Noch schwingt der Winter sein Zepter, aber bald soll es wieder wärmer werden. Das Tiefkühlsegment dagegen ist natürlich das ganze Jahr von niedrigen Temperaturen geprägt. Angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage fröstelt es Branchenvertreter:innen aber nicht. "Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen blicken wir auf ein insgesamt stabiles Jahr 2025 zurück", berichtet Ines Franke, Geschäftsführerin von Iglo Österreich. "Wir freuen uns besonders, dass wir mit einem hohen Marktanteil von 36,1 Prozent unseren Umsatz erneut steigern konnten – in einer Kategorie, die sowohl wert- als auch mengenmäßig wächst. Als Marktführer zeigen wir somit weiterhin eine sehr stabile Entwicklung und überzeugen mit einer konstant hohen Käuferreichweite."
Wachstumstreiber im Umsatz waren vor allem Erdäpfel (+ 10,7 Prozent), Naturfisch (plus 5,7 Prozent), panierter Fisch (plus 3,2 Prozent) und Spinat (plus 2,5 Prozent). Auf diesen schwarzen Zahlen möchte man heuer aufbauen und hat sich für 2026 eine "zukunftsgerichtete Wachstumsagenda" vorgenommen: "Unsere Strategie basiert auf drei zentralen Hebeln: Erstens stärken wir konsequent unser Kernsortiment, insbesondere Gemüse und Fisch, durch eine fokussierte Kommunikationsinitiative. Zweitens setzen wir auf Innovationen, die echte Konsumentenbedürfnisse adressieren und spürbaren Mehrwert bieten. Drittens bauen wir die Vermarktung in enger Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern weiter aus."
Marktführer Iglo setzt auf langfristige Partnerschaften
Speziell die vergangenen schwierigen Jahre hätten nämlich gezeigt, wie wichtig langfristige und verlässliche Partnerschaften seien. Geopolitische Konflikte, Klimakrise, Inflation und wirtschaftliche Unsicherheiten – das setze Lieferketten, Prozesse und Arbeitsweisen erheblich unter Druck. Durchgängige Prozessagilität und die professionelle Steuerung von Veränderungen seien daher inzwischen unverzichtbar geworden. "Die vergangenen Jahre waren für die gesamte Branche anspruchsvoll – insbesondere was die Beschaffung von Rohstoffen betrifft. Dank unserer engen Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten ist es uns gelungen, die Rohstoffversorgung kontinuierlich sicherzustellen und unser Geschäft trotz des herausfordernden Umfelds wirtschaftlich stabil weiterzuentwickeln.” Dazu gehört die Erweiterung der Kundschaft und die Ansprache eines größeren Publikums: "Traditionell war die Iglo-Kernzielgruppe lange Zeit Familien.
"Doch Tiefkühlprodukte bieten auch für jüngere Konsumentinnen und Konsumenten viele Vorteile. Die Jüngeren haben die Tiefkühlung insbesondere in der Pandemie für sich entdeckt. Deshalb entwickeln wir unser Sortiment gezielt weiter, um diese Zielgruppe noch stärker anzusprechen." Eine jüngste Produktentwicklung wie der Protein Kick sei ein Beispiel für trendige pflanzliche Proteinquellen, die insbesondere jüngere Zielgruppen derzeit nachfragen. Außerdem richte man 2026 den Fokus stärker auf Genuss: "Unterstützt von einem sehr disruptiven, kreativen Konzept. Dazu wird es in Kürze mehr zu sehen geben." Die Kundschaft wie die Hersteller:innen treibt zusätzlich die Teuerung weiter um: "Neben der stabilen Verfügbarkeit hochwertiger Rohstoffe sehen wir eine große Herausforderung im weiterhin sehr intensiven Preisumfeld. Unser Anspruch ist es daher, Konsumentinnen und Konsumenten gerade in dieser Situation Orientierung zu geben: mit verlässlicher Qualität, bestem Geschmack und einer Marke, der man vertrauen kann."
