Nächster Schritt zu Klimazielen
B10 – sofort wirksamer Hebel für den Klimaschutz

| Ernst Trestl 
| 10.02.2026

Wie uns höhere Beimischungen von Biokraftstoffen den Klimazielen einen Schritt näherbringen.

Saubere Energie wird oft mit Windkraft, Photovoltaik und Netzausbau verbunden. Doch die Energiewende entscheidet sich ebenso dort, wo Mobilität täglich stattfindet: auf Straßen, in Fuhrparks, in der Logistik. Gerade in Bereichen, in denen Fahrzeuge nicht kurzfristig flächendeckend elektrifiziert werden können, braucht es praxistaugliche erneuerbare Lösungen. Biodiesel ist ein solcher Baustein – insbesondere dann, wenn er aus Abfällen und Reststoffen hergestellt wird. 

Das österreichische Unternehmen Münzer Bioindustrie setzt genau hier an und produziert Biodiesel aus Altspeiseöl und macht damit Kreislaufwirtschaft im Alltag nutzbar – als erneuerbaren Kraftstoff, der in bestehenden Anwendungen eingesetzt werden kann.

Wirksamer Klimaschutz im Verkehr 

Die Emissionen des Verkehrssektors in Europa und Österreich sind weiterhin hoch. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Elektrifizierung allein nicht ausreichen wird, um kurzfristig die notwendigen CO₂-Reduktionen zu erreichen. Wer fossile Kraftstoffe wirksam ersetzen will, braucht funktionierende und sofort verfügbare Alternativen. Eine zentrale Rolle spielen dabei nachhaltige Biokraftstoffe. Sie leisten bereits heute einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs: Allein in Österreich werden durch ihren Einsatz jährlich mehr als 1,9 Millionen Tonnen CO₂ eingespart. 

"Wir sagen immer: ergänzen statt ersetzen. Deshalb hat auch der ministerielle Sachstandsbericht über Biokraftstoffe gezeigt, dass in den letzten 20 Jahren, seitdem Biokraftstoffe in Österreich beigemengt werden, bereits 30 Millionen Tonnen an CO2 eingespart wurden. Deshalb muss es auch ein Zukunftsmodell sein", betont Ewald-Marco Münzer.

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Umweltschonend – fahren mit Biodiesel aus Altspeiseöl © Münzer

Neben dem Klimaschutz stärken Biokraftstoffe auch die Versorgungssicherheit und reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Dennoch bleibt ihr Potenzial bislang weitgehend ungenutzt. Die in Österreich geltende Beimischungsgrenze von sieben Prozent Biodiesel (B7) ist konservativ bemessen und verhindert, dass bestehende heimische Produktionskapazitäten für Biodiesel voll ausgeschöpft werden können. Das führt zu strukturellen Wettbewerbsnachteilen für Produzenten und zu einer geringeren Emissionsminderung, als technisch und praktisch möglich wäre. 

Dabei ist nachhaltiger, abfallbasierter Biodiesel eine bewährte Lösung: Er wird in der EU produziert, ist sofort verfügbar und reduziert die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilem Diesel um bis zu 90 Prozent. Als kostengünstigste Option zur Verdrängung fossilen Diesels kann er in sämtlichen Dieselfahrzeugen eingesetzt werden – ohne technische Anpassungen oder neue Infrastruktur. 

B10 – bewährte Lösung für den Bestand 

Aktuell sind in Österreich lediglich sieben Prozent Biodiesel im Kraftstoff erlaubt. Eine Anhebung auf zehn Prozent (B10) mag gering erscheinen, würde jedoch den erneuerbaren Anteil im Kraftstoff unmittelbar erhöhen und die Treibhausgasemissionen pro Liter spürbar senken. Andere Länder gehen diesen Weg bereits: In Frankreich und Portugal sind höhere Beimischungen wie B10 oder B15 etabliert, Deutschland und Irland haben B10 Anfang 2024 eingeführt.

Außerhalb Europas sind in Südamerika sogar Beimischungen von B20 oder B30 längst Realität. Eine Anhebung auf B10 bietet auch in Österreich einen sofort wirksamen und erprobten Hebel zur Senkung der Verkehrsemissionen. Die Produktionskapazitäten sind vorhanden, die Fahrzeuge sind bereit – und die Technologie ist längst im Einsatz. Damit steht ein pragmatischer Schritt zur Verfügung, um Klimaschutz im Verkehr rasch und ohne Umwege umzusetzen.

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