Nach den "Remax-Immospiegel: Eigentumswohnungsmarkt 2025" (LEADERSNET berichtete) hat Remax am Mittwoch seinen "Remax-Immospiegel: Einfamilienhausmarkt 2025" veröffentlicht. Datengrundlage ist die Kaufvertragssammlung von IMMOunited, die alle tatsächlich verbücherten Immobilienkäufe in Österreich umfasst.
Markt wächst weiter deutlich
Der Einfamilienhausmarkt in Österreich hat seinen Erholungskurs fortgesetzt und zeigte 2025 eine klar steigende Aktivität. Insgesamt wurden 11.551 Häuser verbüchert, was einem Anstieg um 1.739 Einheiten bzw. +17,7 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Damit liegt das Ergebnis um +7,0 Prozent über dem Zehnjahresschnitt von 10.799 Objekten und zählt zu den stärksten Jahren der vergangenen Dekade. Bereits 2024 war ein deutliches Plus von +19,4 Prozent verzeichnet worden, womit sich die Aufwärtsbewegung nun im zweiten Jahr in Folge bestätigt.
Anzahl der verkauften Einfamilienhäuser in Österreich © Remax
Zuwächse in allen Bundesländern
Die positive Entwicklung zeigte sich laut der Analyse in allen Bundesländern, wenn auch mit unterschiedlicher Dynamik. Die Bandbreite reichte von +1,9 Prozent in Vorarlberg bis +31,7 Prozent in Wien. Kärnten (+24,3 %), Salzburg (+24,2 %), Niederösterreich (+19,0 %), die Steiermark (+17,5 %) und Oberösterreich (+15,9 %) verzeichneten ebenfalls deutliche Steigerungen. Die volumenstärksten Märkte blieben Niederösterreich, die Steiermark und Oberösterreich, die gemeinsam einen Großteil des Gesamtmarkts sowie des Wachstums ausmachten.
Preise entwickelten sich moderat
Im Gegensatz zur starken Nachfrage blieb die Preisentwicklung vergleichsweise zurückhaltend. Österreichweit ergab sich ein Plus von +2,0 Prozent. Der durchschnittliche Einfamilienhauspreis lag bei 340.223 Euro, was einem Anstieg von +0,6 Prozent gegenüber 2023 entspricht, jedoch um -3,5 Prozent unter dem Niveau von 2022 liegt.
Veränderung der Einfamilienhauspreise nach Bezirken © Remax
Bundesländer im Detail
Die Preisentwicklung fiel regional sehr unterschiedlich aus. Das zeigen die Ergebnisse des Remax-Immospiegels. Niederösterreich blieb mit 3.766 Verkäufen (+19,0 %) der mit Abstand größte Markt und erreichte einen neuen Höchststand, während die Preise moderat auf 282.439 Euro stiegen. In der Steiermark wurden 2.187 Häuser verkauft (+17,5 %), bei gleichzeitig kräftigem Preisanstieg auf 284.195 Euro (+6,9 %). Oberösterreich kam auf 1.944 Verkäufe (+15,9 %) und lag preislich mit 349.069 Euro im Mittelfeld. Kärnten überschritt mit 1.054 Verkäufen (+24,3 %) wieder die Marke von 1.000 Transaktionen, bei einem durchschnittlichen Preis von 307.429 Euro (+2,5 %).
Das Burgenland erzielte mit 839 Verkäufen (+8,5 %) einen neuen Höchstwert und blieb mit 209.795 Euro das günstigste Bundesland. Tirol verzeichnete 541 Verkäufe (+15,4 %), während die Preise deutlich auf 677.906 Euro (-8,8 %) sanken. Salzburg steigerte die Transaktionen auf 492 Einheiten (+24,2 %), bei nahezu stabilem Preisniveau von 678.106 Euro (+0,1 %). Wien wies mit 411 Verkäufen (+31,7 %) das stärkste Wachstum auf und blieb mit 776.364 Euro (+4,0 %) das teuerste Bundesland. Vorarlberg kam schließlich auf 317 Verkäufe (+1,9 %), bei gleichzeitigem Preisrückgang auf 626.100 Euro (-8,5 %).
Diese Zahlen sollen die anhaltende Zweiteilung des Marktes zwischen hochpreisigen Regionen im Westen und in Wien sowie günstigeren Märkten im Osten und Süden verdeutlichen.
Rekord beim Transaktionsvolumen
Neben den steigenden Verkaufszahlen, erreichte auch das Gesamtvolumen einen neuen Höchststand. 2025 wurden Einfamilienhäuser im Wert von 4,57 Milliarden Euro gehandelt, was einem Anstieg von +17,8 Prozent gegenüber 2024 entspricht und den höchsten jemals gemessenen Wert darstellt.
Bestandsimmobilien gewinnen an Attraktivität
Ein wesentlicher Einflussfaktor blieb die Kostenentwicklung. Während Baukosten stiegen und Finanzierungen teurer wurden, entwickelten sich die Preise für Bestandsimmobilien moderater. Inflationsbereinigt sind Einfamilienhäuser damit rechnerisch günstiger geworden, was ihre Nachfrage zusätzlich unterstützt.
Ausblick bleibt vorsichtig
Die weitere Marktentwicklung hängt stark von externen Faktoren wie Energiepreisen, Finanzierungskosten und geopolitischen Rahmenbedingungen ab. "Die Entwicklung am Einfamilienhausmarkt ist insgesamt sehr erfreulich. Die Mengendynamik im Jahr 2025 hat unsere Erwartungen sogar übertroffen, und auch unsere RREFIX-Preisprognose aus dem Jahr 2024 für 2025 von +1,7 Prozent hat sich mit einem tatsächlichen Anstieg von +2,0 Prozent erneut als äußerst treffsicher erwiesen", sagte Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von Remax Austria.
"Spannend wird die weitere Entwicklung bzw. der Blick nach vorne. Aufgrund der Ausgangslage, dass die aktuellen Verbücherungszahlen bereits spürbar über dem Zehnjahresmittel liegen, sind große Mengensprünge nach oben eher unwahrscheinlich. Zusätzlich beobachten wir aufgrund der globalen Entwicklungen – insbesondere im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt – einen zunehmenden Druck auf die Energiepreise. Diese Entwicklung wirkt inflationstreibend, verteuert Finanzierungen und führt in weiterer Folge zu spürbar steigenden Baukosten. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass insbesondere Bestandsimmobilien tendenziell profitieren werden, während sich die Rahmenbedingungen für Neubauprojekte leider weiter verschärfen werden", erläutert Reikersdorfer und fügt abschließend hinzu: "es bleibt zu hoffen, dass der Konflikt zeitnah ein Ende nimmt."
www.remax.at
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