Iglo als Lebensmittelproduzent spüre die allgemeine Konsumzurückhaltung zwar nur in abgeschwächter Form, aber viele Menschen wägen ihre Ausgaben stärker ab und schauen beim Kauf genauer hin. "Gleichzeitig beobachten wir einen gegenteiligen Trend: Konsumentinnen und Konsumenten möchten sich gerade zuhause etwas Gutes tun – und Lebensmittel spielen dabei eine zentrale Rolle." Anstatt auswärts zu essen, wird heute wieder verstärkt zuhause gekocht. "Die Menschen achten zwar bewusster auf ihre Ernährung, möchten sich aber dennoch etwas gönnen. Das klassische 'Cheat Meal' ist heute relevanter denn je – und in unserer Definition von Ausgewogenheit hat genau das seinen Platz. Eine gesunde Balance bedeutet, dass auch ein süßer Knödel einmal dazugehören darf." Des Weiteren beobachtet Franke einen deutlichen Trend hin zum ganzheitlichen Wohlbefinden. "Themen wie funktionale Ernährung, Ballaststoffe, Darmgesundheit oder Proteine gewinnen zunehmend an Bedeutung. Viele unserer Produkte – etwa Gemüse, Fisch oder Geflügel – bringen diese Vorteile von Natur aus mit und unterstützen eine ausgewogene Ernährung."
Starke Verdrängung
Eine andere Branchengröße blickt ebenfalls auf ein gutes Jahr zurück: "Für Dr. Oetker war das Jahr 2025 wieder ein positives – wir sind weiterhin klarer Marktführer im Bereich TK Pizza/Snacks", freut sich Österreich-Geschäftsführer Manfred Reichmann. Sieben der Top-10-TK-Pizza/Snack-Artikel stammen laut NielsenIQ von Dr. Oetker. Ganz weit vorne stehen dabei vor allem die diversen Varianten der Salamipizza im Firmenportfolio. "Natürlich möchten wir 2026 an unsere erfolgreichen Vorjahre anknüpfen und haben dafür zahlreiche Maßnahmen eingeleitet." So setze man weiterhin auf das starke Tiefkühl-Sortiment, dass man in diesem Jahr noch mehr mit PR und Aktionen pushen möchte. "Außerdem aktualisieren wir unser Sortiment laufend mit neuen, attraktiven Line Extendern." Auch im Geschäft mit dem Gefrorenen muss man nämlich stets in Bewegung bleiben: Regalflächen am Verkaufsort werden geringer, das Promotion-Niveau in der Kategorie ist sehr hoch und der Markt schwer gesättigt. Und das Eigenmarken-Angebot nimmt zu. Daher ist dieses Geschäft stark von Verdrängung geprägt. "Das Setzen von neuen Impulsen im Zuge von Produktinnovationen und kommunikativer Ansprache ist essenziell, um die Nachfrage von Seiten der Verbraucher:innen auf dem hohen Niveau zu halten. Eines unserer wichtigsten Ziele ist es daher natürlich, neue Käufer für die Kategorie zu gewinnen." Dazu habe man Trends und Verbraucherwünsche kontinuierlich im Blick und berücksichtige diese bei der Produktentwicklung – etwa den Wunsch nach gesünderer Ernährung: "Dr. Oetker bietet im Wesentlichen Genussprodukte an, die auch als solche beworben werden. Gleichzeitig differenziert sich das TK-Pizza/Snacks-Sortiment in zahlreichen Varianten mit verschiedensten Auflagen, die wiederum mit unterschiedlichen Nährwertprofilen einhergehen. Aus diesem großen Angebot kann der Verbraucher nach seinen eigenen Wünschen auswählen."
