30 Millionen Euro Passiva
Großpleite eines Möbelherstellers betrifft 172 Dienstnehmer

| Tobias Seifried 
| 25.03.2026

Zwei Gesellschaften des Traditionsbetriebs sind insolvent. Insgesamt belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 30 Millionen Euro.

Über die Vermögen zweier Gesellschaften eines bekannten Möbelherstellers sind am Landesgericht für ZRS Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Konkret handelt es sich dabei um die ADA Möbelwerke Holding AG sowie die ADA Möbelfabrik GmbH.

172 Beschäftigte und 165 Gläubiger:innen

Beide Firmen sind zentrale Teile der traditionsreichen ADA-Gruppe mit Sitz im steirischen Anger, die seit Jahrzehnten im Möbelbereich tätig ist. Während die Holding vor allem konzerninterne Dienstleistungen wie IT, Einkauf oder Marketing bündelt, ist die Möbelfabrik für die Produktion von Polstermöbeln und Schlafsystemen verantwortlich. Der Vertrieb erfolgt europaweit über den Möbelhandel.

Insgesamt sind 172 Beschäftigte von der Insolvenz betroffen – 96 in der Holding und 76 in der Produktionsgesellschaft. Zudem wurden rund 165 Gläubiger:innen gezählt. Laut KSV1870 und AKV belaufen sich die Verbindlichkeiten bei der Holding auf rund 18,8 Millionen Euro, bei der Möbelfabrik auf rund 11,2 Millionen Euro – insgesamt sind das rund 30 Millionen Euro. Dem stehen deutlich geringere Vermögenswerte gegenüber. So weist die Holding freie Aktiva von rund 2,1 Millionen Euro aus, die Möbelfabrik etwa 2,8 Millionen Euro.

Gründe für die Pleite

Die finanzielle Schieflage ist laut ADA-Gruppe auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Demnach belasteten vor allem der rückläufige Wohnbau, eine nach der Pandemie gesättigte Nachfrage sowie deutlich gestiegene Kosten für Material, Energie und Personal die Branche. Zuletzt habe ein massiver Nachfrageeinbruch die Situation zusätzlich verschärft. Den Angaben zufolge lagen die Bestellungen im ersten Quartal 2026 um 20 bis 25 Prozent unter dem Vorjahr. Preiserhöhungen hätten am Markt nicht durchgesetzt werden können.

Fortführung geplant

Trotz der schwierigen Lage streben beide Gesellschaften eine Fortführung an. Geplant ist ein Sanierungsplan, der den Gläubiger:innen eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren vorsieht. Die Finanzierung soll aus dem laufenden Betrieb, Restrukturierungsmaßnahmen sowie der Verwertung einzelner Vermögenswerte erfolgen.

Entscheidend für den weiteren Verlauf wird sein, ob es gelingt, die Nachfrage zu stabilisieren und die Produktion ausreichend auszulasten. "Der Insolvenzverwalter wird nunmehr zu prüfen haben, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger:innen liegt und die vorgelegten Sanierungspläne eingehalten werden können", so Julia Liszt vom KSV1870.

www.ksv.at

www.akv.at

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