Top-Performer im ATX
Wiener Börse auf Rekordkurs – drei Aktien dominieren die Gewinnerliste

Der österreichische Aktienmarkt hat das erste Halbjahr 2026 mit Rekordwerten abgeschlossen. Neben den höchsten Aktienumsätzen seit 2008 erreichte auch der ATX ein neues Allzeithoch. Drei Titel erwiesen sich als große Treiber.

Obwohl das heurige Jahr bisher von multiplen Krisen, geopolitischen Spannungen, wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie "Aufs und Abs" bei Energiepreisen geprägt war, kann die Wiener Börse auf ein außergewöhnlich starkes erstes Halbjahr 2026 zurückblicken. Per Ende Juni belief sich das Handelsvolumen mit Aktien auf 53,39 Milliarden Euro – so viel wie zuletzt im ersten Halbjahr 2008. Gleichzeitig erreichte der österreichische Leitindex ATX inklusive Dividenden ein neues Rekordhoch und legte seit Jahresbeginn um 24,86 Prozent zu.

Mit der Emerald Horizon AG, der FIT Groug AG und der K2G Holding AG verzeichnete der Börsenplatz zudem drei neue Listings. Darüber hinaus wurde der direct market plus als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, um kleineren und mittleren Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtern.

Top-Performer im ersten Halbjahr

Für die mit Abstand stärkste Kursentwicklung im prime market sorgte im ersten Halbjahr AT&S. Die Aktie des steirischen Technologiekonzerns gewann 555,28 Prozent. Dahinter folgen AustriaCard Holdings mit einem Plus von 65,63 Prozent und FACC mit 57,32 Prozent.

Bei den meistgehandelten Aktien lag die Erste Group Bank mit einem Handelsvolumen von 10,29 Milliarden Euro an der Spitze. Es folgen die Bawag Group mit 6,79 Milliarden Euro sowie die OMV mit 5,71 Milliarden Euro.

Wiener Börse 1. Halbjahr 2026

ATX erreicht neues Allzeithoch

Sein bisheriges Rekordhoch erreichte der ATX inklusive Dividenden am 22. Juni mit 16.547,21 Punkten. Laut Wiener Börse erzielte der heimische Leitindex in den vergangenen 25 Jahren eine durchschnittliche Jahresrendite von 10,14 Prozent und entwickelte sich damit besser als mehrere internationale Vergleichsindizes wie DAX, MSCI Total Return oder Euro Stoxx.

Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse, sagte bei der Präsentation der Halbjahresbilanz: "Österreichische Aktien stehen international für solide Geschäftsmodelle, attraktive Dividenden und eine starke Verankerung in der Wachstumsregion Zentral- und Osteuropa." Die neuen Höchststände würden zeigen, dass diese Investmentstory auch in einem volatilen Marktumfeld trage. Gleichzeitig sprach sich Boschan für stärkere Anreize bei der privaten Vorsorge aus. Österreich gerate hier im Vergleich mit anderen europäischen Ländern zunehmend ins Hintertreffen.

Neue Börsengänge und mehr internationale Titel

Neben den drei Primärlistings wurde das Angebot an internationalen Wertpapieren weiter ausgebaut. Im ersten Halbjahr kamen 133 neue internationale Wertpapiere hinzu, darunter zahlreiche Unternehmen aus dem Euro Stoxx 600 sowie Börsenneulinge wie SpaceX und Innio. Zudem wurde das ETF-Angebot um weitere 49 Indexfonds erweitert.

Rekord auch bei Anleihen

Auch das Anleihensegment entwickelte sich dynamisch. Mit 21.425 Primärlistings wurde per Ende Juni ein neuer Höchststand erreicht – ein Plus von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zu den größten Emissionen zählten unter anderem ein Sustainability Bond der Oesterreichischen Kontrollbank AG über eine Milliarde Euro sowie eine neue zehnjährige Bundesanleihe und die Aufstockung des Green Bond 2049 durch die Republik Österreich. Gemeinsam erzielten die beiden Bundesemissionen laut Wiener Börse ein Rekord-Orderbuch von 116 Milliarden Euro.

LEADERSNET war beim Börsenstart von Emerald Horizon. Fotos sehen Sie in unserer Galerie.

www.wienerborse.at

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