Millionenpleite
Projektgesellschaft für Luxushotel-Umbau in Wien insolvent

| Tobias Seifried 
| 31.03.2026

Obwohl die Verbindlichkeiten fast 19 Millionen Euro betragen, liegt keine rechnerische Überschuldung vor. Hintergrund ist ein Streit mit der Auftraggeberin.

In der Wiener Immobilienbranche gibt es eine etwas ungewöhnliche Pleite. Konkret ist die hagenauer Austria GmbH & Co KG, zuständig als Generalunternehmen für den Umbau des ehemaligen Handelsgerichts in der Wiener Riemergasse in das Fünfsternehotel "Mandarin Oriental Wien", in Konkurs. Das haben die Gläubigerschutzverbände KSV1870 und AKV am Dienstag bekanntgegeben. Neben der KG ist auch die Komplementärgesellschaft, die hagenauer Austria GmbH, insolvent. Das Mandarin Oriental Vienna selbst ist von der Pleite nicht betroffen.

Den Kreditschützer:innen zufolge werden die Passiva der Projektgesellschaft mit rund 18,94 Millionen Euro angegeben, während die Aktiva mit mehr als 21,3 Millionen Euro überwiegen. Eine rechnerische Überschuldung liegt damit laut Eigenantrag nicht vor, was aber noch geprüft werden müsse. Im Unternehmen waren zuletzt sechs Dienstnehmer:innen beschäftigt, deren Gehälter bis einschließlich Februar 2026 ausbezahlt wurden. Betroffen sind rund 80 Gläubiger:innen.

Streit mit der Auftraggeberin

Als Hauptursache für die Insolvenz wird ein Streit mit der Auftraggeberin angeführt. Seit Jänner 2026 seien keine Zahlungen mehr für erbrachte Bauleistungen geleistet worden, wodurch die Projektgesellschaft in einen Liquiditätsengpass geraten sei. Hinzu kam der Stopp der Finanzierung durch die deutsche Muttergesellschaft, die Hagenauer GmbH, die ein Schutzschirmverfahren in Deutschland beantragt hatte. Laut Creditreform führten diese Faktoren gemeinsam zu massiven Leistungsstörungen und schließlich zur Zahlungsunfähigkeit der Projektgesellschaft.

Keine Fortführung

Eine Fortführung des Unternehmens ist nicht vorgesehen. Die Gläubiger:innen können ihre Forderungen bis zum 28. Mai anmelden. Eigentümer der insolventen Gesellschaften ist die Hagenauer GmbH mit Sitz im Allgäu. "Aufgrund der gesetzlichen Solidarhaftung der Komplementärgesellschaft ist auch bei der GmbH mit Verbindlichkeiten in einem ähnlich hohen Ausmaß zu rechnen", betont Alexander Greifeneder vom KSV1870.

Das Konkursverfahren soll nun geordnet abgewickelt werden. Zu den Aktiva der hagenauer Austria GmbH & Co KG zählt unter anderem eine Forderung in Höhe von 21,2 Millionen Euro gegen eine nicht näher genannte GmbH. Laut KSV1870 und AKV sollen die ersten Gläubigerversammlungen zeitnah einberufen werden, um die weiteren Schritte zu koordinieren.

www.ksv.at

www.akv.at

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