Seit 1981 am Markt
Heimischer Solar-Pionier schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 15.04.2026

Nach über 40 Jahren am Markt führten ein schwieriges Marktumfeld und gescheiterte Investorengespräche zur Zahlungsunfähigkeit.

Wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde, hat die Gasokol GmbH beim Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingebracht. Laut AKV und KSV1870 wurde das Verfahren am 15. April 2026 als Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das Unternehmen mit Sitz in Saxen (OÖ) ist ein seit 1981 etablierter Akteur im Bereich der Solarthermie und beschäftigt 17 Mitarbeiter:innen.

Den angeführten Passiva von rund 2,6 Millionen Euro stehen Aktiva in Form von Betriebsliegenschaften in Saxen sowie Produktionsanlagen und Lagerbestände gegenüber. Die Liegenschaften sind dem AKV zufolge jedoch pfandrechtlich belastet. Ein wesentlicher Wertfaktor des Unternehmens bleibe das über Jahrzehnte aufgebaute technische Know-how im Bereich solarthermischer Komponenten für den Wohnbau und industrielle Anwendungen.

Marktumfeld und gescheiterte Investorensuche

Gasokol führt die finanzielle Schieflage auf ein volatiles Marktumfeld und verzögerte Investitionsentscheidungen auf Kundenseite zurück. Nach jahrzehntelanger stabiler Geschäftsentwicklung habe sich die Ertragslage ab 2023 zusehends verschlechtert. Trotz bereits eingeleiteter Kostensenkungsmaßnahmen und Verhandlungen mit potenziellen Geldgeber:innen konnte keine Einigung erzielt werden. Obwohl diese laut Auskünften im Eröffnungsantrag zeitweise aussichtsreich erschienen, kam es letztlich zu keiner Einigung, was die Liquiditätssituation final zuspitzte.

Fortführungsprognose und Sanierungsplan

Die Geschäftsführung beabsichtigt die Fortführung des operativen Betriebs. Dabei ruht die Hoffnung auf einen umfangreichen Auftragsbestand sowie der "möglichen Vergabe eines größeren Projekts", welches als wirtschaftliche Basis für die Sanierung dienen soll. 

Den Gläubiger:innen wurde ein Sanierungsplan mit der gesetzlichen Mindestquote von 20 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von 24 Monaten nach Annahme. Die Angemessenheit dieses Vorschlags wird nun von der Insolvenzverwalterin, der Linzer Rechtsanwältin Elisabeth Huber, geprüft.

www.akv.at

www.ksv.at

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