Der österreichische Eigentumswohnungsmarkt hat sich im Jahr 2025 deutlich erholt. Das geht aus dem "Remax-Immospiegel: Eigentumswohnungen 2025" hervor, der auf sämtlichen im Grundbuch erfassten Transaktionen basiert. Datengrundlage ist die Kaufvertragssammlung von IMMOunited, die alle tatsächlich verbücherten Wohnungskäufe in Österreich umfasst.
Wohnungsverkäufe 2025 nach Bezirken © Remax Austria
Mehr Verkäufe nach schwachen Jahren
Nach dem Rückgang der vergangenen Jahre zeigte sich 2025 eine klare Erholung. Insgesamt wurden 40.576 Eigentumswohnungen verkauft. Das entspricht einem Anstieg um 7.243 Einheiten beziehungsweise +21,7 Prozent gegenüber 2024. Trotz dieses kräftigen Wachstums liegt die Verkaufsmenge weiterhin unter dem Zehnjahresdurchschnitt und bleibt um 6.243 Transaktionen beziehungsweise -13,3 Prozent darunter. Das aktuelle Niveau entspricht in etwa jenem der Jahre 2014 und 2015. Insgesamt ergibt das für Wien 11.915 Kaufakte, 6.553 für die Steiermark, 5.077 für Oberösterreich und 4.563 für Niederösterreich. Tirol kommt auf 4.132, Salzburg auf 3.178 und Vorarlberg auf 2.281 Transaktionen. Bleiben noch 2.244 für Kärnten und 633 für das Burgenland.
"Der Wohnungsmarkt hat sich 2025 in den meisten Regionen erfreulich entwickelt. Das Angebot war gut, die Nachfrage stärker als in den Jahren davor und die Preise haben nur leicht angezogen", sagt Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von Remax Austria und ergänzt: "Der positive Trend setzte sich auch in den ersten Monaten des Jahres 2026 fort. Aktuell sehen wir zwei Herausforderungen auf uns zukommen: Der Nahostkonflikt und damit zusammenhängend die steigende Inflation und Entwicklung der Zinsen sowie die Auswirkungen der zu geringen Neubautätigkeit der vergangenen drei Jahre. Deswegen ist Ende 2026, Anfang 2027 mit einer Angebotsverknappung zu rechnen und diese kann in weiterer Folge zu spürbar steigenden Preisen führen."
Transaktionsvolumen fast zwölf Milliarden Euro
Parallel zur steigenden Anzahl an Verkäufen, erhöhte sich auch der Gesamtwert der Transaktionen deutlich. 2025 wurden Eigentumswohnungen im Wert von 11,91 Milliarden Euro gehandelt. Das entspricht einem Plus von 2,39 Milliarden Euro oder +25,1 Prozent gegenüber 2024. Damit liegt der Markt auch um +5,3 Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt von 11,31 Milliarden Euro.
Wien stellt mit 4,19 Milliarden Euro den größten Anteil und verzeichnet zugleich den höchsten absoluten Zuwachs (+966 Millionen Euro bzw. +30,0 Prozent). Auch in den anderen Bundesländern steigen die Umsätze, wobei Vorarlberg (+36,4 %), die Steiermark (+31,7 %) und Wien (+30,0 %) die höchste Dynamik zeigen.
Preise steigen moderat und bleiben unter Inflation
Im Gegensatz zur starken Marktdynamik entwickeln sich die Preise vergleichsweise moderat. Der durchschnittliche Kaufpreis für eine Eigentumswohnung liegt 2025 bei 266.583 Euro. Das entspricht einem Anstieg um 8.056 Euro beziehungsweise +3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da die Inflation im selben Zeitraum +3,6 Prozent beträgt, ergibt sich inflationsbereinigt erneut ein leichter Rückgang der realen Preise.
Im Bundesländervergleich zeigen sich deutliche Unterschiede. Vorarlberg, Tirol und Salzburg liegen preislich an der Spitze, gefolgt von Wien. In der Bundeshauptstadt beträgt der durchschnittliche Wohnungspreis 316.157 Euro und liegt damit deutlich über dem Österreichschnitt. Deutlich günstiger ist Wohneigentum in anderen Regionen: In der Steiermark kostet eine Wohnung durchschnittlich 184.438 Euro, im Burgenland lediglich 144.377 Euro und damit am wenigsten. Auch bei der Preisentwicklung gibt es Unterschiede: Niederösterreich verzeichnet mit +5,5 Prozent den stärksten Anstieg, gefolgt von Vorarlberg (+4,9 %) sowie Tirol und Wien (je +3,9 %). Rückgänge gibt es im Burgenland (-2,0 %) und in Kärnten (-1,4 %), während Salzburg mit +1,6 Prozent nur leicht zulegt.
Wohnungspreise nach Bezirken © Remax Austria
Neubau deutlich teurer als Bestandswohnungen
Die Unterschiede zwischen Neubau- und Bestandswohnungen bleiben deutlich. Neubauwohnungen kosten im Durchschnitt 351.924 Euro und sind damit um +4,2 Prozent teurer als im Vorjahr. Bestandswohnungen liegen bei durchschnittlich 237.005 Euro und steigen um +3,1 Prozent.
Auch auf Quadratmeterbasis zeigt sich ein klarer Abstand: Bestandswohnungen kosten im Schnitt 3.612 Euro pro Quadratmeter, Neubauten hingegen 5.375 Euro. Damit sind neue Wohnungen um rund 49 Prozent teurer.
Ausblick zeigt mögliche Angebotsknappheit
Für die kommenden Jahre sehen Marktbeobachter:innen jedoch neue Risiken. "Der positive Trend setzte sich auch in den ersten Monaten des Jahres 2026 fort. Aktuell sehen wir zwei Herausforderungen auf uns zukommen: Der Nahostkonflikt und damit zusammenhängend die steigende Inflation und Entwicklung der Zinsen sowie die Auswirkungen der zu geringen Neubautätigkeit der vergangenen drei Jahre. Deswegen ist Ende 2026, Anfang 2027 mit einer Angebotsverknappung zu rechnen und diese kann in weiterer Folge zu spürbar steigenden Preisen führen."
Kurzfristig soll der Markt aus Sicht von Remax noch attraktiv für Käufer:innen bleiben. "Noch ist ein guter Zeitpunkt für einen Kauf: Das niedrigere Zinsniveau spricht dafür und auch das Angebot ist noch gut. Doch mit dem erwartbaren Angebotsrückgang in den nächsten Monaten im Neubaubereich werden in weiterer Folge auch die Preise für Eigentumswohnungen spürbar anziehen. Auch die Befreiung von der Grundbuch- und Pfandrechtseintragungsgebühr für Käufe bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 Euro − für das dringende Wohnbedürfnis (Hauptwohnsitz) − endet mit 30. Juni 2026 schon bald. Wer Eigentum erwerben möchte, sollte also nicht länger zögern", rät Reikersdorfer abschließend.
www.remax.at
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