Paketabgabe zwischen E-Commerce & Politik
Handelsverband warnt vor 2-Euro-Österreich-Aufschlag

| Redaktion 
| 12.05.2026

Die geplante nationale Paketabgabe sorgt für massiven Widerstand. Die Branche sieht darin eine Belastung für heimische Händler:innen, zusätzliche Bürokratie und steigenden Inflationsdruck, während asiatische Billigplattformen kaum getroffen würden.

Mit deutlichen Worten kritisiert der Handelsverband die geplante Paketsteuer von zwei Euro pro zugestelltem Paket beziehungsweise Bestellung für große Onlinehändler. Eigentlich sollte die Maßnahme Plattformen wie Temu oder Shein treffen. Laut Handelsverband droht nun allerdings vor allem österreichischen und europäischen Händler:innen zusätzlicher Druck.

Kritik an Umsatzgrenze

"Bereits vor dem Start der Fußball-WM schießt sich Österreich ein Eigentor", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Statt den Vollzug und die Kontrollen im grenzüberschreitenden Onlinehandel zu stärken, werde eine neue Belastung für den Standort geschaffen. Besonders kritisch sieht der Handelsverband die geplante Umsatzgrenze von 100 Millionen Euro. Dadurch würden nicht nur große Händler betroffen sein, sondern indirekt auch tausende heimische KMU, die über Plattformen wie Amazon, Zalando oder Ebay verkaufen.

Der Verband warnt zudem vor steigenden Preisen für Konsument:innen und zusätzlichem Inflationsdruck. Gleichzeitig stelle sich die Frage nach der rechtlichen Haltbarkeit der Maßnahme. Laut Handelsverband bestehen sowohl unionsrechtliche als auch verfassungsrechtliche Bedenken. Statt eines nationalen Sonderwegs fordert die Branche eine europäische Lösung. Ab Juli 2026 fällt EU-weit die Zollfreigrenze für Drittstaatensendungen unter 150 Euro. Zusätzlich sind europaweite Abgaben und strengere Plattformhaftungen geplant. "Diese Paketabgabe ist ultrabürokratisch, rechtlich wackelig und ökonomisch kontraproduktiv", so Will.

www.handelsverband.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV