Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie 2026
So tickt die Gen Z in Österreich wirklich

Zwischen Krisenbewusstsein, digitalem Dauerrauschen und dem Wunsch nach Sicherheit, Sinn und Selbstbestimmung entwickelt die Generation Z ihren ganz eigenen Blick auf Leben, Arbeit und Zukunft. Welche Themen junge Menschen dabei besonders beschäftigen, zeigt die aktuelle Ö3-Jugendstudie.

Faul, arrogant, ignorant, empfindlich, unmotiviert, schwach, naiv, verwöhnt, arbeitsunwillig… Die Liste an Vorurteilen über die Gen Z scheint schier endlos. Doch wie viel Wahrheit steckt tatsächlich hinter all den Zuschreibungen? Genau das wollte Hitradio Ö3 wissen und hat die Betroffenen im Rahmen der alljährlichen Ö3-Jugendstudie zu ihrem Leben, ihren Prioritäten sowie zu ihrem Denken und Handeln befragt. Rund 13.500 Personen zwischen 16 und 25 Jahren nahmen daran teil, insgesamt beteiligten sich rund 20.000 junge Menschen an der Untersuchung (siehe Infobox 2). Das Ergebnis zeichnet das Bild einer Generation, die in einer von Krisen, Unsicherheiten und Möglichkeiten geprägten Gegenwart ihren ganz eigenen Blick auf Leben und Zukunft entwickelt.

So blickt die Gen Z in die gesamtgesellschaftliche Zukunft

Insgesamt zeigt die Ö3-Jugendstudie 2026 eine Generation, die ihre Zukunft keineswegs passiv auf sich zukommen lässt, sondern ziemlich klar formuliert, was sie erwartet. In der Schule wünschen sich 96 Prozent mehr alltagsnahes Wissen, etwa in Finanzfragen, 88 Prozent fordern mehr Allgemeinbildung, 87 Prozent mehr Raum für Diskussionen und 85 Prozent stärker interaktives Lernen. Die Vermittlung von digitalen Kompetenzen ist für die Gen Z zwar wichtig, Digitalisierung soll aber nicht zum Selbstzweck werden.

Ähnlich konkret sind die Vorstellungen vom Berufsleben: Für 70 Prozent muss Arbeit in erster Linie den Lebensunterhalt sichern. 78 Prozent wollen überdies im Job ernst genommen werden, 74 Prozent legen Wert auf einen sicheren Arbeitsplatz, 72 Prozent auf ein gutes Team und ebenfalls 70 Prozent darauf, etwas Sinnvolles zu tun. Die oft stark betonte Work-Life-Balance folgt mit 62 Prozent erst dahinter.

Auch bei den großen, gesamtgesellschaftlichen Zukunftsfragen zeigt sich die Generation differenziert und bemerkenswert pragmatisch. In der Energieversorgung rechnen 96 Prozent mit einer größeren Rolle der Solarenergie, 92 Prozent mit mehr Bedeutung für Wasserkraft und 91 Prozent mit einem Ausbau der Windenergie. Gleichzeitig gehen 65 Prozent davon aus, dass auch fossile Brennstoffe weiterhin genutzt werden.

In Sicherheitsfragen spricht sich die Mehrheit eher für Zusammenarbeit als für militärische Verschärfung aus: 66 Prozent lehnen eine Verlängerung des Wehrdienstes ab und 56 Prozent sind gegen Aufrüstung. Dafür würden sich 89 Prozent künftig eine engere Kooperation der EU-Staaten wünschen. Eine gemeinsame europäische Armee findet hingegen keine Mehrheit, immerhin sprechen sich 62 Prozent klar dagegen aus.

Positive Perspektiven hinsichtlich persönlicher Zukunft

Mit Blick auf das eigene Leben zeigt sich die Gen Z trotz schwieriger Rahmenbedingungen überraschend stabil. 87 Prozent sind mit ihrem Leben zufrieden, vor allem dank guter sozialer Beziehungen und finanzieller Sicherheit.

Gleichzeitig ist der digitale Alltag für viele allgegenwärtig: Die Hälfte verbringt täglich fünf oder mehr Stunden vor einem Bildschirm, 73 Prozent haben sich bereits in endlosen Feeds verloren und 53 Prozent schlechte Nachrichten im Dauerscroll-Modus konsumiert. Besonders deutlich werden dabei problematische Erfahrungen im Netz: 56 Prozent der jungen Frauen berichten von ungefragt erhaltenen Dick Pics, 22 Prozent waren bereits mit Grooming konfrontiert.

