Ob ein Softwareprojekt erfolgreich verläuft, hängt nach Ansicht der Tiroler Wavect GmbH (siehe Infobox) nicht allein von der technischen Umsetzung ab. Entscheidend seien häufig die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Anreizsysteme, die der Zusammenarbeit zugrunde liegen. Das Unternehmen aus Ampass versteht sich als Software Product Studio und grenzt sich damit bewusst von klassischen Softwareagenturen ab.
Im Mittelpunkt stehen nach eigenen Angaben regelmäßiger Produktfortschritt, klare Verantwortlichkeiten und eine Zusammenarbeit, die laufend überprüft werden kann.
Geschäftsmodell beeinflusst den Projekterfolg
Viele Unternehmen hätten bereits Erfahrungen mit langwierigen Softwareprojekten gemacht. Stundenlisten, unklare Zuständigkeiten, Scope Creep, wechselnde Ansprechpartner:innen, Junior-Teams im Hintergrund oder steigende Kosten ohne greifbares Ergebnis seien Probleme, die Wavect häufig beobachte. Die Ursache liege aus Sicht des Unternehmens oft nicht in der Entwicklung selbst, sondern im zugrunde liegenden Geschäftsmodell.
Nach Ansicht des Unternehmens entstehen dadurch unterschiedliche Anreize. Während Kund:innen möglichst rasch ein marktfähiges Produkt erwarten, könne sich bei klassischen Stundenmodellen der Fokus auf abrechenbare Zeit statt auf den tatsächlichen Fortschritt richten. Auch starre Fixpreisprojekte würden dieses Spannungsfeld nicht vollständig auflösen. Nutzerfeedback, technische Erkenntnisse, Marktveränderungen oder KI-gestützte Entwicklung könnten bereits während der Umsetzung neue Anforderungen entstehen lassen. Werde der Leistungsumfang zu früh festgelegt, bestehe die Gefahr, an einem überholten Plan festzuhalten.
Hinzu komme, dass fehlerhafte Aufwandsschätzungen den wirtschaftlichen Druck erhöhen könnten. In solchen Fällen werde nach Angaben des Unternehmens häufig bei Aspekten wie Sicherheit, Stabilität, Skalierbarkeit, Tests, Dokumentation oder Wartbarkeit gespart.
Fokus auf Ergebnisse statt Zeiterfassung
Als Alternative zu klassischen Agenturmodellen setzt Wavect auf ein eigenes Delivery-Modell, das nach Unternehmensangaben auf den Grundprinzipien Vertrauen (Trust), Fortschritt (Progress) und Flexibilität (Flexibility) basiert. Ziel sei es, Projekte nicht anhand der geleisteten Arbeitszeit, sondern anhand nachvollziehbarer Ergebnisse zu bewerten. Dazu zählen lauffähige Software, dokumentierte Entscheidungen, messbare Erkenntnisse oder die Verringerung technischer Unsicherheiten.
Zum Vertrauensgedanken gehören laut Unternehmen eine umfassende Dokumentation, eine strukturierte Übergabe sowie die Möglichkeit, den Softwarepartner zu wechseln, ohne dass Wissen oder Quellcode verloren gehen. Der Projektfortschritt soll regelmäßig überprüfbar sein, während der Leistungsumfang bei Bedarf an neue Erkenntnisse, Nutzerfeedback oder veränderte technische Rahmenbedingungen angepasst werden kann.
Nach Angaben des Unternehmens erfolgt die Zusammenarbeit je nach Projekt auf Werkvertragsbasis mit definiertem Leistungsumfang, über agile Festpreis-Iterationen oder im Rahmen eines Retainer-Modells. Dieses kann wöchentlich beendet werden und sieht nach Unternehmensangaben zudem eine Refund-Garantie vor. Gemeinsamer Nenner aller Modelle seien nicht Stundenlisten als zentrale Messgröße, sondern regelmäßig überprüfbare Ergebnisse und eine nachvollziehbare Übergabe der entwickelten Lösungen.
KI verändert die Softwareentwicklung
Nach Einschätzung von Wavect gewinnt dieser Ansatz mit der zunehmenden Verbreitung KI-gestützter Entwicklung an Bedeutung. Moderne Werkzeuge könnten zwar die Entwicklung von Prototypen beschleunigen, ersetzten jedoch weder Produktverantwortung noch Softwarearchitektur, Qualitätssicherung oder Sicherheitsaspekte. Deshalb setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf ein Modell, das Anpassungen im Projektverlauf ermöglichen und gleichzeitig klare Verantwortlichkeiten vorsieht.
"Kund:innen kaufen keine Stunden. Und meistens kaufen sie auch keinen Scope. Sie kaufen Fortschritt. Wenn wir jede Woche neu beweisen müssen, dass wir Wert schaffen, sind unsere Anreize näher an den Anreizen der Kund:innen", sagt Kevin Riedl, Managing Director Operations & Product bei Wavect GmbH (Hier geht es zum LEADERSNET-Interview).
Dieses Modell soll dazu beitragen, den Projektfortschritt kontinuierlich nachvollziehbar zu machen und den Mehrwert der Zusammenarbeit regelmäßig zu überprüfen, so Wavect.
Alternative für Unternehmen mit Projekterfahrung
Der Ansatz richtet sich laut Wavect vor allem an Unternehmen, die bereits Schwierigkeiten mit Softwareprojekten erlebt haben. Dazu zählen etwa Budgets ohne sichtbaren Produktfortschritt, lange Vertragslaufzeiten, häufig wechselnde Ansprechpartner:innen, Junior-Teams im Hintergrund, unklare Verantwortlichkeiten oder fehlende Übergaben. Ebenso nennt das Unternehmen Softwarelösungen, die zwar technisch umgesetzt wurden, sich am Markt jedoch nicht bewähren konnten.
Als Alternative zur klassischen Softwareagentur positioniert sich Wavect mit einem senior-orientierten Team, einer von den Gründern begleiteten Projektumsetzung, dokumentierten Prozessen und wirtschaftlichen Anreizen, die auf den Projekterfolg ausgerichtet seien. Je nach Projekt erfolgt die Zusammenarbeit auf Werkvertragsbasis, über agile Festpreis-Iterationen oder im Rahmen eines Retainer-Modells. Unternehmen können im Rahmen eines unverbindlichen Projekt-Checks prüfen, ob sich ihr Softwarevorhaben für dieses Modell eignet.
Weitere Informationen finden Sie hier.
www.wavect.io
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