ÖAK zweites Halbjahr 2020: Erstmals werden Paid Content Angebote ausgewiesen

ePaper boomen, Magazine mit teils starken Verkaufsrückgängen und "Heute" ist nicht dabei.

Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) weist für das zweite Halbjahr 2020 teils starke Verkaufsrückgänge am Magazinsektor, Stabilität bei den Kauftageszeitungen und einen Aufschwung bei den ePapers aus. Gerade in dieser herausfordernden Zeit gelten objektiv geprüfte Zahlen als ein wichtiges Instrument für die werbetreibende Wirtschaft, aber auch für Behörden, die ÖAK geprüfte Auflagenzahlen für ihre Entscheidungsprozesse heranziehen. "Im ersten Corona-Jahr blieb kein Stein auf dem anderen. Durch die Meldung der Auflagenzahlen fast aller Mitglieder und die erstmalige Veröffentlichung von Paid Content zeigte sich die ÖAK nicht nur als harte Währung, sondern auch als moderner Fels in der Brandung", so Marcela Atria, ÖAK Präsidentin, zu den Zahlen des zweiten Halbjahres und des Jahresschnittes 2020. Mit dem Ausweisen von Paid Content schließt die ÖAK eine weitere Lücke in der Darstellung valider Werbeträgerdaten. Die ÖAK veröffentlicht die neuen Kennzahlen zur Verbreitung von Paid Content-Angeboten halbjährlich mit den Auflagendaten Print und ePaper.

Die Presse hatte im Tagesdurchschnitt 9.125 Abonnenten von Paid-Online-Inhalten. Den Vorarlberger Nachrichten weist die ÖAK durchschnittlich 887 und der Tiroler Tageszeitung 200 digitale Abo-Nutzungsrechte aus. Herwig Langanger, Vorsitzender der Presse Geschäftsführung, zeigt sich erfreut über die Meldung der Paid Content-Zahlen: "Die ÖAK ist state of the art und beweist damit einen wertvollen Schritt Richtung digitale Auswertung wesentlicher Kennzahlen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der digital Produkte am Medienmarkt. Unsere erfolgreichen Zahlen bestätigen unseren strategischen Weg. Wir waren vor einigen Jahren mit der Einführung des digitalen Paid Content-Modells first mover und beginnen jetzt vom aufgebauten Know-how dementsprechend zu profitieren."

Ein Überblick

Die Kronen Zeitung führt mit einer Verkaufsauflage von 643.929 Exemplaren weiterhin die Riege der Tagestitel an. Die Druckauflage liegt bei 707.649 Exemplaren. Mit einer Verbreitung von 1.121.994 Exemplaren (davon 38.168 ePaper) am Sonntag kann die Auflage auf hohem Niveau gehalten werden. Von der Krone-Stammausgabe – sie erscheint in Wien, Niederösterreich und Burgenland – wurden sonntags im Jahr 2020 mehr als eine halbe Million Exemplare (503.543 davon 12.706 ePaper) verkauft. "Die Corona Krise hat das Bewusstsein der Menschen verändert und dabei die Region als zentrales Thema weiter verstärkt: Die Krone hat diesen Trend schon im Vorjahr aufgegriffen. Wir werden diesen Weg weiter konsequent und nachhaltig forcieren und passende Angebote für unsere Leser und Abonnenten entwickeln", kommentiert Horst Pensold, Leiter Sales & Services bei MediaPrint.

Auch der Kurier stellt am Sonntag seine Auflagenstärke unter Beweis: 243.583 Exemplare – davon 14.227 ePaper – wurden im Schnitt verkauft, was einem Zuwachs von +4,4 Prozent entspricht. Die verbreitete Auflage liegt am Sonntag bei 254.119 Exemplaren – davon 15.641 ePaper, was einem Plus von +6,1 Prozent entspricht.

