Last-Minute-Treffer gegen Algerien
Österreichs Kommentatoren rasteten bei ÖFB-Ausgleich völlig aus

| Larissa Bilovits 
| 28.06.2026

Das dramatische 3:3 gegen Algerien brachte der heimischen Nationalmannschaft nicht nur das Ticket fürs Sechzehntelfinale, sondern auch emotionale Jubelschreie von fassungslosen Sportreportern.

Nach einem 3:1-Sieg gegen Jordanien und einer bitteren 0:2-Niederlage gegen Argentinien blickte in der Nacht von Samstag auf Sonntag ganz Österreich gebannt auf das alles entscheidende Spiel gegen Algerien, das aufgrund der Zeitverschiebung erst um 4 Uhr früh über die Bühne ging. Wer wach blieb – oder früh aufstand –, wurde mit einem der wohl dramatischsten Spiele der ÖFB-Geschichte belohnt, das Österreich letztendlich erstmals seit 1982 über die Gruppenphase einer Weltmeisterschaft hinaustrug.

Österreich erwischte den besseren Start und ging in der 28. Minute durch Marko Arnautović in Führung. Doch Algerien, das mit 60 Prozent Ballbesitz tonangebend war, schlug noch vor der Pause zurück, als Rafik Belghali in der 45. Minute zum 1:1 ausglich. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: In der 55. Minute brachte Marcel Sabitzer die Österreicher mit 2:1 erneut in Front, ehe Riyad Mahrez in der 60. Minute neuerlich egalisierte. Als Mahrez in der 90. Minute sogar das 3:2 für Algerien erzielte, schien der Traum vom Aufstieg geplatzt und Österreich ausgeschieden. Doch tief in der Nachspielzeit, konkret in der 96. Minute, setzte Joker Sasa Kalajdzic nach Vorlage von Michael Gregoritsch per Kopf den erlösenden Treffer zum 3:3 und rettete Österreich als Gruppenzweiter in die K.-o.-Runde.

Kommentatoren am Rande des Wahnsinns

Diese überraschende Wendung ließ nicht nur die Fans, sondern auch zahlreiche heimische Kommentatoren völlig die Fassung verlieren. Der Ausgleich in der Nachspielzeit brachte unter anderem bei ORF, Ö3 und ServusTV gleichermaßen die Sicherungen zum Durchbrennen, und die Clips davon verbreiteten sich noch in der Nacht rasend schnell.

Besonders oft gesehen wurde etwa das Video von ORF-Kommentator Daniel Warmuth, der dank Kommentatoren-Cam beim Ausgleich in voller Eskalation zu sehen war. Er sprang auf, schrie sich die Seele aus dem Leib und brachte ein "Bist du deppert!" heraus, ehe er den Treffer mit den Worten "Kalajdzic schießt die Österreicher wieder ins Glück. Was für ein Wechselbad der Gefühle!" quittierte. Den Schützen adelte er als "Dieser Fuchs", das Match insgesamt als "ein unglaublich verrücktes Spiel, absoluter Wahnsinn".

Nicht weniger fassungslos zeigte sich Ö3-Reporter Daniel Kulovits, der im Radio jede Contenance verlor. Mehrfach schrie er "3 zu 3" ins Mikrofon und fügte das aus österreichischer Sicht wohl entscheidende "Jetzt simma dabei!" hinzu.

Auch bei ServusTV hielt es die Kommentatoren Philipp Krummholz und Martin Harnik nicht mehr auf dem Sessel. Mit einem gedehnten "JAAA!" und einem ungläubigen "Es ist nicht zu glauben" begleiteten sie den Ausgleich, ehe sie die Szene mit "Wie geil ist das denn?!" auf den Punkt brachten.

Im Sechzehntelfinale trifft Österreich am 2. Juli auf Europameister Spanien. Ob es dann erneut derart laut wird, bleibt abzuwarten.

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