"Fit mit Philipp" muss pausieren
ORF-Vorturner Philipp Jelinek meldet sich nach Chataffäre zu Wort

| Redaktion 
| 07.04.2024

Nach dem Bekanntwerden von Chats mit H.C. Strache schickte der öffentlich-rechtliche Rundfunk neue Sendungen von "Fit mit Philipp" in die Zwangspause. Jelinek nennt die Sache einen großen Fehler und bittet seine Fans um Verzeihung.

Ende März gelangten durch den Untersuchungsausschuss über "rot-blauen Machtmissbrauch"  neue Chatprotokolle aus den Jahren 2017 bis 2019 an die Öffentlichkeit. Die Protokolle sollen belegen, wie die damalige Regierungspartei FPÖ beim ORF intervenieren und Personalentscheidungen mitgestalten wollte (LEADERSNET berichtete). Darüber unterhielten sich unter anderem Harald Vilimsky, Heinz-Christian Strache und Norbert Steger in einer WhatsApp-Gruppe. 

Nur wenige Tage nach dem Leak hatte die Veröffentlichung der Chats erste Folgen am Küniglberg. So wurde die Sendung "Fit mit Philipp" pausiert und ein Live-Auftritt abgesagt (LEADERSNET berichtete). Der Grund: ORF Fitness-Coach Philipp Jelinek soll via Chat den damaligen Sportminister Heinz Christian Strache um Unterstützung bei einem Posten als Moderator gebeten haben. Im Gegenzug soll er dem Politiker im Chat interne ORF-Informationen in Aussicht gestellt haben.

Jelinek nimmt Stellung zu Vorwürfen

Sonntagvormittag beendete Jelinek die Funkstille, zu der ihm der ORF geraten haben soll: "Ich habe für mich beschlossen, es ist wichtig eine Antwort zu geben, weil die Menschen erwarten das und vor allem haben es sich meine Mitturner:innen und das Publikum verdient", so der Fitness-Coach in einem Instagram-Video. Darin spricht er über die Vorwürfe, seine Bekanntschaft mit Heinz Christian Strache und über seinen Karriereweg am Küniglberg. 

Jelinek erklärt, er habe mit Strache lediglich im selben Fitnesscenter trainiert, sei jedoch nie sein persönlicher Trainer gewesen und hätte niemals einer Partei angehört. Er habe sich damals an Strache in seiner damaligen Funktion als Sportminister gewandt, weil er sein Bewegungskonzept vorantreiben wollte. Auch heute würde er sich mit seinen Anliegen an politische Schlüsselfiguren wie den aktuellen Sportminister Werner Kogler oder an das Gesundheitsministerium wenden. An den genauen Wortlaut der Chats könne er sich nicht mehr erinnern, er gesteht jedoch ein: "Es war ein Fehler" und bittet seine Fans um Entschuldigung.

 
 
 
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"Ich habe es mir erarbeitet"

Jelinek beteuert in seinem Statement, dass er seine Karriere keinen politischen Interventionen zu verdanken habe: "Ich habe zunächst in der Sportabteilung des ORF begonnen und habe es mir erarbeitet". Der damalige ORF-Channelmanager Alexander Hofer soll die Sendung "Fit mit Philipp" kurz nach dem ersten Corona-Lockdown auf Schiene gebracht haben: "Er war vom Konzept und von mir überzeugt." Jelinek will sich weiterhin für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Österreicher:innen einsetzen. Ob er dieses Vorhaben weiterhin im Rahmen seiner ORF-Sendung realisieren kann, ist aktuell noch unklar. 

www.orf.at

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