Circular Economy Barometer 2025
Unternehmen setzen auf Kreislaufwirtschaft trotz wirtschaftlicher Herausforderungen

Laut dem aktuellen Barometer der Altstoff Recycling Austria AG bekennen sich 91 Prozent zur Circular Economy, dennoch sinkt die Investitionsbereitschaft, vor allem bei kleineren Betrieben. Der Wunsch nach Unabhängigkeit von Rohstoffimporten wächst.

Die Kreislaufwirtschaft ist in österreichischen Unternehmen fest etabliert. 91 Prozent nutzen oder planen entsprechende Maßnahmen. Das ergibt das aktuelle Circular Economy Barometer 2025 der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut NIQ/GfK. Der Index, der den Status der Kreislaufwirtschaft in Unternehmen misst, erreicht heuer 56,8 Punkte – leicht unter dem Vorjahreswert.

Rückgang bei Investitionen

Trotz dieser positiven Entwicklung zeigt sich ein Rückgang bei den Investitionen: Während im Vorjahr noch 76 Prozent der Unternehmen in Circular Economy investierten, sind es heuer nur 65 Prozent. Besonders betroffen sind kleinere Betriebe, von denen lediglich 46 Prozent investieren. Große Unternehmen halten mit 84 Prozent nahezu das Vorjahresniveau (2024: 87 %).

Rohstoffversorgung bleibt kritischer Faktor

Ein zentrales Problem ist die Abhängigkeit von Rohstoffimporten. 44 Prozent der befragten Unternehmen beziehen ihre Rohstoffe aus dem Ausland. Mehr als die Hälfte wünscht sich eine stärkere Unabhängigkeit und den Ausbau nationaler Quellen. Chancen für die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft sehen 69 Prozent in der Wiederverwendung (ReUse), 58 Prozent in der Abfallreduktion und jedes zweite Unternehmen im Einsatz von Recyclingmaterial.

Rahmenbedingungen und politische Unterstützung entscheidend

Regulatorien wie das EU-Kreislaufwirtschaftspaket und der Clean Industrial Deal bilden laut ARA die zentralen politischen Rahmenbedingungen. Für knapp die Hälfte der Unternehmen sind niedrige Energiekosten, die Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sowie der Ausbau erneuerbarer Energien die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung.

ARA Circular Economy Index 2025 © ARA/GfK

"Die Ergebnisse des aktuellen CE-Barometers zeigen: Kreislaufwirtschaft hat nach wie vor einen wichtigen Stellenwert bei den österreichischen Unternehmen, ihr Zukunftspotenzial ist unbestritten. Trotz angespannter Wirtschaftslage, mit schwankender Zollpolitik und steigenden Energiekosten erkennen Unternehmen die große Chance in der Wiederverwendung, Abfallreduktion und dem Einsatz von Recyclingmaterial. Mit dem umfassenden Know-how der ARA unterstützen wir sie dabei, diese Chancen zu ergreifen und aktiv zu integrieren", sagte ARA-Vorstandssprecher Harald Hauke.

Er betont weiter: "Kreislaufwirtschaft ist in Österreich auf dem Vormarsch, doch ihr Erfolg hängt maßgeblich von gezielter Unterstützung, klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen und wirtschaftlicher Machbarkeit ab. Um eine sichere und unabhängige Versorgung mit Rohstoffen gewährleisten zu können, reicht es nicht aus, dass Veränderung in kleinteiligen Schritten passiert. Es braucht einen systematischen Wandel hin zu einem effizienten und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen sowie einen starken inländischen und europäischen Rezyklatmarkt. Diesen Wandel treiben wir als ARA stetig voran."

Unternehmen denken Circular Economy zunehmend strategisch

83 Prozent der Unternehmen haben Kreislaufwirtschaft bereits in ihre Prozesse integriert – ein gleichbleibend hoher Wert. Weitere acht Prozent planen eine Umsetzung, während der Anteil der Nicht-Nutzenden auf unter zehn Prozent gesunken ist (2019: 32 %). Besonders große Unternehmen treiben die Entwicklung voran: 98 Prozent von ihnen setzen auf Circular Economy oder bereiten entsprechende Schritte vor. In 84 Prozent der Unternehmen ist das Thema direkt in der Geschäftsführung verankert. Viele Großbetriebe verfügen über eigene Abteilungen oder Stabstellen für Kreislaufwirtschaft.

"Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Imagefaktor, sondern wird zunehmend als unternehmerische Verantwortung verstanden. Trotz dieser positiven Entwicklung stehen viele Unternehmen vor strukturellen Herausforderungen. 71 Prozent wünschen sich Unterstützung bei der finanziellen Förderung sowie beim Know-how-Transfer. Besonders kleinere Betriebe benötigen gezielte Unterstützung, während größere Unternehmen vermehrt externe Partner zur rechtskonformen Umsetzung sowie zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit einbinden", erklärt Anna Kulnig, Senior Client Business Partner bei NIQ/GfK.

Abfallmanagement bleibt zentrale Maßnahme

Abfallmanagement (99 %) und Abfallvermeidung (91 %) gehören weiterhin zu den wichtigsten Maßnahmen innerhalb der Kreislaufwirtschaft, gefolgt von der Wiederverwendung (88 %). Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz spielt mit 14 Prozent noch eine geringe Rolle, in großen Unternehmen jedoch bereits bei einem Drittel.

Zu den größten Herausforderungen zählen laut Befragung Bürokratie (22 %) und hohe Kosten (18 %). Besonders kleine Unternehmen sehen sich durch finanzielle Belastungen eingeschränkt, während der Fachkräftemangel knapp ein Viertel der Betriebe betrifft – in großen Unternehmen sogar 31 Prozent.

www.ara.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV