Zum bereits vierten Mal lud die Bank Austria Schülerinnen aus sozioökonomisch benachteiligten Schulen zum "Girls Go Finance"-Tag ein. Rund 270 Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren waren beim Event im UniCredit Center am Kaiserwasser dabei und informierten sich in verschiedenen Workshops zu wichtigen Themen wie Finanzwissen, frauenspezifischen Finanzangelegenheiten, Sicherheit im Internet und Nachhaltigkeit, aber etwa auch Selbstbewusstsein.
Finanzwissen als Grundlage für Selbstbestimmung
Bei der Veranstaltung unterstrich Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, die Bedeutung frühzeitiger finanzieller Bildung für Mädchen: "Ökonomische Unabhängigkeit ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben – und sie beginnt mit Wissen. Lebensentscheidungen wirken sich auch finanziell aus, und hier ist es wichtig, junge Mädchen in ihrem Selbstvertrauen zu stärken. Je früher sie ihre Rechte und Möglichkeiten kennen, desto eher gehen sie später ihren eigenen Weg. Genau hier setzen Initiativen wie 'Girls Go Finance' an: bei den jungen Frauen von heute, die morgen finanziell auf eigenen Beinen stehen sollen und wollen. Dass dieser Tag gezielt jene Schülerinnen erreicht, die sonst kaum Berührung mit Finanzthemen haben, macht ihn umso wertvoller, denn der Zugang zu Finanzwissen soll weder vom Geschlecht noch vom Elternhaus abhängig sein."
Initiiert wurde der Aktionstag von Marion Morales Albiñana-Rosner, Vorstandsmitglied für Wealth Management und Private Banking der UniCredit Bank Austria. Sie unterstützt zudem das Corporate-Volunteering-Programm von Teach For Austria. "Nach dem regen Interesse der letzten drei Jahre haben wir auch dieses Jahr wieder einen 'Girls Go Finance'-Tag hier bei uns am Kaiserwasser veranstaltet und wir freuen uns, dass wir dieses Jahr sogar noch einmal mehr Teilnehmerinnen für dieses Thema begeistern konnten. Auch in Österreich ist es leider noch immer so, dass Frauen nicht die gleichen Chancen haben wie Männer. Oft verfügen Frauen über ein geringeres Lebenseinkommen, bedingt durch Karenz, Teilzeitbeschäftigungen und Gender Pay Gap, was schließlich zwangsläufig auch zu einer niedrigeren Pension führt. Finanzbildung und die Stärkung des Selbstbewusstseins sind wichtige Stellschrauben, um dem entgegenzuwirken", so Morales Albiñana-Rosner.
Workshops von Budgetplanung bis Internetsicherheit
In mehreren Workshops beschäftigten sich die Teilnehmerinnen unter anderem mit finanzieller Unabhängigkeit, Investitionen, Frauenrechten sowie grundlegenden Finanzthemen wie Kontoführung, Wechselkursen, Falschgelderkennung oder dem Unterschied zwischen Brutto und Netto. Zu den Höhepunkten zählte etwa der Workshop "Rein ins Leben: Mein Monatsbudget einteilen". Dabei mussten die Schülerinnen mit einem vorgegebenen Einkommen gemeinsam ein Haushaltsbudget erstellen und entscheiden, wofür das verfügbare Geld ausgegeben werden soll.
Darüber hinaus widmete sich ein eigener Workshop-Block der digitalen Sicherheit. Themen wie Phishing, Fake News oder Konsum auf Raten sollten die Jugendlichen für Risiken im Internet sensibilisieren. Kathrin Pollak vom ORF erklärte, wie sich Falschinformationen erkennen lassen und welche Rolle soziale Medien dabei spielen. Bettina Pfluger, Wirtschaftsredakteurin der Tageszeitung Der Standard, zeigte im Workshop "Kauf jetzt, zahl später" mögliche Gefahren von Ratenzahlungen und unüberlegtem Konsum auf. Ergänzt wurde das Programm durch Einheiten zu angemessenem Auftreten im Berufsleben, Körpersprache, Stimmeinsatz sowie Nachhaltigkeit.
Positive Rückmeldungen der Schülerinnen
Auch bei den Teilnehmerinnen kam das Angebot gut an. "Ich fand es richtig cool, dass es ein Projekt nur für uns Mädchen war. Wir haben viel über Frauenrechte gesprochen und auch darüber, wie wichtig es ist, sich mit Geld auszukennen", sagte die 14-jährige Selin.
Die 13-jährige Elif hob besonders den Budget-Workshop hervor: "Mir hat der Workshop mit der Planung des Monatsbudgets sehr gut gefallen – ich wusste gar nicht, wie viel Dinge im Alltag eigentlich kosten. Es war cool, dass alle dabei mitreden konnten und wir so viele spannende Sachen gelernt haben."
Auch aus Sicht von Teach For Austria war der Aktionstag ein wichtiger Beitrag zur Chancengerechtigkeit, wie eine Fellow der gemeinnützigen Organisation erklärte: "Viele meiner Schülerinnen haben im Alltag wenig Berührungspunkte mit dem Thema Finanzen. Umso wichtiger war es, dass sie bei 'Girls Go Finance' in einem geschützten Rahmen Fragen stellen und Neues lernen konnten. Besonders schön war zu sehen, wie schnell sie sich geöffnet und aktiv eingebracht haben – solche Möglichkeiten und Räume braucht es, gerade für junge Frauen."
www.bankaustria.at
www.teachforaustria.at
Kommentar veröffentlichen