Mit durchschnittlich 111.861 verkauften Exemplaren 2020 (Mo-Sa) – davon 14.264 ePaper – ist der Kurier die drittgrößte Kauf-Tageszeitung in Österreich. In der Verbreitung weist die ÖAK dem Kurier 124.644 Exemplare – davon 15.641 ePaper – aus. Die verbreitete Auflage konnte in diesem speziellen Medienjahr auf stabilem Niveau gehalten werden, die ePaper-Auflage stieg um 40 Prozent. "Mit 243.000 sonntags und fast 112.000 wochentags verkauften Exemplaren bestätigt die aktuelle ÖAK dem Kurier auch im Jahr 2020 dessen solide Position unter den Top 3-Kauf-Tageszeitungen des Landes. Dass wir mit unserem innovativen Produktportfolio und unserem klaren Bekenntnis zu unabhängigem Journalismus auf dem richtigen Weg in die Zukunft sind, beweist das deutliche Plus beim ePaper-Verkauf sowie Zuwächse beim Abo am Sonntag. Darauf sind wir stolz. Ob Digital, TV oder Print – die starken Marken des Kurier Medienhaus stehen in allen Segmenten für Qualitätsjournalismus, Premiumcontent und besten Service", sagt Thomas Kralinger, Geschäftsführer Kurier Medienhaus und MediaPrint.

Die zweitgrößte am Markt ist die Kleine Zeitung. Sie verkaufte im Schnitt 279.244 Exemplare, Die Verkäufe von ePapers stiegen um 8.779 auf 44.365.

Die Presse verkaufte 66.953 Stück. Einen Zuwachs von 3.648 Print Abonnenten verzeichnete Die Presse am Sonntag im Vergleich zum Vorjahr. Digital und Print zusammen erzielten 7.696 Abos, das entspricht einer Steigerung von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr inkl. ePaper. Rainer Nowak, Chefredakteur, Herausgeber und Geschäftsführer, dazu: "Das letzte Jahr war in jeder Hinsicht für die Menschen in Österreich sehr herausfordernd. In Krisenzeiten zeigt sich, wie enorm wichtig Nachrichten sind, die mit höchster journalistischer Sorgfalt entstehen. Die Zahlen der ÖAK bestätigen: Verlässlich ist und bleibt der Qualitätsjournalismus der Presse – und das auf allen Kanälen. Besonders beachtlich ist der Zuwachs an ’Presse am Sonntags'-Abonnenten, sowohl Print wie auch digital!"

53.972 Exemplare verkaufte der Standard. Die ePaper-Abos steigerten sich binnen eines Jahres auf 11.347 im zweiten Halbjahr 2020. Verlagsleiter Martin Kneschaurek verweist auf die "weiter aufgehende Strategie" zur Preistreue bei Abos. 

Österreich und oe24 verbreiten in Wien laut neuer ÖAK im Wochenschnitt 315.723 Exemplare täglich. Österreichweit sind es im Wochenschnitt 479.985 Exemplare täglich. "Gerade in der für Gratiszeitungen besonders schwierigen Zeit des öffentlichen Lockdowns ist es oe24 und Österreich mit der Verlagerung der Boxen von U-Bahn-und Öffi-Stationen zu Lebensmittel- und Supermärkten gelungen, die Frequenzrückgänge im öffentlichen Verkehr beinahe zu kompensieren. In Wahrheit hat sich in den Nicht-Lockdown-Monaten der positive Auflagen-Trend  ungebrochen fortgesetzt. Besonders in dieser herausfordernden Zeit war uns Transparenz gegenüber unseren Anzeigenkunden besonders wichtig. Dieser mutige Schritt wird nun mit der Nummer-2-Position (verbreitete Auflage) in Österreich belohnt", sagt Österreich Geschäftsführer Wolfgang Zekert.

