Das Essiggurkerl hat sich im Laufe der Zeit vom einfachen Jausenbegleiter zum schillernden Star der modernen Food-Szene entwickelt und erlebt derzeit eine Renaissance, die weit über das klassische Glas im Kühlschrank hinausgeht. Ob nun knusprig paniert, als Zutat im spritzigen Aperitif oder doch als "Pickle in a blanket", also Gurke in Käsekruste – die saure Delikatesse ist in den sozialen Netzwerken zum echten Lifestyle-Objekt avanciert und inspiriert zu immer abenteuerlicheren Rezeptkreationen.
Doch bei all den kreativen Hypes bleibt die entscheidende Frage, welches Glas aus dem Supermarkt geschmacklich wirklich hält, was es verspricht. Um Licht in das dichte Angebot der heimischen Märkte zu bringen, hat die Expertenjury von Gault&Millau den großen Test gemacht und zahlreiche Essiggurkerl einer strengen Blindverkostung unterzogen.
Was ein Essiggurkerl ausmacht
Der Essiggurkerl-Test reiht sich damit in die Riege der Gault&Millau-Verkostungen 2026, zu denen bisher alkoholfreie Biere (LEADERSNET berichtete) und Krapfen (LEADERSNET berichtete) zählen. Ebenso wie bei den anderen Durchgängen wurden auch hier alle Produkte anonym eingekauft und anschließend im Plenum blind verkostet. Der Fokus lag dabei auf kleinen Exemplaren mit einer Länge von etwa drei bis sechs Zentimeter – also klassische Cornichons – ebenso wie auf Essiggurkerln, die dieser Größe entsprechen.
Um herauszufinden, welches Essiggurkerl das Beste ist, hat die Jury alle Produkte blind verkostet © Gault&Millau/ Stefan Donat
Der eigentlichen Verkostung ging dieses Mal ein sogenanntes "Pegelgurkerl" voraus. Dieses wurde gemeinsam probiert und besprochen, um ein kollektives Verständnis für die Bewertungskriterien zu entwickeln. Im Anschluss wurden schließlich 13 verschiedene Essiggurkerl blind, jeweils nach Geruch, Mundgefühl bzw. Knackigkeit und Geschmack, beurteilt. Ebenfalls in die Bewertung eingeflossen ist auch die Farbe, da ein tiefgrünes Gurkerl in der Regel auf besondere Frische schließen lasse.
Einig war man sich darüber, dass ein ideales Essiggurkerl sich durch eine ausgewogene Balance von Säure und Süße sowie einen knackigen Biss auszeichnet. Keinesfalls darf sie labbrig sein. Und auch die Gewürze spielen eine wichtige Rolle, denn sie sollen das Aroma unterstreichen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Wer am Test beteiligt gewesen ist
Die Jury setzte sich dieses Mal aus fachkundigen Essiggurkerl-Expert:innen zusammen. Darunter Kochbuch-Autorin Alexandra Palla, Patricia Pölzl vom Würstelstand "eh scho wuascht", die Sensorikerinnen Romana Fertl und Caroline Schlinter-Maltan sowie Bernhard Degen und Derya Metzler von Gault&Millau.
Ein klarer Sieger
Die Siegermarke im großen Essiggurkerl-Test dabei gleich zweimal vertreten:
1. Efko Delikatess Gurken süß-sauer – 330 ml; 2,79 € (div. Quellen)
2. Spar Natur*pur Bio-Cornichons – 330 ml; 3,19 € (div. Quellen)
3. Staud's Kleine Gürkchen – 200 ml; 4,29 € (div. Quellen)
4. Spar Kleine feine Gurken – 670 ml; 2,19 € (div. Quellen)
5. Efko Essiggurken* – 330 ml; 2,69 € (div. Quellen)
5. Hengstenberg Cornichons klassisch-fein* – 330 ml; 2,99 € (div. Quellen)
7. Freshona Cornichons – 330 ml; 1,19 € (Lidl)
8. Clever Cornichons Klassik – 330 ml; 1,19 € (Billa)
9. Pepi's Piccolo Gurkerl – 350 ml; 3,49 € (Denns)
10. Greenland Cornichons mit Kräutern – 350 ml; 0,99 € (Penny)
* ex aequo Platzierungen
Preisangaben jeweils pro Glas.
Gurkerl-Line-Up: 13 verschiedene Gläser Essiggurkerl wurden verkostet. © Gault&Millau / Stefan Donat
www.gaultmillau.at
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