"Aus anderer Sicht"
Salzburg AG schärfte Bewusstsein für Inklusion

Das Format "Aus anderer Sicht" ermöglichte rund 50 Mitarbeiter:innen einen Wechsel der Perspektive am Arbeitsplatz. Durch den praktischen Selbsttest im Rollstuhl und im Blindenzelt wurde vermittelt, wie sich vermeintlich kleine Hindernisse auf den Berufsalltag auswirken.

Die Gestaltung einer inklusiven Arbeitswelt zählt zu den zentralen Aufgaben moderner Personal- und Organisationsentwicklung. Dabei beschränkt sich ein barrierefreies Arbeitsumfeld nicht allein auf den Abbau baulicher Hindernisse, sondern erfordert vor allem ein Umdenken und die Sensibilisierung für die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Beschäftigten. Denn nur Unternehmen, die Vielfalt aktiv fördern und Vorurteile abbauen, sichern sich wertvolle Fachkräfte, steigern die Zufriedenheit im Team und stärken die Innovationskraft (LEADERSNET berichtete u.a. hier). 

Wie ein solcher Perspektivenwechsel in der Praxis gelingen kann, zeigte kürzlich die Salzburg AG im Rahmen des Monats der Vielfalt. Am 7. Mai 2026 lud das Unternehmen gemeinsam mit NEBA zum Inklusionsformat "Aus anderer Sicht" ein. Rund 50 Mitarbeiter:innen nutzten die Möglichkeit, Barrieren selbst zu erleben und neue Blickwinkel auf den Arbeitsalltag zu gewinnen. 

Engagement für mehr Chancengleichheit

Schon zu Jahresbeginn hatte die Salzburg AG bekannt gegeben, ihr Engagement für Vielfalt und Inklusion weiter auszubauen. Beim Jahresauftakt der Charta der Vielfalt präsentierte das Unternehmen neue Maßstäbe zur Förderung von Chancengleichheit und stellte erstmals eine eigene DE&I ("Diversity, Equity und Inclusion") Botschafterin vor. Auf diese Weise soll Diversität noch stärker strukturell in Organisation, Kultur und Führung verankert werden (LEADERSNET berichtete). 

Beim kürzlich stattgefundenen Format setzte das Unternehmen an diesem Vorhaben an und machte mittels Blindenzelt sowie eines Rollstuhl-Parcours erlebbar, wie schnell vermeintliche kleine Hindernisse zu echten Herausforderungen werden können. Die Salzburg AG Mitarbeiter:innen wurden von selbst betroffenen Personen begleitet und erhielten so direkte Einblicke in die Situationen, die viele Menschen täglich bewältigen müssen. Insbesondere die praktische Erfahrung habe die Teilnehmer:innen geprägt und den Blick geschärft, wie wichtig Rücksichtnahme, Verständnis sowie konkrete Unterstützung im Alltag sind. 

Einblicke gewinnen

Das Erlebte hinterließ bei den Teilnehmer:innen einen tiefen Eindruck. Nina Köttsdorfer aus dem Bereich Employer Branding schilderte ihre Erfahrung nach dem Rollstuhl-Parcours: "Es sind oft nur ein paar Zentimeter, aber plötzlich werden daraus fast unüberwindbare Hindernisse. Genau das selbst zu erleben, verändert den Blick auf den Alltag komplett." Auch die Simulation einer Sehbeeinträchtigung im Blindenzelt regte zum Nachdenken an. "Man merkt erst, wie selbstverständlich vieles ist, wenn plötzlich ein Sinn wegfällt. Nach wenigen Minuten wird klar, wie stark Orientierung und Sicherheit zusammenhängen", so Köttsdorfer.

Laut Angaben der Salzburg AG haben die persönlichen Gespräche und das gemeinsame Erleben den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Viele Teilnehmer:innen hätten erstmals bewusst wahrgenommen, mit welchen Herausforderungen Menschen im Alltag konfrontiert sind, und wie viel Verständnis, Aufmerksamkeit und kleine Veränderungen bewirken können.

Das Format verdeutlichte auch den Führungskräften den Wert neuer Perspektiven. Gerlinde Hagler, Geschäftsführerin der Salzburg Linien, betonte, dass bei Fahrzeugbeschaffung und Infrastrukturmaßnahmen immer im Mittelpunkt stehe, wie Fahrgäste sicher und komfortabel transportiert werden können: "Die Möglichkeit, Situationen selbst auszuprobieren, schärft den Blick dafür, wie unterschiedlich Menschen den Alltag und Mobilität erleben", so Hagler.

Aufeinander achten

Zusammenfassend zeigte das Format, dass praktische Selbsterfahrung das Bewusstsein für alltägliche Hürden schärfen und zu einem umsichtigeren Handeln im Betrieb beitragen kann. Laut der Salzburg AG bilde dieser Ansatz die Basis ihrer Unternehmenskultur, die Vielfalt und Kooperation in den Vordergrund stellt. Durch den gezielten Wissenstransfer und das generationenübergreifende Miteinander soll es gelingen, unterschiedliche Perspektiven dauerhaft im Arbeitsalltag zu verankern und Barrieren frühzeitig abzubauen.

Einen Eindruck vom Format "Aus anderer Sicht" können Sie zudem mittels Video gewinnen:

www.salzburg-ag.at

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