Laudamotion nun komplett in Ryanair-Besitz

Deal mit Ende Dezember abgeschlossen, bezahlt habe man "zu viel". Niki Lauda bleibt als Chairman an Bord.

Seit gestern, Dienstag, ist es offiziell: Ende Dezember 2018 hat der der irische Billigflieger Ryanair die Niki-Nachfolgeairline Laudamotion endgültig übernommen und seine Anteile von 75 auf 100 Prozent aufgestockt – das bestätigte die Airline nun in einem Statement.

"Laudamotion ist nun eine 100-prozentige Tochter der Ryanair Holdings plc", heißt es. "Ich freue mich, dass Ryanair nunmehr die volle Kontrolle über Laudamotion übernimmt und die Weiterentwicklung und das Wachstum sicherstellt", wird Niki Lauda in einem schriftlichen Statement zitiert.

"Zu viel" bezahlt, Lauda bleibt als Chairman

Zum Kaufpreis hält man sich seitens Ryanair bedeckt, Chef Micheal O'Leary kommentierte lediglich mit "Zu viel". Laudamotion solle in jedem Fall eine österreichische Airline bleiben, so heißt es weiter, und auch Niki Lauda bleibe am Schirm der Fluglinie. Weiters erklärte Gruber, der Schritt diene dazu, das Wachstum der Airline zu fördern.

Niki Lauda werde als Vorsitzender des Gesellschafterausschusses weiterhin seinen "Input einbringen", so Laudamotion-Geschäftsführer Andreas Gruber in einer Pressekonferenz am Flughafen Wien-Schwechat. Mit diesem Schritt solle das Wachstum der Airline gepusht werden, erläuterte er.

Ehrgeizige Wachstumspläne

Für die Zukunft verkündete Laudamotion ambitionierte Wachstumspläne: Die Flotte soll schon im Sommer von 19 auf 25 Flugzeuge aufgestockt werden, 2020 soll sie 30 Maschinen stark sein. Dadurch erwarte man bis zu 400 neue Arbeitsplätze, so Gruber.

O'Leary kündigte indessen einen weiteren Fall der Ticketpreise an, denn noch sei "zu viel Kapazität" auf dem Markt. Laudamotion existiert erst seit Juni 2018, nachdem Lauda im Jänner des Vorjahrs im Zuge einer – wie er sagte – "österreichischen Lösung" den Zuschlag für die insolvente Fluglinie Niki bekommen hatte. Nach zwei Monaten verkaufte er 25 Prozent an die Iren, mit September 2018 hielt Ryanair bereits 75 Prozent der Anteile. Laudas ursprünglicher Plan sei gewesen, zumindest bis 2021 eine Sperrminorität von 25 Prozent zu halten.

Lauda befindet sich aktuell nach einer Lungentransplantation in ärztlicher Behandlung. Er und O'Leary wollten Laudamotion als österreichischen Billigflieger etablieren und vor allem der Lufthansa Paroli bieten. Im ersten Geschäftsjahr nach der Gründung machte Laudamotion Verluste von rund 140 Millionen Euro. Firmenchef Gruber erklärte, dass er im zweiten Geschäftsjahr von maximal 50 Millionen Euro Verlust ausgeht. Im dritten Geschäftsjahr will die Airline profitabel fliegen. (rb)

www.ryanair.com

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