Automatenshops gewinnen an Relevanz
Die größten Gegner des stationären Handels

| Redaktion 
| 07.04.2026

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Personallose Verkaufsflächen treffen den Bedarf nach flexibler Nahversorgung. Gleichzeitig werden sie zunehmend als möglicher Hebel gegen Leerstände diskutiert, wenn auch nicht ohne Vorbehalte.

Sogenannte Automatenshops sind in Österreich weithin bekannt. Laut einer Studie von Marketagent haben 93 Prozent der Befragten bereits davon gehört, knapp ein Drittel hat selbst schon dort eingekauft. Besonders hoch ist die Nutzung in der Generation Z, wo rund 40 Prozent entsprechende Erfahrungen haben. Trotz dieser Bekanntheit bleibt die tatsächliche Nutzung jedoch vergleichsweise moderat. Auch die Zukunftsperspektive ist differenziert: 54 Prozent können sich vorstellen, Automatenshops zu nutzen, was gleichzeitig bedeutet, dass ein erheblicher Teil weiterhin skeptisch bleibt.

Flexibilität trifft auf strukturelle Schwächen

Der größte Vorteil liegt klar in der Verfügbarkeit. 64 Prozent schätzen die Rund-um-die-Uhr-Öffnung, 61 Prozent sehen Automatenshops als praktische Lösung für spontane Einkäufe. Dem stehen jedoch deutliche Kritikpunkte gegenüber. Fast die Hälfte der Befragten nennt höhere Preise als Nachteil, ebenso werden eingeschränkte Sortimente und das fehlende Personal kritisch gesehen. Letzteres betrifft nicht nur die Einkaufserfahrung, sondern wirft auch Fragen hinsichtlich Servicequalität und möglicher Auswirkungen auf Beschäftigung im Handel auf.

Auch das Sortiment zeigt die Grenzen des Konzepts: Gefragt sind vor allem Snacks, Getränke und verpackte Produkte. Für den umfassenden Wocheneinkauf spielen Automatenshops damit bislang keine Rolle.

Ergänzung mit Einschränkungen

Parallel dazu wächst die Sorge über Leerstände im stationären Handel. 77 Prozent der Befragten nehmen eine Zunahme wahr, 87 Prozent bewerten diese Entwicklung als problematisch. Automatenshops werden in diesem Kontext zwar häufig als mögliche Lösung genannt, allerdings eher als punktuelle Ergänzung denn als strukturelle Antwort. 64 Prozent sehen sie als sinnvolle Ergänzung zum klassischen Handel, 56 Prozent trauen ihnen zu, leerstehende Flächen zu beleben.

Knapp die Hälfte für Einschränkungen 

"Automatenshops treffen einen Nerv unserer Zeit und werden als praktische und zeitgemäße Ergänzung im Handel wahrgenommen", sagt Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl. Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Wunsch nach Regulierung: 48 Prozent sprechen sich für Einschränkungen in der Nacht oder in Wohngebieten aus.

www.marketagent.com

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV