100 Millionen Euro Sparpaket für Voestalpine

Nach massivem Gewinneinbruch von 60 Prozent muss der Stahlkonzern den Gürtel enger schnallen.


Der Linzer Stahlkonzern Voestalpine muss einen Gewinneinbruch von 60 Prozent verschmerzen: verantwortlich dafür sind vor allem der Abschwung in der Autoindustrie und der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Mit Einsparungen von rund 100 Millionen Euro soll nun dagegen gearbeitet werden.

Eders Warnungen wurden wahr

Der ehemalige Voestalpine-Chef Wolfgang Eder hatte bereits in seinen letzten Pressekonferenzen versucht, die Öffentlichkeit auf schwere Zeiten einzustimmen. Seine Warnungen vor dem Abschwung und dem Handelskonflikt schlagen sich nun voll in den Zahlen zum ersten Quartal nieder: Der Stahlkonzern hat mit 90,4 Millionen Euro um 60 Prozent weniger Gewinn gemacht, der Umsatz fiel um 3,8 Prozent auf 3,34 Millionen Euro.

Die schlechte Kunde durfte nun Eder-Nachfolger Herbert Eibensteiner verkünden – und musste dabei weit ausholen: "Alle vier Divisionen waren mit einem Umsatzrückgang konfrontiert." Allem voran belastet die schwache Nachfrage vonseiten der Automobilindustrie, in der die Linzer mit Karosserieteilen und Blechen mittlerweile stark engagiert sind.

Zusätzlich bereitet das neue Autowerk in Cartersville wesentliche Startschwierigkeiten. Positive Beiträge zum Ergebnis wird die US-Produktionsstätte erst ab etwa April 2020 liefern, so Eibensteiner.
Negativ haben sich auch die zuletzt stark gestiegenen Preise für CO2-Zertifikate ausgewirkt. Rund 100 Millionen Euro wird es die Voestalpine heuer kosten, Schadstoffe in die Atmosphäre auszustoßen. Im Vorjahr waren es noch 69 Millionen Euro. Und das, obwohl die Linzer Hochöfen im internationalen Vergleich zu den umweltschonendsten zählen.

Sparprogramm kommt

Die Voestalpine konnte ihre Position im Vergleich zu anderen Stahlkochern, die bereits seit Langem mit Überkapazitäten aus China kämpfen und dem Konsolidierungsdruck auf dem europäischen Markt ausgesetzt sind, lange verteidigen. Doch nun ist ihr Vorsprung aufgebraucht: Die hohen Einkaufspreise für das zur Produktion notwendige Eisenerz in Kombination mit den niedrigen Stahlverkaufspreisen setzen auch den Linzern zu.

So hat Eibensteiner bei seiner ersten Ergebnispräsentation die Konsequenzen der Misere verkündet: Innerhalb eines Jahres sollen 100 Millionen Euro eingespart werden. Leasing-Mitarbeiter werden freigestellt, Überstunden und Urlaube abgebaut, Positionen nicht neu besetzt. Die insgesamt 51.670 Mitarbeiter bleiben erhalten, Abbaupläne wie vor zwei Wochen in der Steiermark, als 125 Mitarbeiter entlassen wurden, soll es nicht geben. Grund für den dortigen Abbau waren die Belastungen durch die US-Strafzölle. (red)

www.voestalpine.com

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