Nach der Jubiläumsveranstaltung im letzten Jahr (LEADERSNET berichtete) fand am Mittwoch das 31. qualityaustria Forum im Salzburg Congress statt. Dabei stand vor allem die Rolle von Unternehmenskultur und Teamarbeit im Fokus der Veranstaltung. Rund 800 Vertreter:innen aus der österreichischen Wirtschaft beschäftigten sich mit der Frage, wie Organisationen auch in einem dynamischen Umfeld nachhaltig wachsen können. Ein zentrales Ergebnis der diesjährigen Ausgabe war, dass nicht allein Prozesse oder Technologien über Erfolg entscheiden, sondern vor allem die Art der Zusammenarbeit innerhalb von Teams.
Klare Strukturen und gemeinsame Ziele
Bereits in der Eröffnung wurde die Bedeutung klarer Strukturen und gemeinsamer Ziele hervorgehoben. "Ein:e gute:r Einzelne:r gewinnt Spiele. Ein gutes Team gewinnt Meisterschaften. Sowohl die Unternehmens- als auch die Teamkultur sind heute spielentscheidend. Gemeinsame Ziele und klare Rollen, eine offene Kommunikation und eine gelebte Feedbackkultur fördern den unternehmerischen Erfolg, erhöhen das Produktivitätswachstum und können zu einem höheren Return on Investment führen. Managementsysteme bilden die Basis für erfolgreiche Unternehmenskulturen", sagten die beiden Co-Geschäftsführer der Quality Austria Holding, Werner Paar und Christoph Mondl.
Psychologische Sicherheit als Leistungsfaktor
Im weiteren Verlauf wurde deutlich, dass insbesondere die Qualität der Zusammenarbeit innerhalb von Teams entscheidend sei. In komplexen und dynamischen Rahmenbedingungen rückt die Fähigkeit in den Vordergrund, offen miteinander zu arbeiten und Probleme frühzeitig anzusprechen.
Daniela Landherr, Founder & CEO von The Human Space, betonte in ihrer Keynote die Rolle der Teamdynamik: "Qualität entsteht nicht nur in Prozessen und Normen, sondern im Verhalten von Teams. Dort, wo Menschen sich trauen, Probleme und Fehler früh anzusprechen und voneinander zu lernen, entsteht echte Qualität". Eine solche Umgebung fördere nicht nur Lernprozesse, sondern wirke sich auch langfristig positiv auf die Leistungsfähigkeit von Organisationen aus. Offenheit, Feedback und konstruktiver Widerspruch werde damit zu zentralen Elementen moderner Unternehmenskultur, so die Expertin.
Klare Strategie und Prioritäten als Erfolgsbasis
Neben der Teamkultur wurde auch die Bedeutung klarer strategischer Ausrichtung hervorgehoben. Bernhard Neuhold, Geschäftsführer der ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH, verwies auf die Rolle von Führung und Struktur in komplexen Organisationen: "In komplexen Strukturen entscheiden die handelnden Personen auf allen Ebenen über den Erfolg einer Organisation. Eine klare Strategie in Verbindung mit einer Priorisierung von Themen ist unabdingbar, um im nationalen und internationalen Vergleich reüssieren zu können."
Damit wird deutlich, dass erfolgreiche Organisationen sowohl eine funktionierende Teamkultur als auch eine klare inhaltliche Ausrichtung benötigen.
Managementsysteme als Rahmen für Qualität
Auch die Entwicklung von Qualitätsmanagement wurde thematisiert. Während früher vor allem Kontrolle im Vordergrund stand, wird Qualität heute als umfassende Managementaufgabe verstanden. Ziel ist es, unterschiedliche Anforderungen in einem integrierten System zu bündeln.
"Wachstum braucht Struktur. Historisch bildet die ISO 9001 das Rückgrat aller Managementsysteme. In den 2000ern wurde das ISO-Universum erweitert, und wir haben uns von der Qualitätskontrolle zum Qualitätsmanagement weiterentwickelt. Daraus kann eine Qualitätskultur entstehen, die für das Wachstum unerlässlich ist. ‚Structure follows strategy‘ gilt in weiterer Folge auch hier", erklärte Thomas Waldner, Product Management Quality bei Quality Austria.
Veränderung als kontinuierlicher Prozess
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Fähigkeit von Unternehmen, sich laufend anzupassen. Patricia Neumann, CEO der Siemens AG Österreich, unterstrich die Bedeutung von Flexibilität, Eigenverantwortung und technologischer Integration.
"Wenn wir über Transformationen sprechen, dann sprechen wir über Menschen, Prozesse und Ideen. Wachstum ist nichts Kurzfristiges oder eine vorübergehende Phase, sondern ein langfristiger und beständiger Prozess. Eine Growth Culture bedeutet, Veränderungen bewusst zu führen und dabei Innovation gezielt voranzutreiben", so Neumann.
Wachstum bedeutet Weiterentwicklung
Abschließend wurde deutlich, dass Wachstum nicht ausschließlich mit Expansion gleichzusetzen ist. Vielmehr gehe es um kontinuierliche Verbesserung und nachhaltige Entwicklung.
Der gemeinsame Nenner der Diskussion: Erfolgreiches Wachstum entsteht dort, wo Menschen Vertrauen entwickeln, lernen können und sich innerhalb klarer Strukturen entfalten. Erst das Zusammenspiel von Unternehmenskultur, Managementsystemen und technologischen Möglichkeiten schaffe die Basis für langfristigen Erfolg.
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