Kaum eine Erkrankung hält die Menschen weltweit so am Boden wie Krebs. So kennt vermutlich jede:r eine betroffene Person – ganz gleich, ob man selbst betroffen ist, es Freund:innen, Arbeitskolleg:innen oder Verwandte sind: Krebs kennt kein Alter und macht vor niemandem Halt. So zeigen aktuelle Zahlen, dass allein in Österreich die bösartigen Tumore im Dickdarm jährlich rund 2.000 Todesopfer fordern. Dabei eröffnet kaum eine andere Krebsart ein so großes Zeitfenster für den Schutz, wie Mediziner:innen betonen. Denn rund 90 Prozent der Erkrankungen entwickeln sich über die Jahre hinweg aus gutartigen Vorstufen.
Rolle von Prävention
Anlässlich des bevorstehenden Darmkrebs-Monats März rücken Ärzt:innen daher das Thema wieder vermehrt in den Fokus der Aufmerksamkeit. So sieht die moderne Medizin die Darmkrebsvorsorge nicht mehr nur als bloße Untersuchung, sondern als lebensrettende Chance zur aktiven Prävention. Durch die Kombination aus rechtzeitiger Polypen-Entfernung und innovativen, nicht invasiven DNA-Tests wie ColonAiQ von Trignostics gelinge es etwa, die Entstehung von Krebs zu verhindern, bevor er überhaupt zur Gefahr wird.
"Durch konsequente Vorsorge, die rechtzeitige Entfernung von Vorstufen und die Umsetzung aktueller ernährungsmedizinischer Erkenntnisse ließe sich die Inzidenz von Dickdarmkrebs deutlich senken", sagt Ludwig Kramer, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie.
Paradoxon der modernen Medizin
Wie bereits erwähnt, sollen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen – darunter Koloskopie, FIT-Test und seit 2025 auch der hochsensitive, nicht invasive DNA-Test ColonAiQ – die Inzidenz von fortgeschrittenen Karziniomen deutlich senken können. "Wir behandeln noch immer zu häufig die Folgen, statt die Ursachen", so Kramer und stellt klar: "Die Koloskopie ist nicht nur eine Vorsorgeuntersuchung – sie ist eine medizinische Intervention, eine Therapie."
So werden bei etwa bei jeder dritten Untersuchung Polypen entdeckt und unmittelbar entfernt. Dadurch könne Krebs nicht nur früher erkannt, sondern seine Entstehung auch aktiv verhindert werden. Damit sei die Darmkrebsvorsorge die einzige Screening-Methode, die nachweislich Krebs verhindere, bevor er entsteht.
Darmkrebs-Früherkennung
"Die Zukunft liegt in einer personalisierten Vorsorgestrategie. Nicht alle Menschen tragen das gleiche Risiko. Alter, Geschlecht, genetischen Prädisposition, psychologische Faktoren sowie Ernährungs- und Bewegungsverhalten beeinflussen die individuelle Gefährdung", betont Günther Malek, Allgemeinmediziner und Gründer des Wiener Gesundheitsunternehmens Trignostics, der mit seinem Team 2025 ColonAiQ nach Österreich gebracht hatte. Dieser moderne, nicht invasive DNA-Test soll ermöglichen, über spezifische genetische Marker Darmkrebs und dessen Vorstufen frühzeitig zu erkennen, um Krebs gut behandelbar zu machen.
Seit Herbst vergangenen Jahres verzeichne Trignostics eine Verdreifachung der Probenaufnahmen. In Studien übertreffe ColonAiQ konventionelle Verfahren deutlich in der Erkennungsrate von Darmkrebs. Mit einer Spezifität von 91,6 Prozent und einer Sensitivität von 86,1 Prozent liefere der Test präzise und verlässliche Ergebnisse. "Wir freuen uns, damit einen wichtigen Beitrag zur Darmkrebs-Prävention zu leisten", so Malek.
Was Ernährung damit zu tun hat
Der Schutz vor Darmkrebs beginne bereits bei der täglichen Ernährung und deren Einfluss auf unser Mikrobiom. Kramer verbinde hierzu klinische Erfahrung mit neuesten Erkenntnissen aus der Forschung, um vor den Gefahren hochverarbeiteter Nahrungsmittel zu warnen. "Es gibt wissenschaftliche Hinweise dafür, welche Lebensstilfaktoren Darmkrebs begünstigen und welche davor schützen", so der Professor. In Kombination mit einem Mangel an löslichen Ballaststoffen, zuckerhaltigen Getränken, bestimmten Lipiden und erhöhtem Alkoholkonsum würden chronische Entzündungsprozesse entstehen, die die Krebsentstehung fördern.
Während industrielle Zusatzstoffe, wie Stabilisatoren und Emulgatoren, also die Darmgesundheit untergraben, zeige eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 den Nutzen löslicher Ballaststoffe. Diese würden die Produktion von entzündungshemmendem Butyrat anregen, das Zellwachstumsprozesse positiv beeinflussen und so das Risiko für bösartige Gewebeveränderungen signifikant senken. Ein gesundheitsorientierter Lebensstil ist also kein Trend, sondern laut Mediziner:innen die erste Verteidigungslinie gegen Darmkrebs. "Wir müssen weg von der reinen Reparaturmedizin hin zu echter Präventionsmedizin", appelliert Kramer. Die erste Lücke zu schließen heiße demnach: früher handeln, bevor Krebs entstehen kann.
Neues aus der Forschung
Zudem ist es einem Forschungsteam der University of Waterloo gelungen, durch eine Kombination aus Mikrobiologie und Genetik, ein Bakterium gezielt für den Einsatz gegen Krebs zu optimieren. Mehr dazu lesen Sie hier.
www.trignostics.com
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