Gastkommentar von Harald Leitenmüller
Digitale Souveränität für Österreich: Innovation statt Isolation

| Redaktion 
| 21.12.2025

Ein Gastbeitrag von Harald Leitenmüller, National Technology Officer bei Microsoft Österreich.

Während geopolitische Veränderungen und technologische Entwicklungen, die Diskussion über die digitale Souveränität Europas intensivieren, steht auch unser Land vor der zentralen Frage: Wie können wir digitale Unabhängigkeit sichern, ohne die Vorteile globaler Vernetzung und Innovation zu verlieren?

Oft wird digitale Souveränität auf die Kontrolle über Daten und Infrastruktur reduziert. Doch ein zu eng gefasstes Verständnis von Souveränität, das auf Abschottung und nationale Alleingänge setzt, gefährdet potenziell die Innovationskraft unseres Landes. Österreich könnte ins technologische Hintertreffen geraten, wenn wir uns von internationalen Entwicklungen abkoppeln.

Österreichs Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups profitieren enorm von internationaler Zusammenarbeit, Zugang zu modernster Cloud-Technologie und globalen Innovationsökosystemen. Gerade bei Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit und digitalen Dienstleistungen entstehen die entscheidenden Impulse durch Austausch und Kooperation über Ländergrenzen hinweg.

Rechenzentren in Österreich sind eine zentrale Grundlage für digitale Souveränität und Datensicherheit. Die nachhaltige Wertschöpfung ergibt sich aus dem Zusammenspiel moderner Infrastruktur, innovativer Softwarelösungen und fachspezifischer Expertise. Österreichische Unternehmen brauchen flexible Lösungen: Sie wollen einerseits bestimmen, wo und wie ihre sensiblen Daten verarbeitet werden, andererseits aber auch die Vorteile global skalierbarer Cloud-Plattformen und modernster KI nutzen.

Hybride Ansätze als Erfolgsfaktor für Österreich

Die Antwort liegt in einem hybriden Ansatz, der Souveränität intelligent mit Innovation verbindet. Wir verstehen, dass für Entscheidungsträger:innen die Risikobetrachtung bei bestimmten Workloads wichtiger ist als Kosten- oder Innovationsaspekte. Gleichzeitig sollten österreichische Unternehmen und Institutionen nicht auf die Innovationskraft internationaler Cloud-Anbieter verzichten, sondern souveräne Lösungen großer Anbieter sorgfältig prüfen, da diese oftmals einen stärkeren Schutz, erhöhte Sicherheit und größere Innovationsvorteile bieten. Moderne Verschlüsselungstechnologien, externe Schlüsselverwaltung und Partnerschaften mit lokalen Anbietern ermöglichen es, höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten und gleichzeitig von globalem technologischem Fortschritt zu profitieren.

Digitale Souveränität darf nicht zum Synonym für digitale Isolation werden. Sie sollte vielmehr als strategische Leitlinie verstanden werden, die Österreich befähigt, selbstbewusst am digitalen Wandel teilzuhaben. Dafür braucht es klare, risikobasierte Entscheidungen, starke Partnerschaften und ein innovationsfreundliches Umfeld – sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Der Einsatz von KI muss dabei verantwortungsvoll erfolgen – mit klaren Prinzipien für Transparenz, Fairness und Sicherheit, um Vertrauen zu schaffen und Innovation nachhaltig zu gestalten.

Wenn wir es schaffen, die digitalen Chancen entschlossen und weitsichtig zu nutzen, gestalten wir ein Österreich, das digital unabhängig ist – und gleichzeitig ein aktiver Teil der internationalen Gemeinschaft bleibt.

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