OMV und Abu-Dhabi-Konzern prüfen Fusion ihrer Chemiesparten

| Tobias Seifried 
| 16.07.2023

Sollten Borealis und Borouge tatsächlich zusammengelegt werden, würde ein milliardenschwerer Branchenriese entstehen.

Die Gerüchte der vergangenen Wochen, laut denen die OMV und ADNOC (Abu Dhabi National Oil Co) ihre Chemietöchter zusammenlegen wollen, haben sich am Freitag bestätigt. Da teilte der heimische Energiekonzern in einer Ad-hoc-Mitteilung mit, dass eine Fusion der beiden Chemieunternehmen Borealis und Borouge geprüft werde. 

"Eine mögliche Transaktion hätte eine starke und überzeugende industrielle Relevanz", sagte OMV-Chef Alfred Stern und weiter: "Der Zusammenschluss der stark komplementären Unternehmen würde die technologische Expertise und nachhaltige Spezial-Polyolefin-Lösungen von Borealis und Borouges vorteilhafte Kostenposition und Zugang zu großen und attraktiven Märkten bündeln und ein Unternehmen mit einem erheblichen Potential für organisches und anorganisches Wachstum schaffen."

Gegenseitige Beteiligungen

Konkret hat der Vorstand der OMV am Freitag beschlossen, Verhandlungen mit ADNOC über eine potenzielle Kooperation ihres Polyolefingeschäfts zu verfolgen. Die Kooperation würde eine mögliche Zusammenlegung des Borealis und Borouge Geschäfts als gleichberechtigte Partner unter einer gemeinsam kontrollierten, börsennotierten Plattform für potenzielle Wachstumsakquisitionen mit dem Ziel umfassen, ein globales Polyolefin Unternehmen mit einer wesentlichen Präsenz in Schlüsselmärkten zu schaffen.

Die OMV und ADNOC können auf eine mehr als 25-jährige Partnerschaf zurückblicken. Borealis ist einer der weltweit führenden Anbieter von Chemieerzeugnissen und auch beim Recycling von Polyolefinen gut aufgestellt. Die Mehrheitsverhältnisse sehen (aktuell) so aus: 75 Prozent der Anteile an Borealis entfallen auf die OMV die restlichen 25 Prozent auf ADNOC. Borouge ist ebenfalls ein führendes Petrochemieunternehmen und befindet sich zu 54 Prozent im Besitz von ADNOC und zu 36 Prozent von Borealis. Mit dem verbleibenden Anteil ist das Unternehmen an der Abu Dhabi Securities Exchange (ADX) notiert.

Branchenriese

Ob es zu einer Fusion kommen wird, werden die Verhandlungen in den kommenden Wochen zeigen. Stern sagte: "Es bestehen eine Reihe von Transaktionsparametern, die während der Verhandlung einer beidseitigen Einigung bedürfen." Durch die Zusammenlegung würde jedenfalls ein echter Branchenriese entstehen. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, würde der Marktwert bei mehr als 27,5 Milliarden Euro liegen.

www.omv.com

www.adnoc.ae

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