Sanierungsverfahren eröffnet
Millionenpleite einer Erdbau- und Recyclingfirma

| Redaktion 
| 25.02.2026

Das 2014 gegründete Unternehmen bietet auch Dienstleistungen in den Bereichen Transport, Abbruch und Rückbau an. Von der Insolvenz sind mehr als 120 Gläubiger:innen betroffen.

Wie der KSV1870 und der AKV am Mittwoch mitteilten, wurde über das Vermögen der Markus Kern & Co Erdbau und Transport GmbH beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen mit Sitz in Straß in der Steiermark wurde im Jahr 2014 gegründet. Gesellschafter sind Markus Kern (60%) sowie die MK Holding GmbH (40%), wobei Markus Kern zugleich die Geschäftsführung innehat. Zudem ist das Unternehmen Alleingesellschafterin der MaKe Abbruch GmbH.

Die Tätigkeitsschwerpunkte liegen im Bereich Erdbau und Recycling, wobei Dienstleistungen rund um Erdbau, Transport sowie Abbruch- und Rückbauarbeiten einschließlich der Wiederverwertung von Baumassen angeboten werden. Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung werden 31 Dienstnehmer:innen im Unternehmen beschäftigt.

Die Ursachen

Als Ursachen für die Insolvenz werden die seit Beginn der Covid-19-Pandemie eingetretenen strukturellen Veränderungen in der Baubranche genannt. Insbesondere hätten gestiegene Zinsbelastungen sowie verlängerte Genehmigungsverfahren dazu geführt, dass Projekte seitens der Auftraggeber verschoben oder abgesagt wurden und die Bauaktivität insgesamt spürbar zurückging. Zusätzlich hätten die deutlich gestiegenen Aufwendungen für Personal, Treibstoff und den laufenden Betrieb die wirtschaftliche Lage weiter belastet.

In Reaktion darauf habe das Unternehmen unter Einbindung externer Berater:innen Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt und den Betrieb schrittweise verkleinert. Letztlich habe sich jedoch ein Großauftrag als nicht kostendeckend erwiesen, da Mehrkostenforderungen vom Auftraggeber nicht anerkannt wurden. Zudem seien zuletzt mehrere Aufträge verschoben oder storniert worden. Aktuell bestehe nicht ausreichend Liquidität, um sämtliche fälligen Verbindlichkeiten zu begleichen.

Die Passiva belaufen sich zu Liquidationswerten auf rund 3,3 Millionen Euro, wobei ein wesentlicher Anteil auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie aus Lieferungen und Leistungen entfalle. Dem stehen Aktiva zu Liquidationswerten in Höhe von rund 483.000 Euro gegenüber. Laut KSV1870 und AKV seien 123 Gläubiger und 31 Dienstnehmer:innen betroffen.

Fortführung geplant

Es ist beabsichtigt, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und den Insolvenzgläubiger:innen einen Sanierungsplan vorzulegen, der den gesetzlichen Mindestanforderungen entspricht. Dieser sieht vor, dass 20 Prozent der anerkannten Forderungen innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren beglichen werden.

Zur Insolvenzverwalterin wurde die Kanzlei Kohlfürst Rechtsanwalts GmbH, vertreten durch Stefan Kohlfürst, bestellt. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 23. April 2026 angesetzt, die Sanierungsplantagsatzung findet am 21. Mai 2026 statt.

www.ksv.at

www.akv.at

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