Dynamische Fischstäbchen
Von einem erfreulichen Endergebnis für 2025 weiß ebenso Frosta zu berichten. Christian Szuchy, Country Manager Österreich und Schweiz bilanziert: "Sowohl die Marke insgesamt als auch der Absatz am österreichischen Markt sind deutlich gewachsen." So bedeuten 711.000 verkaufte Produkte in Österreich ein Plus von satten 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Das entspricht der Einwohnerzahl von Graz, Linz, Salzburg und St. Pölten zusammen – oder anders formuliert: Wir haben theoretisch jede dieser Städte einmal komplett verköstigt", scherzt Szuchny. Pfannengerichte und Fischstäbchen legten sogar noch deutlicher zu: Letzteres Segment wuchs gar um 138 Prozent und vor allem ersterer Zuwachs von 36 Prozent sei alles andere als selbstverständlich: "Mit unseren Pfannengerichten schwimmen wir kräftig gegen die negative Trendwelle, denn bei tiefgekühlten Fertigmahlzeiten gab es über alle Anbieter hinweg gesehen laut NielsenIQ ein leichtes Minus." Gemüse wiederum zeige zweistellige Zuwachsraten, aber nicht ganz so dynamische. Nicht verwunderlich daher, dass man nun für 2026 selbstbewusst kalkuliert: 2026 erwartet Frosta für die Marke ein Umsatzwachstum von vier bis neun Prozent und einen Konzernjahresüberschuss zwischen vier und acht Prozent vom Umsatz. "In Österreich gehen wir von einem zweistelligen Absatzwachstum aus, wie in den Jahren zuvor. Wir wollen weiter Gas geben bei Bekanntheit und Sympathiewerten." Somit sind weitere Werbekampagnen geplant und die Verfügbarkeit soll weiter hinaufgeschraubt werden. In Konsequenz findet man inzwischen Frosta-Produkte nicht nur bei langjährigen Partnern wie Billa, M-Preis, Sutterlüty und Gurkerl.at, sondern nun zudem in den Truhen von Marktführer Spar.
Aber trotz dieses Wachstums weht weiter allgemein wirtschaftlich ein eisiger Wind: "Natürlich spüren auch wir die allgemeine Ungewissheit durch geopolitische Spannungen, die angespannte Wirtschaftslage und die Teuerung in Österreich." Hohe Aktionsanteile drücken Gewinne, der Preiseinstieg werde stärker, die Teuerung wirke sich entsprechend auf das Einkaufsverhalten aus. Vor allem Fisch werde teurer, bei vielen anderen Lebensmitteln könne Frosta aber einiges abfedern. "Unsere Produkte bestehen ja aus vielen Zutaten, da ändern sich die Rahmenbedingungen oft schnell. Trotzdem bleiben wir felsenfest bei unserem Commitment zum Reinheitsgebot und der Auswahl bester Zutaten." Die Produktion habe sich somit kein bisschen verändert. "Wir steuern ganz bewusst gegen den Trend der Skimpflation, bei dem Hersteller immer günstigere Zutaten ein- und verkaufen. Unsere Strategie ist es, bewusst in gute Zutaten zu investieren, statt sie zu ersetzen." Und das wird anscheinend von der Kundschaft goutiert: "Wir merken bei unserem Sortiment keine Zurückhaltung, im Gegenteil – das zeigen unsere Absatzzahlen mit Steigerungen sehr deutlich über dem Marktdurchschnitt. Echtes Essen scheint etwas wert zu sein. Wir sehen einen klaren Trend hin zu Fertigmahlzeiten ohne jegliche Zusatzstoffe oder Aromen." Das gelte, wie für alle Produkte vor allem für Frostas Spezialitäten des Hauses, die zugleich aktuell die Bestseller sind: "Ganz stark laufen die Klassiker, von Paella über Rustikale Hendlpfanne und Tagliatelle bis hin zum Rahmgeschnetzelten.” Damit zeigt sich mit der starken Nachfrage dieser Produkte ebenso hier der Wunsch nach Genuss und gutem Gefühl: “Genau das, was man auch zuhause gerne kocht – so schmeckt’s ja auch, nur dauert es nicht so lange."
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