Heute ist nicht dabei

Heute verzichtet erneut coronabedingt (wie schon im ersten Halbjahr 2020) auf eine Veröffentlichung der Daten. "Juristisch wurde das zweite HJ 2020 seitens der ÖAK als Katastrophenfall eingestuft. Daher ist es auch nicht mit einem normalen Geschäftsjahr vergleichbar. Da das Abgrenzen der durch den Lockdown betroffenen Zeiträume seitens der ÖAK nicht vorgesehen war, hat sich Heute gegen eine ÖAK - Auflagenmeldung ausgesprochen. Obwohl die Mobilität zuletzt deutlich zunahm, brächte eine Expost-Betrachtung eines ganzen Corona-Halbjahres keinen Nutzen für die Mediaplanung der werbetreibenden Wirtschaft.  Deshalb richten wir mit den aktuell erfolgreichen Auflagenzahlen unseren Blick nach vorne und haben die Printauflage nach dem Lockdown von Wirtschaftsprüfen bestätigen lassen, um diese unseren Werbekunden zu Verfügung zu stellen", erklärt Herbert Seipt, Geschäftsleitung Marketing und Vertrieb bei Heute, gegenüber LEADERSNET. Die Anfang Februar veröffentlichte Online-Reichweitenstudie ÖWA Basic zeigt im Einzelangebot den Allzeit-Höchststand von 36.039.976 Visits an. Damit hat Heute.at im Vergleich zum Vormonat noch einmal um drei Millionen Besuche zugelegt, so Seipt weiter: "Analog zu dieser Spitzenleistung im Online-Bereich möchten wir der werbetreibenden Wirtschaft auch für die gedruckte Tageszeitung  aktuelle Auflagendaten zur Verfügung stellen." So konnte für den Zeitraum nach dem Lockdown (8.2.2021 bis 19.2.2021) eine gedruckte Auflage von in Wien 291.068, in Niederösterreich 132.120, in Oberösterreich 84.075 und gesamt 507.263 von Wirtschaftsprüfern der BDO Audit GmbH im Zuge einer PG 13 Prüfung bestätigt werden.

Aus den Bundesländern

"Die harte Währung ÖAK attestiert uns für unser Medium für 2020 wieder steigende Zahlen im Verkauf der Tageszeitung. Auch in einem noch nie dagewesenen Krisenjahr zeigt sich, wie wichtig gut recherchierte und seriöse Berichterstattung ist. Dieses Wachstum spornt uns an, unsere Services und Dienstleistungen noch weiter auszubauen", kündigt OÖNachrichten-Geschäftsführer Gino Cuturi an. 103.205 verkaufte Exemplare (davon 11.744 Stück ePaper) der OÖNachrichten landen täglich bei den Lesern. Das ist ein Zuwachs von 2,12 Prozent im Vergleich zum Jahresschnitt 2019. Die verbreitete Auflage Inland wuchs um 5,71 Prozent auf 131.236  im Vergleich zum Jahresschnitt 2019. Die verkaufte Auflage der ePaper-Abos stieg um 73,37 Prozent auf 11.744.

Die Tiroler Tageszeitung verkaufte im Schnitt 73.359 Exemplare (minus 1.728 Stück), die Salzburger Nachrichten verkauften fast gleich viele Exemplare wie im zweiten Halbjahr 2019 (68.284; minus 113). Die Vorarlberger Nachrichten liegen bei 55.175 Stück, die Verkaufsauflage der Neuen Vorarlberger Tageszeitung bei 6.650. Die NÖN ist mit 118.306 gedruckten Exemplaren stabil.

129 Zeitungsausgaben: Mit einer verbreiteten Auflage von 3.374.561 Exemplaren (davon 8.085 ePaper-Exemplare) haben die Regionalmedien Austria auch weiterhin die höchste Printauflage in Österreich. "Die Relevanz unserer Zeitungen in den Regionen Österreichs ist ungebremst. Ergänzend zum gedruckten Produkt, das in hoher Auflage an die Haushalte in Österreich zugestellt wird, wird die Zeitung gerne auch als ePaper gelesen – sei es auf unserem Nachrichten-Portal meinbezirk.at oder auch mobil in der meinbezirk ePaper-App", sagt RMA-Vorstand Gerhard Fontan.

Die Magazine

Fast alle wöchentlichen Kauf-Magazine haben ihre gedruckten Exemplare reduziert. Servus in Stadt & Land aus dem Hause Red Bull konnte allerdings zulegen, um 3.165 auf 109.471. Der Gewinn kletterte um 6.529 auf 54.644.  Für News werden 45.050 Stück ausgewiesen, für den trend 28.203, für e-media 23.484 und für profil 42.831.  Der größte Kaufwochentitel des Landes, die Ganze Woche, steigerte ihre Abos im Jahresvergleich um 2.422 auf 42.788. (jw)

www.oeak.at

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