Am Standort Hörsching realisieren Schachinger Logistik und die Powerlink H2 GmbH eine Batteriespeicheranlage mit einer Kapazität von 60 MWh und einer Anschlussleistung von 30 MW. Die Anlage diene insbesondere der Versorgung von E-Lkws und ist direkt an den firmeneigenen Solarpark mit acht Megawatt gekoppelt.
Nach Unternehmensangaben handle es sich um den größten Batteriespeicher Österreichs. Gleichzeitig soll damit eine in Europa bislang einzigartige Lösung für die Nutzung und Speicherung erneuerbarer Energie im Logistikbereich geschaffen werden. Durch die Kopplung von Photovoltaik und Speicher soll eine Autarkie von rund 95 Prozent erreicht werden.
Maximilian Schachinger, Eigentümer der Schachinger Logistik Holding GmbH, betont die strategische Dimension der Zusammenarbeit: "Hier geht es um eine zukunftsweisende Partnerschaft mit Powerlink H2 auf Augenhöhe. Die Energiewende gelingt dort, wo langfristig gedacht und entsprechend gehandelt wird."
Hoher Energiebedarf am Logistikstandort
Der Standort zählt zu den größten Logistikzentren Österreichs. Täglich verkehren dort zwischen 250 und 300 Lkws, rund 300 Transporter sowie 300 bis 400 Pkws.
"Alleine die CO₂-Emissionen von Lkws, VANs und Pkws betragen am Standort rund 30.000 Tonnen pro Jahr, die Kosten für die benötigten zehn Millionen Liter Diesel belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro. Geld, das großteils ins Ausland fließt. Beim nötigen und geplanten Umstieg auf E-Fahrzeuge entsteht ein riesiger Strombedarf, der bei den aktuellen Strompreisschwankungen ein massives Planungsrisiko darstellt. Externes Laden ist zu teuer und wenig planbar", so Projektleiter Johannes Wöckinger.
BESS als zentrales Element der Energieversorgung
Kern der Lösung ist laut den Unternehmen ein Batterie-Energiespeichersystem (BESS). Es speichert Strom aus erneuerbaren Quellen wie Photovoltaik und Windkraft und stellt diesen bei Bedarf, etwa zu Spitzenzeiten oder bei hohen Strompreisen, wieder bereit.
Die Anlage soll in Zukunft aus zwölf Containern mit Lithium-Eisenphosphat-Technologie bestehen. Neben der Zwischenspeicherung von PV-Strom übernimmt das System die Bereitstellung von Regelenergie für das öffentliche Netz sowie die Notstromversorgung.
Systematik Batteriespeichersystem (BESS – Batterie Energy Storage System) © Powerlink H2
Durch den Einsatz des Großspeichers steige der Anteil der am Standort selbst genutzten, grün erzeugten Energie von 30 auf 95 Prozent.
Powerlink H2 setzt auf Großspeicherlösungen
Powerlink H2 mit Sitz in Oberösterreich verantwortet die Umsetzung des Speichersystems. Die Flexibilisierung und Speicherung von grüner Energie sei laut Werner Steinecker, von Powerlink H2, unumgänglich. "Großbatteriespeicher leisten einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende: Naturschutz durch die Reduktion von Kraftwerksbauten, Ausgleich von Stromschwankungen, Reduktion fossiler Brennstoffe zur Stromerzeugung, Optimierung und Effizienzsteigerung der Eigenerzeugung, Netzstabilität, sowie Reduktion von Netzzukauf und Netzausbau", sagt Steinecker.
Auch Manuel Pfeil von Powerlink H2 verweist auf die Komplexität entsprechender Projekte: "Neben namhaften Industrieunternehmen planen wir auch mit Netzbetreibern und PV- und Windanlagenerrichtern zukunftsweisende Projekte. Die Planung und Umsetzung eines BESS ist kein Standardprozess, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Technik, Wirtschaftlichkeit und Regulierung."
Politische Unterstützung für das Vorhaben
Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner sieht im Projekt ein Signal für den Standort Oberösterreich. "Batteriespeicher, so wie hier bei diesem oberösterreichischen Vorzeigeprojekt, machen aus Sonnenenergie, die von Wetter und Tageszeit abhängig ist, eine verlässlich verfügbare Energiequelle für Unternehmen. Gerade für Oberösterreich als führendes Industrie- und Wirtschafts-Bundesland ist von entscheidender Bedeutung, dass es für unsere Betriebe Versorgungssicherheit, planbare Energiekosten und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen gibt", so Achleitner und ergänzt: "Das stärkt den Standort und macht auch unabhängiger von Preisschwankungen auf den internationalen Energiemärkten. Dass dieses Projekt in Oberösterreich realisiert wird, unterstreicht einmal mehr unsere Vorreiterrolle bei der Energiewende. Dieses Batteriespeicher-Projekt ist auch ein klares Signal an viele andere Betriebe: Wer heute in Speichertechnologie investiert, investiert in Nachhaltigkeit und profitiert durch Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit."
Investition und Zeitplan
Die Gesamtinvestition beläuft sich auf knapp 20 Millionen Euro. Davon entfallen 15 Millionen Euro auf Powerlink H2 für die Errichtung des Großspeichers. Weitere fünf Millionen Euro investiert Schachinger Logistik in E-Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und begleitende Maßnahmen.
Die Bauzeit ist mit acht Monaten angesetzt. Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für das dritte Quartal 2026 vorgesehen.
www.schachinger.com
www.h2-powerlink.com
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