Wie geht's Wien? "On Tour" mit Finanzstadtrat Peter Hanke

Finanzstadtrat Peter Hanke ist zur Zeit mit seiner Vespa in den Bezirken unterwegs um sich persönlich ein Bild der aktuellen Lage zu verschaffen. LEADERSNET hat nachgefragt welche Unternehmen Peter Hanke besucht und wie die Stimmung bei den Wirtschaftstreibenden ist.

Wien gilt als eine der lebenswertesten Städte der Welt – laut der internationalen Beratungsagentur Mercer ist sie in dieser Wertung seit über zehn Jahren sogar auf Platz eins. Doch die Coronakrise stellt die Wiener Wirtschaft vor sehr große Herausforderungen, entsprechend sind auch schnelle und wirksame Maßnahmen von Seiten der Politik gefordert.

Das weiß auch Peter Hanke, amtsführender Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales. Der SPÖ-Politiker macht sich dafür stark, der Krise mit Optimismus und Tatkraft zu begegnen. "Ich bin kein Raunzer", so Hanke im Gespräch mit LEADERSNET. Aus diesem Grund sei er auch mit seiner Vespa in den Bezirken unterwegs, um Betriebe zu besuchen und sich persönlich vor Ort ein Bild der Lage zu machen.

LEADERSNET: Was können die Wienerinnen und Wiener tun, um dabei zu helfen die wirtschaftlichen Folgen der Krise abzufedern?

Hanke: Jeder Einzelne kann die Wirtschaft unterstützen, indem er beispielsweise regionale Produkte kauft oder bewusst die kulturellen und gastronomischen Angebote Wiens in Anspruch nimmt. Denn: Wir können die Krise nur gemeinsam meistern. Ich habe viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – wie beispielsweise die Designerin Susanne Kitz in der Wiener City, die seit den 1990er Jahren für ihre Taschenkollektionen und Modeschmuck bekannt ist – besucht. Sie spürt etwa das Ausbleiben der Touristen in der Innenstadt stark. Wir alle können da schon einiges ausgleichen, indem wir uns bewusst für Produkte von Wiener Herstellern entscheiden.

LEADERSNET: Das Ausbleiben der Gäste ist vor allem auch für die Gastronomie und die Hotellerie ein Problem. Kann man hier als Stadtregierung überhaupt entgegenwirken?

Hanke: Ich habe auf meiner jüngsten Tour mit der Vespa durch Wien das "Motto am Fluss" von Top-Gastronom Bernd Schlacher am Franz-Josefs-Kai besucht. Er hat mir erzählt, wie deutlich er die Auswirkungen der Pandemie zu spüren bekommen hat. Insgesamt ist in der Gastronomie von einem Minus von 70 Prozent auszugehen. Im Cateringbereich ist das Geschäft komplett weggebrochen. Mit der Einführung des Wiener Gastro-Gutscheins haben wir als Stadt Wien aber bereits eine umfangreiche Maßnahme gesetzt, um die Wiener Bevölkerung zurück in die Cafés und Restaurants der Stadt zu bringen. 950.000 Gutscheine wurden verschickt. Die Wiener und Wienerinnen haben diese Maßnahme sehr gut angenommen und die Abwicklung funktioniert mittlerweile so reibungslos, wie ein normaler Bezahlvorgang. Das Beste daran: Das Geld ist innerhalb von drei Tagen bei den Gastronomen.

© Tobias Holzer
"Motto am Fluss"-Chef Bernd Schlacher und Hanke begrüßen sich "Corona-konform". © Tobias Holzer

LEADERSNET: Einen wahren Boom scheint hingegen der Forschungssektor zu erleben. Ein Vorzeigebeispiel ist das Vienna Bio Center, das sie kürzlich besucht haben …

Hanke: Ja, das Vienna Bio Center ist ein renommiertes Institut, das den sogenannten "Corona-Gurgeltest" entwickelt hat. Das neue Testverfahren löst den gängigen PCR (Polymerasekettenreaktion)-Test ab und ermöglicht ein schnelleres, flächendeckendes Screening. Der Corona-Test "made in Vienna" wird bereits in der Wiener Teststraße im Prater eingesetzt. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Stadt Wien den Forschungssektor unterstützt und stärkt: Die Entwicklung des Tests wurde nämlich unter anderem aus Mitteln des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds finanziert.

LEADERSNET: Besonders hart wurde die Kulturbranche getroffen. Wie wollen Sie diese unterstützen?

Hanke: Ich denke ein Weg für die Kulturszene, um die Folgen der Coronakrise wenigstens ein bisschen abfedern zu können, ist das Ausweichen in den digitalen Raum. Ein konkretes Beispiel, das uns hier besonders am Herzen liegt, ist in diesem Zusammenhang das Jüdische Museum der Stadt Wien. Ich habe Direktorin Danielle Spera besucht und sie hat mir bestätigt, dass die vergangenen Monate dafür genutzt wurden, um Renovierungsarbeiten durchzuführen und einige der Angebote des Museums in den digitalen Raum zu verlagern – und das mit großem Erfolg. Um künftig noch mehr junge Menschen zu erreichen und verstärkt Präventions- und Aufklärungsarbeit leisten zu können, ist der Ausbau des Daches in Planung. Dieses Projekt liegt uns besonders am Herzen, deshalb wollen wir hier rasch in die Umsetzung gehen.

© Tobias Holzer
Peter Hanke und Jüdisches Museum Wien-Direktorin Danielle Spera © Tobias Holzer

Impressionen von Peter Hankes Vespa-Tour durch Wien finden Sie in unserer Galerie.

www.wien.gv.at

 

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