Nach 2,2 Prozent im Februar (LEADERSNET berichtete) und 3,2 Prozent im März (LEADERSNET berichtete) hat sich die Teuerung in Österreich im April spürbar beschleunigt. Laut Statistik Austria lag die Inflationsrate im Jahresvergleich bei 3,4 Prozent.
"Im April 2026 stieg die Inflation in Österreich auf 3,4 Prozent. Damit fiel sie um 0,1 Prozentpunkte höher aus als in der Schnellschätzung Ende April erwartet. Für etwa einen Prozentpunkt der Inflation – also für knapp ein Drittel der Teuerung – sind gestiegene Treibstoff- und Heizölpreise verantwortlich", sagt Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Ohne die Spritpreisbremse durch die Bundesregierung wäre die Inflation um weitere 0,2 Prozentpunkte höher gestiegen. "Der im Vergleich zum Vorjahr um zwei Wochen frühere Ostertermin sorgte für günstigere Pauschalreisen im April und dämpfte die Inflation damit ebenfalls um 0,2 Prozentpunkte. Wichtigster Inflationstreiber blieben die Dienstleistungen. Hier sind die Preise weiterhin überdurchschnittlich gestiegen, jedoch nicht mehr so stark wie zuletzt. Die Teuerung bei Nahrungsmitteln lag hingegen wie schon im Vormonat unter der Gesamtinflation", so Lenk.
Treibstoffe und Heizöl als wichtigste Faktoren
Besonders stark wirkten sich die Preissteigerungen im Verkehrsbereich aus. Die Preise in diesem Bereich erhöhten sich im Jahresvergleich um 7,7 Prozent und waren damit erneut der größte Inflationstreiber. Vor allem Treibstoffe verteuerten sich deutlich. Die Preise lagen um 28 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
Auch Heizöl trug wesentlich zur höheren Inflation bei. Hier wurde ein Preisanstieg von 62,6 Prozent verzeichnet. Insgesamt entfiel laut Statistik Austria rund ein Drittel der gesamten Teuerung auf gestiegene Treibstoff- und Heizölpreise.
Wohnen und Dienstleistungen bleiben teuer
Die Kosten für Wohnen, Energie und Brennstoffe stiegen im April um durchschnittlich 3,3 Prozent. Höhere Preise gab es unter anderem bei Gas, festen Brennstoffen und Mieten. Die Wohnungsmieten erhöhten sich um 5,0 Prozent.
Weiterhin überdurchschnittlich fiel auch die Teuerung im Dienstleistungsbereich aus. Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich um 4,9 Prozent. Restaurants erhöhten ihre Preise im Schnitt um 5,3 Prozent.
Strom und Reisen wirkten preisdämpfend
Dämpfend auf die Inflation wirkten hingegen niedrigere Strompreise sowie günstigere Pauschalreisen. Strom verbilligte sich im Jahresvergleich um 10,2 Prozent. Laut Statistik Austria trugen unter anderem reduzierte Abgaben sowie neue Sozial- und Netztarife dazu bei.
Auch Pauschalreisen wurden günstiger. Aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr früheren Ostertermins gingen die Preise in diesem Bereich um 1,5 Prozent zurück.
Lebensmittelpreise steigen moderat
Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im April durchschnittlich um 2,4 Prozent und lagen damit weiterhin unter der allgemeinen Inflationsrate. Besonders deutlich verteuerten sich Fleisch (+ 5,3 %) sowie Milch und Eier (+ 3,4 %). Preisrückgänge gab es dagegen erneut bei Speisefetten und Ölen (- 10,2 %). Laut Statistik Austria lag die Teuerung beim täglichen Einkauf bei 0,8 Prozent. Der sogenannte Miniwarenkorb, der auch Treibstoffe enthält und den wöchentlichen Einkauf abbildet, verteuerte sich hingegen um 5,8 Prozent.
Euroraum bei 3,0 Prozent
Im Euroraum lag die Inflation im April bei 3,0 Prozent, nach 2,6 Prozent im März. Ein Jahr zuvor hatte sie noch 2,2 Prozent betragen. In der Europäischen Union lag die jährliche Inflationsrate im April bei 3,2 Prozent, nach 2,8 Prozent im März. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,4 Prozent betragen. Diese Zahlen wurden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht.
Die niedrigsten jährlichen Inflationsraten wurden in Schweden (0,5 %), Dänemark (1,2 %) und Tschechien (2,1 %) verzeichnet. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Rumänien (9,5 %), Bulgarien (6,0 %) und Kroatien (5,4 %) gemessen. Im Vergleich zum März 2026 sank die jährliche Inflation in fünf Mitgliedstaaten, blieb in einem stabil und stieg in einundzwanzig Ländern an.
www.statistik.at
Kommentar veröffentlichen