Trotz dieser Belastungen bleibt das Interesse an Nachrichten und Politik hoch. 89 Prozent verfolgen das aktuelle Geschehen – 55 Prozent tun dies, um bei gesellschaftlichen Debatten mitreden zu können, und 34 Prozent, um informiert zu bleiben, auch wenn das belastend sein kann. Rund jede:r Zehnte meidet Nachrichten dagegen eher, weil der Belastungsfaktor überwiegt. Für Politik interessieren sich insgesamt 74 Prozent, gleichzeitig fühlen sich 48 Prozent von ihr wenig und 33 Prozent gar nicht vertreten.

Entsprechend groß ist in vielen Bereichen der Wunsch nach Veränderung: 78 Prozent sehen bei der Wirtschaftskrise dringenden Handlungsbedarf, 77 Prozent beim Abbau ökonomischer Ungleichheit, jeweils 73 Prozent in der Pflege und bei der Zuwanderung, 71 Prozent bei der Wegwerfgesellschaft und 69 Prozent beim Klimawandel. Auffällig ist dabei der Kontrast zwischen globalem und persönlichem Blick: Während 79 Prozent die weltweiten Entwicklungen pessimistisch einschätzen, blicken 86 Prozent optimistisch auf ihr eigenes Leben in zehn Jahren, und 66 Prozent sind überzeugt, dabei selbst über Handlungsspielräume zu verfügen.

ORF will Ergebnisse zur Optimierung seiner Inhalte nutzen

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse appelliert die Studie zu mehr Diskussionsbereitschaft in der Gesellschaft, einem Miteinander auf Augenhöhe sowie einem Ausschöpfen der Gestaltungsspielräume. Ohne all das ließen sich die großen Herausforderungen aus Sicht der Gen Z nicht bewältigen.

"Die Ö3-Jugendstudie 2026 zeigt eine Generation, die trotz Krisen zuversichtlich bleibt – und gleichzeitig sehr klar sagt, wo es Veränderung braucht", fasst Ingrid Thurnher, interimistische ORF-Generaldirektorin und Radiodirektorin, zusammen und betont: "Für den ORF ist das ein Auftrag, zuzuhören, Orientierung zu geben und Debattenräume auf Augenhöhe zu öffnen. Die starke Beteiligung macht deutlich: Die Gen Z will mitreden – und wir bieten dafür eine verlässliche Plattform."

"Die Ö3-Jugendstudie ist für uns als Radiosender von großer Bedeutung – heuer bereits zum sechsten Mal. Sie gibt uns konkrete Einblicke, was 16- bis 25-Jährige bewegt: von ihren Zukunftserwartungen über digitale Gewohnheiten bis zu dem, was sie sich von Schule und Arbeitswelt wünschen. Dieses Feedback nehmen wir ernst und lassen es in unsere Inhalte einfließen, damit Ö3 auch künftig eine offene und verlässliche Plattform und Begleiter für junge Menschen bleibt", so Ö3-Senderchef Michael Pauser.

Einige spannende Short Facts zur heurigen Studie finden Sie in unserer Infobox.

www.oe3.orf.at

Short Facts

  • Mit ihrem Leben zufrieden sind 87%
  • Dass sie sich in zehn Jahren ein Einfamilienhaus leisten können, glauben 41%
  • Verheiratet sehen sich in Zukunft 66%, 65% mit Kindern
  • Treue in Partnerschaften wichtig finden 73%
  • Eher auf Sex als auf ihr Smartphone verzichten würden 40%
  • Infinite Scrolling, also endlos Social Media schauen, betrifft 73%
  • Dass KI in der Schule zielgerichtet gelernt werden soll, finden 62%
  • Mehr Raum für Diskussionen wünschen sich 87% von der Schule der Zukunft
  • Dass Clubs und Discos an Bedeutung verlieren werden, glauben 77%
  • Dass Aktien und Fonds in den nächsten Jahren wichtiger werden, glauben 82%
  • Dass Österreich ohne Zuwanderung schlechter dran wäre, sagen 64%
  • Eine Wehrdienstverlängerung gut finden 34%
  • Die größten Sorgen: "genug Geld haben" (40%), "leistbare Wohnungen" (31%) und "soziale Unruhen" (27%)
  • Dringenden Handlungsbedarf bei der Pflege sehen 73%
  • Lebensmittel wenn möglich aus Österreich wollen 78%
  • Dass Solarenergie in Zukunft in Österreich eine große Rolle spielen wird, glauben 96 Prozent
  • Ein Windrad in ihrer Umgebung gut finden 78%
  • Andere Meinungen zu akzeptieren ist für 82% kein Problem
  • Für Politik interessieren sich 74%
  • Optimistisch für ihre Zukunft sind 86%

Über die Studie

Die Ö3-Jugendstudie ist ein Projekt von Hitradio Ö3, unterstützt von ORF Public Value und wissenschaftlich begleitet vom Sozialforschungsinstitut Foresight. Speziell die 16- bis 25-Jährigen wurden eingeladen, Fragen quer durch alle Lebensbereiche zu beantworten, zu diskutieren und so ein aktuelles Bild ihrer Generation zu zeichnen. Datengrundlage der Ö3-Jugendstudie ist eine Online-Befragung, an der zwischen dem 2. März und dem 29. März 2026 insgesamt 19.508 junge Menschen teilgenommen haben. Für die Auswertung wurden die Daten auf die 13.457 Teilnehmer:innen in der Zielgruppe eingeschränkt.

