Wiener Bestlage für Familie Muzicant
Raiffeisen Ware Austria trennt sich von Immobilien-Juwelen für 93 Millionen Euro

| Julia Weninger 
| 12.03.2026

Dass ein Gebäude unweit des Stephansdoms den Besitzer wechselt, ist an sich schon eine Rarität. Dass gleich zwei solche Objekte in einem Zug verkauft werden macht die Transaktion zu einem der bemerkenswertesten Deals des noch jungen Jahres. 

Der Wiener Immobilieninvestmentmarkt startet mit einer bemerkenswerten Transaktion ins neue Jahr. Die Raiffeisen Ware Austria AG (RWA), Dachorganisation der genossenschaftlichen Raiffeisen-Lagerhäuser, hat sich von mehreren Liegenschaften im ersten Wiener Bezirk getrennt. Die Objekte waren seit Jahrzehnten im Eigentum der RWA. Der Gesamterlös: 93 Millionen Euro.

Mosaik, Monarchie und Plachutta

Das prominenteste der veräußerten Objekte ist die Kärntner Straße 16, ein Haus mit Geschichte, das sich bis zum Neuen Markt erstreckt.In der Monarchie residierte dort das legendäre Hotel Meissl & Schadn, das zur ersten Adresse Wiens zählte. Die zur Kärntner Straße hin markant mit einem Mosaik verzierte Fassade ist bis heute ein unverwechselbares Stück Stadtbild. Prominenter Mieter ist derzeit ein Restaurant der Gastrodynastie Plachutta.

Für dieses Objekt zahlte die Holding der Familie Muzicant 57,5 Millionen Euro, wie Recherchen des Magazins Gewinn zeigen, die den Deal erstmals publik machten.

VIG sichert sich Anteil an Seilergasse-Komplex

Beim zweiten Teil der Transaktion handelt es sich um etwas mehr als die Hälfte eines aus mehreren historischen Häusern bestehenden Komplexes zwischen Seilergasse und Spiegelgasse. Auch dort ist Raiffeisen mit einer Filiale der Raiffeisen Stadtbank Wien präsent. Die Anteile gingen für 35,5 Millionen Euro an die Vienna Insurance Group (VIG).

Hintergrund: BayWa  als Auslöser?

Die Deals fallen in eine Zeit des strukturellen Umbaus bei der RWA. Die Lagerhaus-Genossenschaften erwarben im Vorjahr den Hälfteanteil an der RWA vom angeschlagenen deutschen Agrar- und Baustoffkonzern BayWa für 176 Millionen Euro. Ob und inwieweit die Immobilienverkäufe im Zusammenhang mit dieser Transaktion stehen, ist nicht bestätigt. Klar ist allerdings: Solche Adressen im Ersten wechseln nur äußerst selten und zu entsprechend hohen Preisen den Besitzer.

www.rwa.at

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