Fotos von der Präsentation
"Wirtschaftsstrategie 2030+" soll den Standort auf Vordermann bringen

Niederösterreich will mit einem eigenen "Masterplan" seine Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Standortqualität stärken. Rund 200 Expert:innen wirkten an dem Papier mit, das Investitionen, Bürokratieabbau und neue Zukunftsbranchen in den Fokus stellt.

Österreich zählt innerhalb Europas zu den starken Industrieländern – vor allem aufgrund der Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark. In den letzten Jahren haben schwierige Rahmenbedingungen (hohe Energiepreise, stark steigende Löhne, viel Bürokratie etc.) der Branche jedoch ordentlich zugesetzt. Viele Betriebe mussten schließen, wanderten ins Ausland ab oder haben den Sparstift angesetzt und dabei vor allem den Personalstand reduziert. Dadurch sind bereits tausende hochqualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze verloren gegangen.

Niederösterreich will dieser Negativspirale nun mit der neuen "Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+" entgegenwirken. Rund 200 Vertreter:innen aus Wirtschaft, Forschung, Interessenvertretungen, Verwaltung und dem Studierendenbereich haben an diesem "Masterplan" mitgewirkt. Präsentiert wurde das Strategiepapier am Dienstagabend in der Spitzenfabrik in St. Pölten.

Land verspricht geeignete Rahmenbedingungen

Johanna Mikl-Leitner betonte in ihrem Statement die Bedeutung der Wirtschaft für Beschäftigung, Wertschöpfung und Innovation. "Unsere Wirtschaft sichert und schafft Arbeitsplätze, sorgt für Wertschöpfung und treibt die Innovation voran", sagte die Landeshauptfrau. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen gebe es positive Signale: Für das laufende Jahr werde ein Wirtschaftswachstum von rund 1,2 Prozent prognostiziert. Niederösterreich sei bereits "in vielen Bereichen Weltklasse" und "ein starkes Wirtschaftsland, Unternehmerland, Forschungsland und Innovationsland".

Das Land wolle weiterhin geeignete Rahmenbedingungen schaffen und investiere in Infrastruktur, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, zudem werde Bürokratie abgebaut und Forschung forciert, führte sie aus.

Drei Kernpunkte

Die Strategie definiert drei zentrale Zielsetzungen: Erstens solle die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden, insbesondere durch höhere Produktivität infolge von Digitalisierung und Automatisierung sowie durch raschere Verfahren und weniger Bürokratie. Zweitens gehe es darum, das wirtschaftliche Fundament zu festigen. Industrie, Gewerbe, Handwerk, Leitbetriebe, Familienbetriebe, bestehende Unternehmen und Neugründungen sollen unter anderem durch Investitionsförderungen, Haftungen, Gründerberatung und Unterstützung bei der Erschließung neuer Märkte begleitet werden. Drittens solle Innovation und Forschung weiter vorangetrieben werden, wobei auch neue Branchen wie Weltraumwirtschaft, Bahntechnologie, Kreislaufwirtschaft und Gesundheitswirtschaft in den Fokus rücken sollen.

"Sehr breit aufgestellt"

Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ, unterstrich die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen: "Klare Rahmenbedingungen sind für uns in der Wirtschaft ganz wichtig." Das Strategiepapier sei "sehr breit aufgestellt", bei der Umsetzung würden nun "alle an einem Strang ziehen", zeigte er sich überzeugt.

Auch Kari Ochsner, Präsident der Industriellenvereinigung NÖ, verwies auf die Rolle der Industrie als wesentlichen Faktor für Wohlstand und soziale Absicherung. Die Industriellenvereinigung sehe sich als Partner des Landes und der Wirtschaftskammer.

Im Rahmen der Präsentation kamen zudem die Unternehmer:innen Petra Schinnerl und Lukas Fürst zu Wort. Schinnerl forderte, beim Bürokratieabbau "den Hebel umzulegen". Fürst hob den "Faktor Mensch" als zentralen Erfolgsfaktor hervor.

Fachbeirat spielte wichtige Rolle

Eine maßgebliche Rolle bei der Erarbeitung spielte der Fachbeirat Zukunft.Wirtschaft.Niederösterreich mit Daniela Knieling, Daniel Varro, Alexandra Mazak-Huemer, Martin Greimel, Sepp Hochreiter sowie dem Vorsitzenden Christian Helmenstein. Letzterer meinte, Niederösterreich sollte sich im europäischen Standortwettbewerb verstärkt auf spezifische Nischen konzentrieren. Als besonders zukunftsträchtig bezeichnete Helmenstein Bereiche wie Digitalisierung, smarte Vitalität, Kreislaufwirtschaft und Mobilitätstechnologie. Das Gütesiegel "Qualität made in Lower Austria" sei dabei eine besondere Stärke des Standorts.

LEADERSNET war bei der Pressekonferenz. Fotos sehen Sie in unserer Galerie.

www.noe.gv.at

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