Die Ö3-Jugendstudie wird jedes Jahr im Frühjahr durchgeführt. Ein Pool an Basis-Fragen ermöglicht langfristige Vergleiche von Einstellungen und Werten. Zusätzlich werden Jahr für Jahr Fragen zu aktuellen Themen gestellt, die direkt und unmittelbar die Perspektive der jungen Generation in die gesellschaftliche Diskussion einbringen. Die Ö3-Jugendstudie wird in allen ORF-Medien zum Thema: Einen ganzen Monat lang werden die Fragen präsentiert, die Zwischenergebnisse beleuchtet und dann die Ergebnisse zur Diskussion gestellt. So soll aus der Ö3-Jugendstudie ein multimediales ORF-Projekt für die Generation Z mit Bedeutung fürs ganze Land werden.

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Short Facts

  • Mit ihrem Leben zufrieden sind 87%
  • Dass sie sich in zehn Jahren ein Einfamilienhaus leisten können, glauben 41%
  • Verheiratet sehen sich in Zukunft 66%, 65% mit Kindern
  • Treue in Partnerschaften wichtig finden 73%
  • Eher auf Sex als auf ihr Smartphone verzichten würden 40%
  • Infinite Scrolling, also endlos Social Media schauen, betrifft 73%
  • Dass KI in der Schule zielgerichtet gelernt werden soll, finden 62%
  • Mehr Raum für Diskussionen wünschen sich 87% von der Schule der Zukunft
  • Dass Clubs und Discos an Bedeutung verlieren werden, glauben 77%
  • Dass Aktien und Fonds in den nächsten Jahren wichtiger werden, glauben 82%
  • Dass Österreich ohne Zuwanderung schlechter dran wäre, sagen 64%
  • Eine Wehrdienstverlängerung gut finden 34%
  • Die größten Sorgen: "genug Geld haben" (40%), "leistbare Wohnungen" (31%) und "soziale Unruhen" (27%)
  • Dringenden Handlungsbedarf bei der Pflege sehen 73%
  • Lebensmittel wenn möglich aus Österreich wollen 78%
  • Dass Solarenergie in Zukunft in Österreich eine große Rolle spielen wird, glauben 96 Prozent
  • Ein Windrad in ihrer Umgebung gut finden 78%
  • Andere Meinungen zu akzeptieren ist für 82% kein Problem
  • Für Politik interessieren sich 74%
  • Optimistisch für ihre Zukunft sind 86%

Über die Studie

Die Ö3-Jugendstudie ist ein Projekt von Hitradio Ö3, unterstützt von ORF Public Value und wissenschaftlich begleitet vom Sozialforschungsinstitut Foresight. Speziell die 16- bis 25-Jährigen wurden eingeladen, Fragen quer durch alle Lebensbereiche zu beantworten, zu diskutieren und so ein aktuelles Bild ihrer Generation zu zeichnen. Datengrundlage der Ö3-Jugendstudie ist eine Online-Befragung, an der zwischen dem 2. März und dem 29. März 2026 insgesamt 19.508 junge Menschen teilgenommen haben. Für die Auswertung wurden die Daten auf die 13.457 Teilnehmer:innen in der Zielgruppe eingeschränkt.

Die Ö3-Jugendstudie wird jedes Jahr im Frühjahr durchgeführt. Ein Pool an Basis-Fragen ermöglicht langfristige Vergleiche von Einstellungen und Werten. Zusätzlich werden Jahr für Jahr Fragen zu aktuellen Themen gestellt, die direkt und unmittelbar die Perspektive der jungen Generation in die gesellschaftliche Diskussion einbringen. Die Ö3-Jugendstudie wird in allen ORF-Medien zum Thema: Einen ganzen Monat lang werden die Fragen präsentiert, die Zwischenergebnisse beleuchtet und dann die Ergebnisse zur Diskussion gestellt. So soll aus der Ö3-Jugendstudie ein multimediales ORF-Projekt für die Generation Z mit Bedeutung fürs ganze Land werden.

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