt zur Technik des jüngsten Sprosses der Marke: "Der Nuvolari ist der erste Supersportwagen mit High-Performance-Hybridantrieb von Audi und setzt ein Zeichen für Leistung, Fahrdynamik und Effizienz."
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Lösungen aus dem Rennsport
Passend zum heurigen Formel-1-Einstieg setzt Audi laut eigenen Angaben technisch auf zahlreiche Lösungen mit Motorsport-DNA. Dazu zählen ein neu entwickelter Allradantrieb namens "quattro predictive ride", der Fahrzeugzustände vorausschauend analysiert und die Kraftverteilung in Echtzeit anpasst, ebenso wie ein aktives Aerodynamiksystem mit ausfahrbarem Heckflügel und Formel-1-inspiriertem Drag Reduction System (DRS).
Auch beim Leichtbau beschreitet Audi neue Wege. Erstmals kombiniert die Marke ihre Space-Frame-Architektur mit einer nahezu vollständig aus Carbon gefertigten Außenhaut. Das senkt das Gewicht und erhöht zugleich die Steifigkeit der Karosserie. Bei der Herstellung der Carbon-Bauteile kommt ein Verfahren zum Einsatz, das direkt aus dem Motorsport übernommen worden sein soll.
Für die Verzögerung sorgt ein neu entwickeltes Keramik-Bremssystem mit Brake-by-Wire-Technologie. Die Kombination aus Rekuperation und hydraulischer Bremsleistung soll auch unter extremer Belastung auf der Rennstrecke eine konstante Performance gewährleisten.
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Design
Optisch präsentiert sich der Nuvolari als erstes Serienmodell einer neuen Audi-Designsprache, auf die die Studie "Concept C" im Vorjahr einen konkreten Ausblick gab (LEADERSNET berichtete). Die Proportionen werden vom Mittelmotor-Konzept bestimmt und verleihen dem Supersportwagen eine flache, gestreckte Silhouette sowie eine kraftvolle Präsenz. Klare Flächen, präzise Linien und funktional integrierte Aerodynamikelemente prägen den Auftritt. Die neue Markenfarbe Titanium, die bereits beim Concept C und dem Formel-1-Boliden zum Einsatz kommt, soll gemeinsam mit zahlreichen sichtbaren Carbon-Komponenten den technischen Charakter des Fahrzeugs unterstreichen. Optisch gibt es fast keine Gemeinsamkeiten mit dem Temerario. Lediglich die weit oben integrierte Abgasanlage erinnert an den italienischen Bruder.
Im Cockpit setzt die Marke mit den vier Ringen auf einen konsequent fahrerorientierten Ansatz. Die reduzierte Architektur konzentriert sämtliche wesentlichen Informationen und Bedienelemente auf die Person hinter dem Lenkrad. Digitale Anzeigen und physische Schalter wurden Audi zufolge so angeordnet, dass sie auch bei hohen Geschwindigkeiten intuitiv bedienbar bleiben. Leichtbausitze mit Carbon-Struktur sorgen für ordentlichen Seitenhalt, während hochwertige Materialien wie eloxiertes Aluminium und sichtbare Carbon-Elemente den exklusiven Anspruch unterstreichen sollen. Farblich gliedert sich das Interieur in einen dunklen Fahrerbereich und einen bewusst kontrastierenden, helleren Fond. Historische Anleihen an die legendären Rennwagen der Auto Union sollen dem Innenraum zusätzlich eine emotionale Note verleihen.
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Woher kommt eigentlich der Name?
Namensgeber des neuen Supersportwagens ist der italienische Rennfahrer Tazio Nuvolari, eine schillernde Persönlichkeit der Motorsportgeschichte. Sein Name stehe laut Audi bis heute für Mut, Innovation und kompromisslosen Leistungswillen – Werte, die Audi mit seinem neuen Flaggschiff transportieren möchte.
Verfügbarkeit und Preis
Allzu lange müssen sich solvente Interessent:innen nicht mehr gedulden. Denn die Auslieferung des auf 499 Exemplare limitierten Modells soll bereits im ersten Halbjahr 2027 beginnen. Aufgrund der Limitierung und dem gebotenen Gesamtpaket wird man preislich mit wohl mindestens einer halben Million Euro kalkulieren müssen.
www.audi.at
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