Um 25 Prozent
WK Wien prescht bei Senkung der Kammerumlage 2 vor

| Tobias Seifried 
| 20.05.2026

Die Wirtschaftskammer Österreich befindet sich gerade inmitten eines großen Reformprozesses. Nun hat die Wiener Landesorganisation angekündigt, die Umlage schrittweise um 25 Prozent zu reduzieren.

Nachdem die neue Wirtschaftskammer-Präsidentin Martha Schultz zuletzt angekündigt hat, dass im derzeit stattfindenden Reformprozess auch eine Entlastung der Mitglieder geplant sei, prescht diesbezüglich jetzt die Wirtschaftskammer Wien vor. Sie will die Kammerumlage 2 ab 2027 schrittweise um 25 Prozent senken. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Wirtschaftsparlament am Mittwoch einstimmig. Der Antrag wurde gemeinsam von Wirtschaftsbund Wien, SWV, Freiheitlicher Wirtschaft und UNOS eingebracht.

Die Kammerumlage 2 wird auf Basis der Lohnsumme der Unternehmen berechnet. Der Hebesatz soll von derzeit 0,24 Prozent bis 2029 auf 0,18 Prozent sinken. Geplant sind folgende Schritte: 2027 beträgt der Hebesatz 0,22 Prozent, 2028 0,20 Prozent und ab 2029 0,18 Prozent. Laut WK Wien sei die Reduktion seit mehreren Jahren vorbereitet worden.

Effizienzsteigerungen ohne Serviceeinbußen

Präsident Walter Ruck verwies auf Effizienzsteigerungen durch die Zusammenlegung von zehn Standorten im Haus der Wiener Wirtschaft sowie eine Organisationsreform. Dadurch seien laufende Kosten gesenkt und Abläufe effizienter gestaltet worden. Die Pandemie habe die Umsetzung zeitlich verzögert.

Die Senkung der Umlage werde sich laut Ruck weder auf geplante Zukunftsinvestitionen noch auf Serviceleistungen auswirken. Genannt wurden unter anderem die geplante IT-HTL "Vienna Digital School", die Digitalisierung interner Prozesse sowie ein neuer Fonds zur Unterstützung von Musterprozessen für Wiener Unternehmen und Branchen.

"Umfassender Service, moderne Bildungsangebote für die Wirtschaft und eine schlagkräftige Interessenvertretung der Wiener Unternehmen sind und bleiben die Kernaufgaben der Wirtschaftskammer Wien", sagte Ruck. Ziel sei es zudem, Unternehmen künftig "24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr in allen in Wien gesprochenen Sprachen erreichbar" zu sein.

22 Millionen Euro

Nach Angaben der WK Wien soll die Maßnahme rund 22 Millionen Euro zum Sparziel der Wirtschaftskammer Österreich beitragen. Dieses sieht Einsparungen von insgesamt 100 Millionen Euro bis 2030 vor. Die Oppositionsfraktionen im Wirtschaftsparlament forderten zuletzt spürbare Entlastungen bei den Kammerbeiträgen. Von liberaler und grüner Seite wurde sogar die Abschaffung der Kammerumlage 2, die jährlich rund 300 Millionen Euro einbringt, gefordert.

Mit der Senkung setzt die WK Wien nun einen ersten Schritt. Vielleicht bringt sie damit einen Stein ins Rollen, der auf andere Bundesländer überschwappt.

www.wko.at/wien

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