Österreich ist eine der profiliertesten Urlaubsdestinationen. Das Land verbindet wie kein anderes alpine Naturräume mit hochkarätigem kulturellem Erbe. Für die heimische Wirtschaft ist der Tourismus somit ein Aushängschild, ein zentraler Wohlstandsmotor und die Lebensader einiger Regionen. Und auch heuer blickt Österreichs Tourismuswirtschaft mit Zuversicht auf die kommende Sommersaison – und das trotz aktueller Krisen wie dem Iran-Krieg und dessen Folgen (LEADERSNET berichtete).
Krisenfest in angespannten Zeiten
Trotz der gegenwärtigen geopolitischen Spannungen zeigt sich also der Tourismusstandort Österreich krisenfest. Zu diesem Fazit kam das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET), die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Österreich Werbung, die die aktuellen Marktentwicklungen und Trends für die kommenden Monate in der Tourismusbranche im Rahmen eines Pressegesprächs präsentierten. Demnach zeige die aktuelle Sommerpotenzialstudie ein stabiles Nachfrageumfeld und solide Perspektiven für den hiesigen Tourismusstandort.
Mit einem Plus von 3,6 Prozent und insgesamt 66,4 Millionen Übernachtungen zieht die Wintersaison 2025/26 nach fünf Monaten eine starke Zwischenbilanz. Trotz der globalen Unsicherheiten durch den Iran-Konflikt, der vor allem den Fernreiseverkehr und internationale Flugrouten belastet, bleibt der Tourismusstandort Österreich stabil, heißt es. Das läge vor allem am soliden Mix aus krisenfesten, europäischen Märkten und einer kräftigen Nachfrage aus den USA und China.
Sommerpotenzialstudie mit 10.000 Personen
Die aktuelle Sommerpotenzialstudie der Österreich Werbung unterstreicht diese Reiselust. In zehn Kernmärkten wurden 10.000 Personen befragt – mit dem Ergebnis, dass die Reisebereitschaft im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen sei. Zwar bleibe das Sparbewusstsein der Befragten hoch, doch rund zwei Drittel blicken optimistisch auf ihre persönliche wirtschaftliche Lage und planen fest mit einem Urlaub in den kommenden sechs Monaten.
"Gerade in Zeiten globaler Unsicherheit zeigt sich die Stärke des österreichischen Tourismus besonders deutlich: Wir rechnen auch in den kommenden Monaten mit einer konstant hohen Nachfrage, auch wenn sich Buchungsverhalten und Reiseentscheidungen weiter dynamisch verändern. Österreich punktet mit Stabilität, hoher Qualität und hervorragender Erreichbarkeit – Eigenschaften, die unser Land auch künftig als sichere und verlässliche Destination attraktiv machen. Mit der "Vision T" setzen wir gezielt Impulse, um diese Stärken weiter auszubauen, Innovation zu fördern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Österreich langfristig zu sichern", so Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.
Veränderungen im Reiseverhalten
Die geopolitische Lage führe dennoch zu einer Verschiebung im Reiseverhalten. So konzentriere sich die Nachfrage zunehmend auf eine zentrale Hauptreise, bei gleichzeitig verkürzten Buchungsfristen. Da 50 bis 70 Prozent der potenziellen Gäste zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht final gebucht hätten – und davon 43 Prozent ihre Entscheidung erst im letzten Monat vor Reiseantritt träfen – ergebe sich für den österreichischen Tourismus ein erhebliches Last-Minute-Potenzial. Positiv hervorzuheben sei die robuste Zahlungsbereitschaft. So würden lediglich zwölf Prozent Budgetkürzungen für ihren Sommerurlaub planen.
"Die Nachfrageentwicklung ist laut Umfragewerten in Summe positiv und gibt uns Zuversicht. Dennoch bleibt die Situation für viele Betriebe herausfordernd. Steigende Kosten in vielen Bereichen und mittlerweile nur moderate Preisdurchsetzungsmöglichkeiten sowie ein volatiles Umfeld erfordern gerade heute ein besonders hohes Maß an Flexibilität bei den Unternehmen. Diese Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft unserer Tourismusbetriebe, die wie bisher die Angebote auf hohem Niveau sicherstellen, sind heute das Rückgrat für unsere Wettbewerbsfähigkeit", meint Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ.
Urlaub in Österreich liegt im Trend
Mit einem Potenzial von bis zu 24 Millionen Gästen, von denen rund 13 Millionen bereits konkret einen Aufenthalt hierzulande geplant hätten, beweise Österreich seine Stabilität im europäischen Wettbewerb. Allein aus den zehn befragten Märkten zeichne sich ein Zuwachs von etwa zwei Millionen Ankünften ab. Laut Astrid Steharnig-Staudinger von der Österreich Werbung dürfe sich das Land dabei jedoch nicht als "Bauchladen" präsentieren. "Ich will nicht, dass wir alles anbieten. Ich will, dass wir das Richtige richtig gut machen", sagt sie. Ihr Ziel sei es, die relevanten Erlebnisse mit höchster Exzellenz zu liefern. Als Antwort auf das bewusstere und kurzfristigere Buchungsverhalten der Gäste forderte sie mehr Fokus und eine starke Ganzjahresstrategie, die genau die richtigen Zielgruppen erreicht.
Die aktuelle Potenzialstudie belege zudem die hohe mediale Präsenz des Eurovision Song Contests (LEADERSNET berichtete u.a. hier). Je nach Markt hätten zwischen 31 und 77 Prozent der Befragten das Event wahrgenommen. Dies habe bei rund 36 Millionen Menschen zu einem gesteigerten Interesse am Reiseziel Österreich geführt. Während Kultur- und Musikangebote für ein Drittel der Teilnehmenden einen Zusatznutzen darstellen würden, wären sie für 16 Prozent der ausschlaggebende Grund für eine Reise. Astrid Steharnig-Staudinger wies abschließend darauf hin, dass Kultur und Musik wesentliche touristische Impulse setzen. Sie seien über ihre reine Imagewirkung hinaus konkrete Reiseanlässe und stellten im internationalen Wettbewerb einen wichtigen Faktor für Österreich dar.
Die gesamte Studie finden Sie hier.
www.b2b.austria.info
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