Fotos von der OMV-Produktionseröffnung
Österreichs größte Gasproduktion wurde in Betrieb genommen

Der größte österreichische Gasfund seit vier Jahrzehnten soll die heimische Versorgungssicherheit stärken. Beim Start waren auch Bundeskanzler, Wirtschaftsminister und die niederösterreichische Landeshauptfrau dabei.

Drei Jahre nach der Entdeckung hat die OMV am Montag (18. Mai) den Produktionsstart des Gasvorkommens in Wittau bekannt gegeben. Die Eröffnung erfolgte im Beisein von Bundeskanzler Christian Stocker, Wirtschafts- & Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer, sowie der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Das Projekt gilt als einer der bedeutendsten Gasfunde der letzten Jahrzehnte in Österreich.

In der ersten Phase des Projekts sollen rund elf Terawattstunden (TWh) Gas – was etwa einer Milliarde Normkubikmeter entspricht – erschlossen werden. Damit könne die Wärmeversorgung von rund 100.000 Haushalten über einen Zeitraum von zehn Jahren abgedeckt werden. Mit dem Produktionsstart im zweiten Quartal 2026 könne das Vorhaben bereits im Winter 2026/27 zur Gasversorgungssicherheit in Österreich beitragen, erklärte Berislav Gaso, OMV-Vorstand für den Geschäftsbereich Energie. Das Erdgas aus Wittau ergänzt die bestehende Eigenproduktion des Unternehmens im Rahmen seiner Gas-Diversifizierungsstrategie. Auf Österreichs gesamten Gasverbrauch bezogen, fällt der Fund dennoch relativ klein aus. Er würde nicht einmal einen Jahresverbrauch abdecken. 

Stärkung der Gas-Diversifizierungsstrategie

Stocker hob die strategische Relevanz hervor: "Der heutige Produktionsstart in Wittau ist mehr als die Erschließung eines neuen Gasfeldes. Es ist der größte Gasfund in Österreich seit mehreren Jahrzehnten und ein Projekt von strategischer Bedeutung für die Versorgungssicherheit unseres Landes." Bei vollständigem Ausbau könne die OMV die Gasproduktion verdoppeln. Dies trage dazu bei, Österreich widerstandsfähiger, unabhängiger und krisenfester zu machen. Gerade geopolitische Verwerfungen führten vor Augen, wie wichtig eigene Potenziale und Investitionen in moderne Infrastruktur seien. Versorgungssicherheit entstehe dort, wo langfristig gedacht und konsequent investiert werde.

OMV-CEO Alfred Stern führte aus: "In Wittau bringt OMV den größten Gasfund der letzten 40 Jahre in Österreich erfolgreich in Produktion." Das Projekt stärke die Gas-Diversifizierungsstrategie, indem heimisches Erdgas das Portfolio gezielt ergänze. Zudem bezeichnete er Gas als zentralen Energieträger der Transformation, der heute die Energieversorgung sichere und gleichzeitig den Übergang in ein sauberes und erneuerbares Energiesystem ermögliche.

"Es gibt hier kein entweder-oder"

Mikl-Leitner betonte in ihrem Statement, dass Energiepolitik "realistisch, verantwortungsvoll und verlässlich" sein müsse. "Energiepolitik braucht nicht Ideologie und Wunschdenken, sondern Realitätssinn und Hausverstand", so die Landeshauptfrau: "Und dafür steht die heimische Gasproduktion in Wittau". Der Produktionsstart sei ein wichtiger Schritt für Niederösterreich und ganz Österreich, da mehr heimische Energie größere Unabhängigkeit bedeute. Gleichzeitig verwies sie auf hohe Investitionen in erneuerbare Energien im Bundesland: "Es gibt hier kein entweder-oder, sondern nur ein sowohl-als auch. Wir brauchen beides." Wittau stehe für Versorgungssicherheit, Wertschöpfung, Arbeitsplätze und technologische Kompetenz sowie für ein klares Signal für den Standort.

Hattmannsdorfer sprach von einem historischen Tag, da mit dem Projekt die Eigenversorgung mit Gas in Österreich verdoppelt werde. Angesichts geopolitischer Verwerfungen seien die Zeiten zwar schwierig, man habe aber den Anspruch, stärker aus der Krise herauszukommen. Mit der Industriestrategie wolle man wieder zu den Top 10 Industrienationen der Welt aufsteigen.

150 Millionen Euro investiert

Die bisherigen Investitionen für die erste Phase belaufen sich auf rund 150 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 70 Millionen Euro auf Bohrungen sowie 80 Millionen Euro auf die Infrastruktur und die Anlagen. Bei einem vollständigen Ausbau des Feldes wird mit einer Verdoppelung der Gasproduktion der OMV in Österreich gerechnet. Die gesamten förderbaren Ressourcen werden mit potenziell bis zu 48 TWh (rund 4,2 Milliarden Normkubikmeter) beziffert, was die heimische Gasförderung langfristig verlängern und sichern soll. Für diesen weiteren Ausbau in der Region sieht die OMV ein potenzielles Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro vor, dessen Realisierung von zukünftigen Entscheidungen und den Marktbedingungen abhängt.

www.omv.com

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