Zusatzleistungen für Mitarbeitende spielen für viele Unternehmen eine wichtige Rolle im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Laut der aktuellen "Health & Benefits Studie" (siehe Infobox) von Greco betrachten 71 Prozent der befragten Unternehmen Benefits als zentral für die Bindung von Mitarbeitenden. Auch im Recruiting messen 68 Prozent der Unternehmen solchen Angeboten eine hohe Bedeutung bei.
Diskrepanz zwischen Angebot und Nutzung
Trotz dieser hohen Relevanz zeigt sich jedoch bei genauer Betrachtung eine deutliche Diskrepanz zwischen angebotenen Leistungen und deren tatsächlicher Nutzung. Einige Benefits werden von Unternehmen zwar bereitgestellt, aber von den Mitarbeitenden nur selten in Anspruch genommen.
"Viele Unternehmen investieren mit den besten Absichten, aber am realen Bedarf der Mitarbeitenden vorbei. Dieser Realitäts-Check zeigt, dass ein teures Benefit-Portfolio nutzlos ist, wenn das Personal es nicht in Anspruch nimmt", sagte Joachim Schuller, Competence Center Manager Health and Benefits bei Greco und ergänzte: "Statt mit der Gießkanne Benefits auszuschütten, braucht es eine datengestützte Strategie, die zielgerichtet wirkt und die Mitarbeiter:innenbindung nachweislich stärkt."
Klassische Angebote bleiben gefragt
Die Studie zeigt zudem, dass bestimmte Zusatzleistungen weiterhin stark genutzt werden. Besonders verbreitet sind Angebote wie Kantinenverpflegung beziehungsweise Essenszuschüsse sowie flexible Arbeitszeitmodelle.
Flexible Arbeitszeiten werden von 91 Prozent der Unternehmen angeboten. In rund der Hälfte der Unternehmen liegt die Nutzungsrate dieser Möglichkeit bei über 50 Prozent der Belegschaft. Auch Kantinen oder Essenszuschüsse zählen zu den häufig genutzten Leistungen.
Andere Angebote stoßen hingegen auf deutlich geringeres Interesse. So wird etwa das JobBike bei fast der Hälfte der Unternehmen von weniger als zehn Prozent der Mitarbeitenden genutzt. Ähnlich verhält es sich beim Fitnesscenterzuschuss, dessen Nutzung bei rund einem Drittel der Unternehmen ebenfalls unter der Zehn-Prozent-Marke liegt.
Eine geringe Nutzung bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass ein Benefit überflüssig ist. Laut Studie spielt auch die Kommunikation eine wichtige Rolle. Damit Zusatzleistungen wahrgenommen und genutzt werden, müssen sie regelmäßig und aktiv kommuniziert werden – etwa in Meetings, über digitale Kanäle wie Intranet oder Apps sowie durch HR-Verantwortliche.
Fehlende Datengrundlage erschwert strategische Planung
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie betrifft den Umgang mit den Kosten von Benefits. Rund 29 Prozent der Unternehmen haben keinen Überblick darüber, wie viel sie tatsächlich für Zusatzleistungen ausgeben. Ohne klare Datengrundlage wird eine strategische Steuerung der Angebote erschwert.
Gleichzeitig planen viele Unternehmen weitere Maßnahmen. Laut Studie wollen 42 Prozent der Unternehmen innerhalb der kommenden zwölf Monate neue Benefits einführen. Am häufigsten genannt werden dabei JobBike-Angebote, Fitnesscenterzuschüsse und Zusatzkrankenversicherungen.
"Wünscht sich der Arbeitgeber eine höhere Benefit-Teilnahme, kann eine Kostenbeteiligung entscheidend sein. Ein solcher Impuls kann die Einstiegshürde senken und die Attraktivität deutlich steigern. Denn ein Benefit entfaltet seine Wirkung erst dann, wenn er auch von den Mitarbeitenden genutzt wird", erklärt Schuller.
Vorsorgeleistungen bieten noch ungenutztes Potenzial
Im Vergleich zu klassischen Benefits sind betriebliche Vorsorgelösungen am österreichischen Arbeitsmarkt deutlich weniger verbreitet. Dazu zählen etwa Pensionszusagen, Gruppen-Krankenversicherungen oder Absicherungen bei Berufsunfähigkeit.
Aktuell bietet weniger als ein Viertel der Unternehmen solche Vorsorgeleistungen an, einzelne Angebote liegen sogar unter einer Verbreitung von zehn Prozent. Laut Studie könnte gerade in diesem Bereich ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen liegen.
"Damit vergeben Arbeitgeber eine große Chance, sich im Wettbewerb um Talente strategisch zu positionieren. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit suchen Mitarbeitende nach langfristiger Sicherheit. Eine vom Arbeitgeber geförderte Vorsorge ist ein starkes Signal der Wertschätzung und ein klares Bekenntnis zum Wohl der Belegschaft über den Arbeitsalltag hinaus", sagt Schuller.
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