Fotos der Premiere
Lachgarantie bei "Die Piraten von Penzance" im Wiener Operettenfrühling

Das Regie-Duo Spymonkey verwandelte den Klassiker von Gilbert und Sullivan in ein turbulentes Slapstick-Spektakel. 

Die Geschichte um den pflichtbewussten Frederic, der ausgerechnet an einem Schalttag geboren wurde, kehrte am 27. März in einer besonderen Lesart nach Wien zurück. In der Neuinszenierung von "Die Piraten von Penzance" an der Volksoper wurde deutlich, dass der Humor von Gilbert und Sullivan auch nach über 140 Jahren nichts an seiner Schärfe verloren hat. Anstatt auf angestaubte Kostümkunde zu setzen, entfaltete sich auf der Bühne ein lebendiges Spiel mit Erwartungen und musikalischen Pointen, das den Premierenabend prägt.

Gratwanderung zwischen britischer Tradition und modernem Slapstick

Hinter der idyllischen Fassade des britischen Küstenorts Penzance verbirgt sich eine der skurrilsten Erzählungen der Operettengeschichte. Gilbert und Sullivan schufen mit den Piraten von Penzance ein Werk, das durch seinen subversiven Witz besticht. Alles beginnt mit einer Verwechslung der Begriffe "private" und "pirate", die den jungen Frederic unfreiwillig in die Kreise der Seeräuber führt. Sein Versuch, die Piraterie mit Erreichen der Volljährigkeit hinter sich zu lassen, scheitert jedoch an der bürokratischen Tücke seines Geburtsdatums: Als Schalttagskind bleibt er gefangen in seiner Lehrzeit. Die daraus resultierende Liebesgeschichte zwischen Piratenwelt und Militäradel steuert auf ein turbulentes Ende zu, bei dem erst die Autorität der Krone für Ordnung im Chaos sorgt.

Musikalisch besticht das Werk dabei durch die für Arthur Sullivan typische Mischung aus eingängigen Melodien und parodistischen Elementen. Während die romantischen Duette zwischen Frederic und Mabel fast opernhafte Züge tragen, werden die Auftritte der Piraten und die Märsche der Polizisten musikalisch humorvoll gebrochen. In der heurigen Inszenierung unterstreicht das Orchester diese Kontraste nochmals, indem es den rasanten Slapstick auf der Bühne mit einer beschwingten Begleitung untermalt.

Hinter dem Bühnenstück

Für die Neuinszenierung an der Wiener Volksoper versammelte sich ein Team, das die Grenzen zwischen klassischer Operette und modernem physischen Theater bewusst auflöst. Federführend für den rasanten Inszenierungsstil zeichnet das britische Regie-Duo Spymonkey, bestehend aus Aitor Basauri und Toby Park, die gemeinsam mit Jennifer Gisela Weiss auch die Dialogfassung erarbeiteten. Unterstützt wurden sie in ihrer visuellen Umsetzung von Julian Crouch, der sich für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich zeichnet, sowie von der Choreografin Gail Skrela. Die musikalische Leitung lag wiederum in den Händen der Dirigentin Chloe Rooke.

Auf der Bühne wurde die Geschichte durch ein spielfreudiges Ensemble zum Leben erweckt. Timothy Fallon verkörperte den pflichtbewussten Piratenlehrling Frederic, während Nicole Chévalier als Mabel die weibliche Hauptrolle übernahm. In der Rolle des exzentrischen Generalmajors Stanley war Jakob Semotan zu erleben, und Wallis Giunta verlieh dem Piratenkönig eine markante Präsenz. Komplettiert wurde die Besetzung durch Johanna Arrouas als Kindsmagd Ruth und Alexander Fritze in der Rolle des Polizeisergeanten. 

Einen Eindruck von der Premiere können Sie sich mittels Galerie verschaffen. 

www.volksoper.at

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